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Ab 2018 sollen jährlich 1000 Flüchtlinge eine Vorlehre machen
Aus HeuteMorgen vom 15.03.2017.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
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Intergrationsvorlehre Bund will Flüchtlingen den Berufseinstieg erleichtern

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Jahre nach Ankunft in der Schweiz sind fast zwei Drittel der Flüchtlinge immer noch arbeitslos und leben von der Sozialhilfe.
  • Eine einjährige Vorlehre soll ihnen nun den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.
  • Das Pilotprojekt Integrationsvorlehre startet nächstes Jahr. Heute orientiert das Staatssekretariat für Migration die Kantone, die es umsetzen sollen.
  • Der Bund stellt dafür 54 Millionen Franken in den nächsten vier Jahren zur Verfügung.
  • Die Kantone haben bis im September Zeit, sich zu bewerben.

Viele Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene rutschen in die Sozialhilfe, weil sie keine Arbeit finden, wie Adrian Gerber vom Staatssekretariat für Migration (SEM) erklärt. «Es ist daher von gemeinsamen Interesse, dass sie rasch beruflich integriert werden und von der Sozialhilfe wegkommen.»

Es ist von gemeinsamen Interesse, dass sie rasch beruflich integriert werden und von der Sozialhilfe wegkommen.
Autor: Adrian GerberLeiter der Abteilung Integration beim SEM

Klar ist, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit einem ordentlichen Berufsabschluss steigen. Ziel der Integrationsvorlehre sei, jährlich bis zu 1000 Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Menschen dazu zu befähigen, eine Berufslehre zu machen, sagt Gerber.

Ein Erfolg im Kanton Glarus

Einzelne Kantone und Unternehmen wollten nicht auf das Pilotprojekt des Bundes warten und haben ähnliche Projekte in eigener Regie bereits angestossen. In Glarus zum Beispiel nehmen seit letztem Herbst 12 Flüchtlinge an einem Berufseinführungsprogramm teil.11 sind nach wie vor dabei. Die meisten von ihnen werden im Sommer wohl eine richtige Lehre antreten können.
Für Andreas Zehnder Abteilungsleiter Soziales beim Kanton Glarus ist das Berufseinführungsprogramm eine Erfolgsgeschichte. «Wir möchten dieses Programm weiterführen und es auch weiterentwickeln. Da ist die Unterstützung des Bundes sehr sinnvoll.» Der Bund bezahlt 13'000 Franken pro Kopf und Jahr.

Erwartungen zu hoch?

Roger Cuennet, Rektor der Berufsfachschule in Ziegelbrücke/GL, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. Das Berufseinführungsprogramm versuche, Jugendliche in Berufsfelder hineinzubringen, in denen es eh schon viele Lehrstellensuchende gebe und daher Arbeitslosigkeit entstehe. «In diesen weniger qualifizierten Berufen ist es wirklich schwierig, und das Angebot an Bewerbern gross.»

Das Gastgewerbe, die Landwirtschaft, die Baubranche rekrutierten heute viele Angestellte im Ausland.
Autor: Adrian Gerber

Klar brauche die Schweiz vor allem hoch qualifizierte Berufsleute, bestätigt Adrian Gerber, aber eben nicht nur. Das Gastgewerbe, die Landwirtschaft, die Baubranche rekrutierten heute viele Angestellte im Ausland.

«Es ist doch viel sinnvoller, wenn Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene, die hier sind und Sozialhilfe erhalten, ausgebildet werden, um diese Arbeitsstellen zu besetzen.»

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    2016 waren gegen 70'000 Leute im Asylprozess, 46'000 Anerkannte/vorläufig Aufgenommene. 2/3 arbeitslos, 83% Soz'bezüger. Anteil Kinder weiss ich nicht, vermutlich kein grosser. Laut NZZ sind nach 5J immer noch ca 3/4 arbeitslos, u.das muss nicht zwangsläufig mit Hürden zusammenhängen. Erinnern wir uns doch einfach an das Flüchtlingsarbeitsprojekt 2015/16. Von allen meldeten sich 6, 3 sind geblieben. Was denkt sich dabei der Steuerzahler, der 10'000en Unterhalt+Berufseinstieg finanzieren muss.
    1. Antwort von Thomas Mann  (Freidenkerin)
      Ein Steuerzahler denk, dass seine Steuern schon für weniger Sinnvolles ausgegeben worden sind.
    2. Antwort von A. Zuckermann  (azu)
      Meinen Sie das Flüchtlingsarbeitsprojekt in der Landwirtschaft in Baselland und Graubünden, wovon alle Beteiligten, Bauern wie Flüchtlinge, ein sehr positives Fazit zogen?
    3. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      A.Zuckermann, nein. Es war ein Projekt auf nationaler Ebene. Trotz 3200.-/Mt stiess das Angebot auf wenig Begeisterung, Bauern fanden kaum Flüchtlinge. Ernüchterung beim Bauernverband, hiess es im 10vor10, sie mussten wieder Hilfe aus dem EU-Raum einstellen. Bei der Suche nach Gründen wurden vor allem kulturelle Hintergründe erwähnt: ungewohnte Arbeit in der Landwirtschaft, die bei ihnen zu Hause von Frauen erledigt würde. (!)
  • Kommentar von W. Ineichen  (win)
    Wenn jeder "Flüchtling" gleich bei der Ankunft in der Schweiz zu einer Arbeit verpflichtet würde, kämen sofort keine mehr.
    1. Antwort von Thomas Mann  (Freidenkerin)
      Ersten: stimmt die Aussage nicht. Zweitens: Wäre das denn wünschenswert?
    2. Antwort von A. Zuckermann  (azu)
      Herr Ineichen: Ihr Kommentar zeugt nicht von viel Ahnung.
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Und die Schweizer müssen um eine Lehrstelle kam,pofen.
    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Frau Zelger, es müssen alle Jugendlichen um eine Lehrstelle kämpfen, aber massiv schwieriger ist es für solche ohne Schweizer Pass. Nur, was hat das mit der unverzichtbaren Integration von Flüchtlingen zu tun? Können Sie mir den Zusammenhang erklären?