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Schweiz Bundesrat gibt Dalai Lama einen Korb

Im April wird der Dalai Lama die Schweiz besuchen. Der Bundesrat empfängt ihn auch diesmal nicht. Mit einer neuen Begründung: Er will keine diplomatischen Beziehungen mit der Exilregierung Tibets. Der Dalai Lama nimmt's gelassen.

Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) und die parlamentarische Gruppe Tibet sind enttäuscht. Sie hatten den Bundesrat gebeten, den Dalai Lama im April zu empfangen – und erhielten eine Absage.

«Keine offizielle Anfrage von tibetischer Seite»

Allerdings werden dieses Mal nicht terminliche Gründe angeführt, sondern politische. Die Schweiz pflege keine diplomatischen Beziehungen mit der tibetischen Exilregierung, heisst es.

Der Dalai Lama hält sich die Hand über die Stirn, weil er geblendet wird
Legende: Seit 1991 ist der Dalai Lama viermal von Bundesratsmitgliedern empfangen worden. Zuletzt vor acht Jahren. Reuters

Die Schweiz habe die Exilregierung nicht anerkannt, erläuterte Jean-Marc Crevoisier, Sprecher des Aussendepartements. Aus Schweizer Sicht sei Tibet eine autonome Region innerhalb Chinas. Abgesehen davon habe der Bundesrat keine offizielle Anfrage von tibetischer Seite erhalten.

Von China eingeschüchtert?

Die Volksrepublik betrachtet Regierungstreffen mit dem Dalai Lama als «Ermutigung für den tibetischen Separatismus». Die Haltung des Bundesrates habe wohl mit den laufenden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit China zu tun, so die GSTF.

Das Bundeshaus bleibt dem Dalai Lama indes nicht gänzlich verschlossen: Nationalratspräsidentin Maya Graf werde seine Heiligkeit empfangen, schreibt die GSTF.

19 Kommentare

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  • Kommentar von christa demir-pomsel, hof breitlen 3
    es gelingt der offiziellen schweiz, scheinbar nicht über ihren "geldschatten" zu springen und den dalai lama als mensch willkommen zu heissen. das wäre wohl das mindeste. frau merckel hat dies meines erachtens geschaft- das zeigt nur zu gut, der dalai lama steht als mensch, wo anders als der bundesrat. schade, wie lang dauerts noch.
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    UNSINNIG, das Rad der Geschichte zurückdrehen zu wollen. MIT 9/11 HAT DIE WESTLICHE DEMOKRATIE ABGEDANKT UND jeglichen moralischen Führungsanspruch VERLOREN. Tibeter sollen dankbar sein, einer so grossen Nation anzugehören. China war schon Weltmacht und Nation als unsere Vorfahren unten am Seelein noch pfahlbauerten. Ich plädiere für Anschluss der CH an fleissiges CN+NICHT an faule EU. China wird Macht, wie es sie auf dieser Erde noch nie gab + Kaiser heisst jetzt einfach anders.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Rudolf R. Blaser sind Sie Jesuit mit dem Grundsatz der Zweck heiligt die Mittel? Je mehr der Wohlstand in China die Massen erreicht, desto mehr verlangt das Individum nach mehr pers. Freiheit. China war z.Zt. als wir noch phalbauerten, dort nicht präsent. Tibet war ein unabhängiges Reich, entstanden im 7. Jahrh. u. bis ins 10. Jahrh. die Macht in Zentralasien. Mit dem Vertrag v. St. Petersburg 1907 gelangte der Tibet in den Einflussbereich v. China! Sich erst informieren, dann schreiben!
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    2. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      @Harald Girschweiler:VerdankeVotum.Informationen stammenALLEvon Wikipedia,der f.Enzyklopädie.Laut derselben müsste ich,um der Gesellschaft Jesu anzugehören,katholisch+gebildet sein,was bei mir leider beides nicht zutrifft.Macht aber auch nichts,bin mit gesundem Menschenverstand+holder Gnade bisher bestens über die Runden gekommen.Freiheit ist ein grosses Ding+glückliche Sklaven sind wahrscheinlich die erbittertsten Feinde derselben.Welches Mittel derZweck heiligte, weiss ich nicht.
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    3. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      @Harald Girschweiler 2:Ihr Votum überFreiheit beschäftigte mich heute den ganzen Tag.Dachte daran,dassSokrates vor ca.2’500Jahren meinte,dass je weniger einer braucht,desto mehr er sich denGöttern nähere,die gar nichts brauchen.IM KLARTEXT HEISST DIES EIGENTLICH,DASS NUR DER WIRKLICH FREI IST, DER NICHTS ZU VERLIEREN HAT.Wie wir als Winzlinge,wird das gigantische+tüchtigeVolk derChinesen aber danach streben, mehr als nur1Wohnung zu erwerben.FREIHEIT SPIELT DA ÜBERHAUT KEINE ROLLE!
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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Ich nenne es schon sehr zwiespältig, mittels wirtschaftl. Beziehungen die Tyrannendiktatur in China zu stärken, hier demokrat. Verhältnisse zu predigen und andererseits Förderer eben solcher auszugrenzen. Mit jedem CHF für chin. Produkte wird die Diktatur C.s gefördert, Kaufkraft umverlagert. Diese Devisenüberschüsse(!) reinvestiert C. hier in Europa und den USA. Kuscht die Regierung vor der EU, dann erst recht vor C.. Wirbellose Wirtschaftsgünstlinge zu Bern gefährden die Demokratie.
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