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Klirrende Kälte im April Bund und Kantone wollen Bauern unter die Arme greifen

Legende: Audio Nach den kalten Nächten im April will der Bund helfen abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
01:43 min, aus HeuteMorgen vom 03.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Frostnächte von Ende April haben in der Schweizer Landwirtschaft einen grossen Schaden angerichtet.
  • Wegen der grossen Ernteausfälle fürchten einige Bauern um ihre Existenz.
  • Diesen Bauern wollen nun Bund und Kantone unter die Arme greifen.
  • Bis jetzt haben nur wenige Bauern ein sogenanntes Härtefallgesuch gestellt.

Die klirrend kalten Nächte Ende April haben in der Landwirtschaft grosse Schäden angerichtet. Bei einigen Bauern sind die Ernteausfälle so gross, dass sie um ihre Existenz fürchten. Nun will der Bund diesen Bauern schnell helfen.

Die Situation sei ausserordentlich, sagt Christian Hofer, Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW – und er verspricht Hilfe. «Wir helfen dort, wo es zu Härtefällen kommt. Das heisst: Wo Landwirte durch diesen Schaden fast gezwungen wären, aufzuhören oder grosse Liquiditätsprobleme bekämen.»

Diesen Bauern will der Bund zusammen mit den Kantonen mit schnellen, zinslosen Darlehen helfen. Schon lange gibt es beim Bund einen Betriebshilfefonds für Bauern in unverschuldeten Notlagen. Darin sind aktuell 155 Millionen Franken.

Wir helfen dort, wo es zu Härtefällen kommt.
Autor: Christian HoferVizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft

Ein Drittel davon – rund 50 Millionen Franken – soll jetzt Bauern mit grossen Frostschäden zur Verfügung stehen. Sie können beim jeweiligen Kanton ein Gesuch stellen und daraufhin wird ihre Schadenssituation beurteilt.

Theoretisch sind bis zu 800'000 Franken Unterstützung pro Betrieb möglich, je nach Höhe der Schäden. Aber: «Wir können hier nicht alle Ertragsausfälle vergüten», sagt BLW-Vizedirektor Christian Hofer. Denn: Die Bundeshilfe ist explizit als Hilfe in der Not gedacht.

Erst im Herbst oder Winter Klarheit über Ernteverlust

Bis jetzt haben nur wenige Bauern ein solches Härtefallgesuch gestellt. Bauern, bei denen der Ernteverlust schon jetzt gross und bezifferbar ist – hierbei geht es um Kirschen oder Aprikosen.

Doch bei vielen Betrieben ist erst im Herbst oder Winter klar, wie gross die Frostschäden tatsächlich sind – zum Beispiel bei den Winzern. Und gerade im Rebbau besteht immer noch die Hoffnung, dass sich die Pflanzen im Sommer vom Frost wieder erholen und der Ernteausfall doch nicht so gross wie befürchtet sein wird.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von C Roth (C Roth)
    So wie ich diesen Artikel verstehe, erhalten diese Landwirte "lediglich" zinslose Darlehen. Es geht also hauptsächlich darum, dass diese weiterhin ihre Rechnungen bezahlen können. Geschenkt wird dem Betrieb also höchstens der Zins, was für Bund und Kantone in Zeiten von Negativzinsen nicht wirklich von Bedeutung ist...
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  • Kommentar von Walter Liechti (Walimann)
    Hoffentlich wird nicht einmal mehr den Grossbetrieben geholfen, die eh schon bei den Direktzahlungen bevorzugt behandelt werden.
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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Ich sehe nicht ein wieso das als unverschuldet gilt. Für Bauern ist Ernteausfall durch Wetter ein typisches Betriebsrisiko, da sollen die sich gefälligst auf eigenen Kosten gegen versichern. Es kann doch nicht sein dass trotz der Subventionen der Steuerzahler auch noch das Betriebsrisiko übernehmen muss.
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    1. Antwort von L. Leuenberger (L.L.)
      Aber für sinnlose Asylverfahren, die jahrelang dauern,bevor 75% als nicht berechtigt erklärt werden,dafür soll doch der Steuerzahler zahlen.Für Abermio Gelder für die Nothilfe für die Abgewiesenen, die sofort das Land verlassen sollten,zahlt der Steuerzahler wieder ohne gefragt zu werden. Wenn es jemand verdient,Subventionen zu bekommen, sind es die Bauern in der CH.Man hat sie gnadenlos der billigen Konkurrenz der EU untergeordnet.Die Politik macht zu wenig,jeden Tag verschwinden Bauerbetriebe.
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    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Das ist ein Jahrhundert-Schadenfall, niemand konnte sich an ein solches Ereignis erinnern. Es besteht keine Versicherung, doch soll nun eine solche verwirklich werden. Ich habe den Eindruck, dass viele Mitmenschen wegen der Globalieserung sich nicht mehr bewusst sind, dass Nahrungsmittel das Wichtigste sind um zu überleben. Sie motzen wegen der Preise, die kaum noch 10 Prozent ihrer Ausgaben betragen.
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    3. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Ich sage ja gar nichts gegen die Subventionen im Sinne der Versorgungssicherheit. Die sind richtig und wichtig, aber man darf nicht zu viel helfen, die Betriebe müssen trotzdem ihre Finanzen noch selbst balancieren. Wenn der Bund jedesmal bei Entreausfällen helfen würde, dann wär das ein Anreiz für Bauern zu risikoreich zu wirtschaften, weil der Bund hilft wenn es schiefläuft und das hohe Risiko mehr Gewinn verspricht im Erfolgsfall.
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    4. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Versorgungssicherheit - Die Anbauschlacht wurde im 2. Weltkrieg fuer 4 Millionen Einwohner eusserst knapp gewonnen. Und heute sollte es wegen der sperrangelweit offenen Grenzen auch fuer Auslaender ohne Familienbande zu Schweizern fuer mehr als 8 Millionen reichen: Illusion....
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    5. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Dieses Geld bleibt wenigsten im Land & wir alle profitieren davon. Von allen den Milliarden, welche wir ins Ausland zahlen, haben wir nichts. S'Wetter immer ein Risikofaktor ist, sind solche Versicherungen sehr teuer. Wenn dann dadurch die Produkte teurer würden, wäre das für Billigkonsumenten auch wieder ein Grund für Kritik.
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    6. Antwort von Verena Bensaddik (V. Bensaddik)
      Sie sind lustig! Eine solche Versicherung gibt es schlicht nicht. Und wir reden hier von bis zu 100% Ernteausfall. Für einige Betriebe bedeutet das 0Fr Umsatz, wobei die Betriebskosten gleich hoch sind wie in anderen Jahren! Wenn der Bund schlecht arbeitenden Banken unter die Arme greifen kann, dann wohl auch Unternehmern, die absolut unverschuldet in Bedrängnis geraten!
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