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Schweiz Bühne frei für Dieudonné

Der in Frankreich umstrittene Komiker Dieudonné darf im waadtländischen Nyon ohne Auflagen auftreten. Die Stadtregierung hat von einem Verbot abgesehen. Dieudonné wurden in Frankreich zuletzt Auftritte mit dem Programm «Le Mur» wegen Antisemitismus untersagt.

Legende: Video Dieudonné in der Schweiz willkommen abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.01.2014.
Umstrittener französischer Komiker Dieudonné auf der Bühne.
Legende: Für Dieudonné gelten in der Schweiz keine besonderen Auflagen. Reuters

Seit mehr als einer Woche sorgt der französische Komiker Dieudonné M'Bala M'Bala in Frankreich für fette Schlagzeilen. Dies aber nicht auf besonders humorvolle Art, sondern wegen Antisemitismus.

In den Städten Nantes, Tours und Orléans sind ihm Auftritte mit dem Programm «Le Mur» untersagt. Das Verbot wurde vom obersten Verwaltungsgericht Frankreichs bestätigt.

In Nyon (VD) kann Dieudonné im Februar und März ungehindert auftreten. «Die Stadtregierung hatte nie die Absicht, eine Aufführung wegen ihres Inhalts zu verbieten», teilte die Stadt mit. Sie verwies dabei auf ein Urteil des Bundesgerichts von 2010, das ein Auftrittsverbot gegen denselben Komiker aufgehoben hatte.

Die Stadt Genf hatte dem französisch-kamerunischen Dieudonné damals die Vermietung des Theaters Alhambra verwehrt. Das Bundesgericht sah jedoch das Recht auf freie Meinungsäusserung verletzt. Es zog dieses einem Verbot vor, wie die Stadtregierung von Nyon nun in der Medienmitteilung festhält.

Freibrief für rassistisches Programm

Die Stadt heisse Provokationen oder verbale Entgleisungen des umstrittenen Komikers nicht gut. Sie verurteile klar sämtliche rassistischen oder antisemitischen Äusserungen und appellierte an die Eigenverantwortung der Besucher, sich ein Stück wie dieses anzusehen.

Sollte es zu unerlaubten Äusserungen im Sinne der Strafnorm gegen Rassendiskriminierung kommen, würden diese bestraft.

In Frankreich darf Dieudonné nur noch mit einem überarbeiteten Programm auftreten. Der Entscheid aus Nyon, die Auftritte des Komikers nicht zu verbieten, erlaubt es ihm im Prinzip, sein ursprüngliches, als rassistisch geltendes Stück aufzuführen.

Das werde Dieudonné aber nicht tun, sagte der Kulturdirektor der Stadt Nyon, Olivier Mayor gegenüber SRF. Ihm lägen Informationen vor, wonach der Komiker in der Schweiz ein anderes Programm zeigen werde. Dies habe man ihm versichert.

Alle Vorstellungen bereits ausverkauft

Angesichts der Verbote in Frankreich hatte der Komiker am Samstag angekündigt, «Le Mur» dort nicht mehr aufzuführen und stattdessen in einer neuen, in kürzester Zeit geschriebenen One-Man-Show mit dem Titel «Asu Zoa» auftreten zu wollen.

Mit welchem Programm er in Nyon auf die Bühne geht, ist nicht klar. So oder so: Dieudonnés Vorstellungen im Théâtre de Marens in Nyon sind bereits ausverkauft.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Aha, da wird ein Israelkritischer Komiker gleich als Antisemit bezeichnet - sehr denkwürdig (und so geschickt eingefädelt)!
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Tisserand - Ihre antisemitischen Bemerkungen sind hier schon mehrmals negativ aufgefallen - kein Wunder sympathisieren Sie mit diesem 'Komiker'. Dieudonne kritisiert nicht Israel - sein Nazi-Gruss, Holocaustleugnung und andere antisemtische Bemerkungen haben nichts mit Israelkritik sondern mit purem Judenhass zu tun, der unter Mohammedanern leider die Norm ist.
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  • Kommentar von S. Herrman, Stuttgart
    Die ganzen Verbote sind doch albern. Es zeigt doch nur welch panische Angst die Herrschenden vor der Bevölkerung haben, wenn die Bevölkerung das ganze Ausmass der Wahrheit kennen würde. Hier in der BRD ist es doch ähnlich. Die Wahrheit wird in den Mainstream-Medien nur noch im Kabarett gesagt. In der Berichterstattung greift die Selbstzensur/allgemeine Zensur. Aber leider verstehen die meisten die Kabarattkünstler nicht, weil die Zuschauer meinen, dass dies alles Klamauk ist. Weit gefehlt.
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  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    "Alle Vorstellungen bereits ausverkauft"... die Schweiz wird ihrem Ruf als rassistischem Land mal wieder gerecht. "Darf man nicht einmal mehr lachen?", werden sie fragen... und verstehen nicht, was daran verwerflich sein soll, denn der Rassismus ist so tief Teil ihres Selbst, dass eine Reflexion darüber gar nicht möglich ist. Das ist das eigentlich Tragische – sie sehen es nicht, selbst wenn sie es wollten.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      G. Leinemann da muss ich Ihnen recht geben. Für mich sind aber auch solche brutale Games und Filme, die nicht anderes können als Menschen töten genau so schlimm. Die sollte man dann auch zensurieren, weil dies auch ein unmenschlicher Vorgang ist.
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    2. Antwort von Ursula Morf, Thun
      Herr Leinemann, mit ihren ewigen Hasstiraden auf die Schweiz gehen sie mir auf die Nerven. Aber wir haben Rede- und Meinungsfreiheit in diesem Land. Und das gilt nicht nur für Sie.
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    3. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      @Morf: Schade, dass Ihnen anscheinend dieser französische Judenhasser nicht auf die Nerven geht... haben Sie noch ein Ticket bekommen?
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    4. Antwort von M.Hufschmid, Kt. Zürich
      Schön das nicht alle Schweizer damit ein Problem haben. Man kann Rassismus auch überall suchen wo es gar keinen gibt. Rassismuskeule und sexismuskeule sind ja heutzutage inn und daher werden sie bei jeder Gelegenheit geschwungen.
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    5. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      @Hufschmid: Rassismus wird immer von denen Verleugnet, die ihm nahestehen – denn: Wie schon gesagt, sie sehen ihn nicht... selbst wenn sie es wollten!
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    6. Antwort von Marius Schmidlin, Wohlen
      Haha, das ist aber ein etwas sehr grosser Gedankensprung zu Filmen und Videospielen, was, Marlies.
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