Bundespräsident: Japan soll Todesstrafe abschaffen

Freundlich im Ton – direkt in der Sache. Didier Burkhalter hat Japan den Schweizer Standpunkt in Sachen Todesstrafe verdeutlicht. Ansonsten spielten bei dem Treffen der beiden Aussenminister vor allem Gemeinsamkeiten eine Rolle.

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Bildlegende: Bundespräsident Burkhalter (rechts) will zudem, dass die Staaten in Sicherheitsfragen enger zusammenarbeiten. Keystone

Bundespräsident Didier Burkhalter hat Japan gebeten, die Todesstrafe abzuschaffen. Dies sagte der Aussenminister gegenüber seinem Amtskollegen Fumio Kishida in Tokyo.

Thema des Treffens von Burkhalter und Kishida war die Zusammenarbeit der Justiz, wie Jean-Marc Crevoisier, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), mitteilte. Der Bundespräsident habe vorgeschlagen, dass im bilateralen Dialog zwischen den Ländern auch die Todessprache besprochen wird, dessen weltweite Abschaffung sich die Schweiz wünsche.

Unterstützung des Montreux-Dokuments

Burkhalter schlug zudem vor, dass die Staaten im Raum Asien-Pazifik in Sicherheitsfragen enger zusammenarbeiten würden – ähnlich dem Modell der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Er bot Kishida an, dass Japan die Diskussionen innerhalb der OSZE während des diesjährigen Präsidiums der Schweiz und darüber hinaus mitverfolgt.

Aussenminister Kishida sicherte laut EDA-Angaben die Unterstützung für das sogenannte Montreux-Dokument zu. Dieses Papier, das 2008 von 17 Staaten verabschiedet worden war, soll helfen, Verfehlungen und Missbrauch privater Militär- und Sicherheitskräfte zu verhindern.

Gleiche Werte und Ziele sowie alpines Sumo

Am zweiten Tag seiner Japan-Reise traf Burkhalter zudem den japanischen Kronprinzen Naruhito. Der Thronfolger dankte der Schweiz für ihre Solidarität nach dem verheerenden Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami im Jahr 2011.

In seiner Rede sagte Burkhalter, dass Japan und die Schweiz trotz geographischer, kultureller und geschichtlicher Unterschiede viele gemeinsame Werte und Ziele hätten. So würden beide Ländern bei den Vereinten Nationen in 95 Prozent der Fälle gleich abstimmen. Auch die Nationalsportarten würden sich ähneln: «Unsere heisst Schwingen – auf den ersten Blick gleicht sie einer alpinen Version von Sumo.»

Der Bundespräsident weilt bis Donnerstag in Japan. Anschliessend reist Burkhalter an die Olympischen Winterspiele in Sotschi weiter. Anlass des Besuchs ist der 150. Jahrestage der Unterzeichnung eines Freundschafts- und Handelsvertrags zwischen der Schweiz und Japan.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Didier Burkhalter zu Besuch in Japan

    Aus Tagesschau vom 3.2.2014

    Grund für die viertägige Reise des Bundespräsidenten sind die Feierlichkeiten «150 Jahre diplomatische Beziehungen der beiden Länder». Zum Auftakt trafen Burkhalter und seine Frau Friedrun das japanische Kaiserpaar.