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Schweiz Bürgerbewegung verhindert mit Trick Rückschaffung von Migranten

In der Waadt hilft eine Bürgerbewegung Migranten mit einem Trick, deren Aufenthaltsdauer zu verlängern. Das ermöglicht ihnen, danach in den Asylprozess zu gelangen. Die Behörden reagieren mit Hausdurchsuchungen – das sorgt für weitreichenden Unmut.

Legende: Video Schärfere Gangart gegen Flüchtlingshelfer abspielen. Laufzeit 06:17 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.09.2016.

Im Kanton Waadt gerät eine Bürgerbewegung unter Druck, welche sie Migranten ermöglicht, in den Asylprozess zu gelangen. Mit einem Trick verhindern die Aktivisten, dass die Menschen in andere EU-Länder rückgeschafft werden.

Das Kollektiv um die Migranten nützt ein Schlupfloch in der Gesetzgebung. Sobald ein Migrant mehr als sechs Monate in der Schweiz ist und nicht als untergetaucht gilt, hat er die Möglichkeit, in den Asylprozess zu gelangen.

Die Aktivisten melden sich als Paten für die Migranten. Sie bieten ihnen ein Zuhause an, nehmen sie in Obhut. Damit können sie nicht ausgeschafft werden. Das Kollektiv wird breit unterstützt von Politikern und Künstlern.

Alt CVP-Nationalrat Jacques Neirynck ist einer von ihnen. Er begründet seine Motivation, den Migranten zu helfen so: «Das internationale Recht sagt: Wenn Flüchtlinge ankommen, muss man sie annehmen, wenn ihr Leben gefährdet ist. Das Dublin-Abkommen dagegen sagt: Man muss sie annehmen – ausser sie waren schon in einem anderen EU-Land.» Aber: Da die Schweiz keine Aussengrenzen habe, müsse sie gar nie jemanden aufnehmen.

FDP-Regierungsrat Philippe Leuba hält dagegen: «Dublin-Fälle werden in europäische Länder zurückgeschickt.» Sie hätten also gute Chancen auf ein Asylgesuch in einem europäischen Land.

So wollen die Behörden auch nicht länger zuschauen. Vergangene Woche nahm die Polizei Hausdurchsuchungen bei mehreren Paten vor. Seither gehen die Wogen in der Waadt hoch.

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76 Kommentare

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  • Kommentar von Ben Fisch (Blackbird)
    Das erinnert mich an Engagements grosser Leute, wie z.B. Paul Grüninger. Auch er wurde zu seiner Zeit nicht verstanden, beleidigt, fertig gemacht und schliesslich verstossen. Heute gilt er als Held und es werden Strassen und Fussball Stadien nach ihm benannt. Ein grosses BRAVO an alle diese vernunftgesteuerten Menschen, welche sich für die Menschlichkeit in unserem Land opfern! Man wird es ihnen danken... irgendwann...
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Ich verstehe nicht, weshalb man sich über diese Meldung so echauffieren kann. Jeder weiss, dass in einem Rechtsstaat die Gesetze angewendet werden, so wie sie gestrickt sind. Und jeder weiss, dass jedes Gesetz Lücken aufweist. Wer diese Menschen verurteilt oder wie immer dumm anmacht, der sollte sich bewusst sein, dass auch er irgendwann einmal froh sein könnte, wenn ihn ein Anwalt wegen einer Gesetzeslücke raushaut. Aber wenn es um Flüchtlinge geht kann sich jeder hier nett aufregen..
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Wenn es um Ihre Ideologie geht, Herr Bächler, dulden Sie offensichtlich sogar noch das Aushebeln unseres Rechtsstaates, den Sie sonst immer wieder als unantastbar beurteilen und bei Ihren SVP-Attacken immer einbauen! Es mag sein, dass Ihre dermassen verhassten Politiker oft stur und hart argumentieren! Aber diese "Hardliner" haben wenigstens eine Linie, auf die wir uns Bürger(innen) fixieren und verlassen können!
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  • Kommentar von HP Korn (HaPeChe)
    (xter Versuch) Nun ja, wären die Migranten - gemäss einer aktuellen Umfrage (Suche im Internet nach "Wunschflüchtling") - weiss, christlich, weiblich und von Beruf Ärztin würde man sie doch auch in der Deutschscheiz ohne Tricks willkommen heissen. So macht es derzeit bereits die Türkei: Ankara erteilt auch jenen Syrern kein Exit-Visum, welche in das Land ausreisen können, das sie aufnehmen will, falls es Akademiker sind.
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