Umstrittene Direktzahlungen Bund streicht über 7000 Bauernbetrieben die Gelder

Kühe in einem Stall. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bauernvertreter halten die Bedingungen für Subventionen zu streng, Tierschützer für zu milde. Keystone

  • Sechs Prozent aller Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sind 2016 mit einer Kürzung der Direktzahlungen sanktioniert worden.
  • Diie Kürzungen belaufen sich auf rund acht Millionen Franken. Ein Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Sonntagszeitung».

7230 Bauernbetriebe mussten im vergangenen Jahr mit weniger Bundesgeld auskommen. Jürg Jordi, Sprecher des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), hat einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigt. Bei den Kontrollen zeigten sich Mängel bei der Umsetzung der Bedingungen für die Zahlungen.

Gemäss dem Bundesamt handelt es sich bei etwa zehn Prozent der sanktionierten Bauernhöfe um schwere Verstösse gegen den Tierschutz oder gegen ökologische Vorschriften.

Der Schweizer Bauernverband gibt an, es handle sich oft um administrative Mängel, die auf die Tiere direkt keinen Einfluss hätten.

Umstrittenes Sanktionssystem

Der Bund richtet den Bauern Direktzahlungen für diverse Leistungen aus. Darunter finden sich etwa Beiträge für Kulturland, Versorgungssicherheit, Biodiversität, Landschaftsqualität oder Produktionssysteme. Unter letzteres fällt die Förderung besonders naturnaher, umwelt- und tierfreundlicher Produktion.

Das Sanktionssystem steht von verschiedener Seite in der Kritik. Bauernvertreter halten es für zu streng. Tierschützer gehen davon aus, dass viele der Sanktionen wegen Verstössen gegen die Tierhaltungsvorschriften erlassen wurden. Die Sanktionen seien zu mild und zu geringfügig, monieren sie.