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Schweiz Bundesrat: Muslime sind in der Schweiz gut integriert

Wie steht es um die islamistischen Hassprediger? Gibt es bald Sharia–Recht in der Schweiz? Wie gut sind die Muslime wirklich integriert? Jetzt hat der Bundesrat einen ausführlichen Bericht zur Situation der Muslime in der Schweiz verfasst – und gibt Entwarnung.

Legende: Video Bericht zu Muslimen in der Schweiz abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.05.2013.

Es gibt ihn und sie nicht – den typischen Muslim, die typische Muslimin. Das stellt der Bundesrat in seinem Bericht fest. Die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz sei nämlich keine homogene Gruppe. Sie bestehe vielmehr aus verschiedenen Gemeinschaften, die untereinander kaum vernetzt seien.

Religion nicht wichtigstes Merkmal

Konkret: Der Muslim aus dem Kosovo hat mit der Muslima aus dem Sudan wenig bis gar nichts zu tun. Denn die Religionszugehörigkeit bildet bei den 350'000 bis 400'000 Musliminnen und Muslimen in der Schweiz nicht das wichtigste Merkmal ihrer Identität. Vor allem Muslime aus dem Westbalkan lebten den Islam eher im Sinne eines Brauchtums, heisst es im Bericht.

Sprache und Ausbildung

So erstaunt es kaum: Gibt es Probleme bei der Integration, dann nicht eigentlich wegen der Religion. Sibylle Siegwart vom Bundesamt für Migration: «Bei Muslimen mit Migrationshintergrund stehen zum Beispiel bei der Arbeitssuche vor allem sprachliche Hindernisse im Weg, oder der Betroffene hat keine entsprechende Ausbildung.»

Die gängigen Intergrationsangebote reichten darum, um die Einbindung der muslimischen Einwanderer zu garantieren. Spezifische Massnahmen seien nicht nötig, so der Bundesrat.

Tatsächlich? Alles kein Problem? Fragt da wohl manch einer kritisch. Und denkt an die Islamisten, die auch hier in der Schweiz ihr intolerantes Gedankengut verbreiten. Dazu heisst es im Bericht, dass in der Schweiz nur eine vergleichsweise kleine Anzahl Islamisten oder Salafisten lebten.

Muslime wehren sich gegen Extremisten

Hassprediger, gebe es zwar, so auch Sibylle Siegwart vom Bundesamt für Migration, und in rund einem Dutzend Moscheen der Schweiz werde eine extremistische Auslegung des Islams gelehrt. Allerdings: «Die grosse Mehrheit der Muslime wehrt sich und klagt darüber. Auch im Rahmen des Muslim-Dialogs, der stattgefunden hat zwischen Bund, Kantonen und Vertretern der muslimischen Gesellschaften, haben sie sich klar davon differenziert.»

Auch die Befürchtung, dass die Sharia – das islamische Recht– immer mehr Bedeutung gewinne unter Muslimen in der Schweiz, sei unbegründet: «Die Propaganda von gewissen Islamisten stossen nicht auf fruchtbaren Boden in der Schweiz. Und das weil 90 Prozent der in der Schweiz lebendenden Muslime aus Staaten kommen, die eine ähnliche Rechtsordnung aufweisen.» Die meisten Muslime in der Schweiz kommen aus dem Westbalkan oder der Türkei.

Deshalb stelle sich die Frage nach der Vereinbarkeit von islamischem und schweizerischem Recht gar nicht. Der islamistische Extremismus sei in der Schweiz nicht in der Lage, den Rechtsstaat und die Demokratie in den Grundfesten zu gefährden – schreibt der Bundesrat in seinem Bericht.

(basn; schl)

Bericht nach Minarett-Verbot

Nach der Annahme des Minarett-Verbots 2009 hatten Parlamentarier mehr Informationen zur muslimischen Bevölkerung verlangt. Der Bundesrat hat nun einen entsprechenden Bericht vorgelegt. Demnach leben zwischen 350'000 und 400'000 Muslime in der Schweiz. Rund ein Drittel sind eingebürgert, viele leben in der 2. und 3. Generation hier.

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Ein Lob an SRF,es hält das Forum zu diesem Tabuthema offen u.hat bis anhin noch keinen meiner Beiträge zensiert,vielen Dank!Darüber zu reden ist wichtig,nicht nur für Nichtmuslime.Muslime,bes.sog.moderate,sollten wirklich auch ihr eigenes Verhalten hinterfragen,ihre hochgelobte Integration,die keine ist,die Forderung nach Rel'freiheit,die sie uns+in eigenen Reihen verweigern,betäubungsl.Schächten/Import,Gleichstellung von Mann+Frau,opt.Abgrenzung etc.Löst endlich eure altertüml.Ketten!
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  • Kommentar von Hans-Joachim Müller, Bern
    "...die eine ähnliche Rechtsordnung aufweisen. Die meisten Muslime in der Schweiz kommen aus dem Westbalkan oder der Türkei." Soso, dann entspricht es also z.B. auch unserer Rechtssprechung, eine untreue Ehefrau oder "unanständige Töchter" umzubringen? So viel Blödsinn auf so wenig Zeilen wie dieser "Bundesratsbericht" habe ich schon lange nicht mehr gelesen!
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    1. Antwort von F. Zuber, Solothurn
      Aha. Alle Türken, Albaner und Bosnier bringen ihre Töchter um, nur weil es EINZELNE unter ihnen getan haben. Sind jetzt alle Katholiken Pädophile, nur weil EINZELNE Buben misshandelt haben? Nein. Differenzieren Sie etwas mehr in Ihren Gedanken... Welche Rechtssprechungen auf dem Balkan sagen denn, man soll untreue Ehefrauen umbringen? Waren Sie schon mal dort, um das sagen zu können?
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  • Kommentar von F. Zuber, Solothurn
    Entweder es gibt Religionsfreiheit, was der Fall ist, oder nicht. Entweder sind wir eine Demokratie mit Menschenrechten für -alle- oder eine engstirnige und islamophobe Bergrepublik. Beides geht nicht. Wir müssen uns entscheiden. Die meisten hier verstehen sowieso nicht mal, was das Wort "Integration" bedeutet.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Hr.Zuber ich bin mir nicht sicher ob Sie dies wissen, was Integration ist.? Sie arbeiten vielleicht an so einer Stelle, wo Sie diese Menschen integrieren wollen. Die Frage ist nur wollen gewisse wirklich integriert werden oder sind sie überfordert, da sie ja auch eine andere Mentalität und Glauben haben. Desshalb finde ich Ihren Kommentar etwas überheblich zu glauben man verstehe nicht was integration ist. Denn jeder Mensch ist sich selber am nächsten. Dies sollte die Person selber entscheiden
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    2. Antwort von Sigi Peterer, Neuwilen
      Genau, Herr Zuber. Die Attentäter von 9/11 waren auch toll integriert in Deutschland. Die Bomber von Bosten waren auch super integriert ... oder? Bitte belehren sie uns, warum diese Leute fantastisch integriert waren. Danke.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      F. Zuber, wie unten schon erwähnt, Integration bedeutet Verschmelzung. Der Widerwille zur Verschmelzung findet man aber fast ausschliesslich auf muslimischer Seite und zwar in jeder Hinsicht. Ob man da nicht eher von Westophobie der Muslime sprechen sollte?
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    4. Antwort von F. Zuber, Solothurn
      Fr.Artho, woher wissen Sie denn, wo ich arbeite, wie kann man nur eine solche Idee haben? Viele Schweizer wissen wirklich nicht, was Integration bedeutet. Einige verwechseln es mit Assimilierung. Viele sind sowieso nicht bereit, mit Muslimen zu reden, geschweige denn mit den "diskriminierten" "Kopftuch-Muslimas". Wie soll so eine Integration überhaupt stattfinden? Man kann nicht immer mit dem Finger auf die anderen zeigen und selber nichts tun.
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    5. Antwort von F. Zuber, Solothurn
      Hr. Peterer, was haben 9/11 und Boston mit Integration zu tun? Das waren Kriminelle, wie Breivik und andere nicht-muslimische Mörder. Oder war Breivik auch nicht integriert? Das ist doch Chabis, was sie behaupten... Kriminalität bei Muslimen bedeutet nicht gleich Desintegration, ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen? Es gibt "schwarze Schafe" in jeder Kultur, Religion, Gemeinschaft, Stadt, Verein usw. Das zu verallgemeinern ist zu engstirnig und zeugt von "Unaufklärung"...
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    6. Antwort von F. Zuber, Solothurn
      Hr. Hermann, ich kann Ihnen versichern, dass der Grossteil der Schweizer Muslime sich in ihrem Wohnland integrieren will. Die meisten wissen aber nicht wie. Sie werden nur in Deutsch-Kurse geschickt und basta. Dann werden die Kopftuch-Musliminnen immer noch böse und schräg in der Öffentlichkeit angeschaut. Und wenn sich eine Hippie oder Nonne mit Kopftuch oder eine Tamilin mit farbigem Gewand zeigen, dann gibt es wieder plötzlich Toleranz und die bösen Blicke sind weg...unfair...
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