Falsche Viagra & Co. Bundesrat sagt Fälschern von Medikamenten den Kampf an

  • Der Bundesrat will den Handel mit gefälschten Heilmitteln stärker bekämpfen.
  • Gegen Medikamentenfälscher soll in Zukunft verdeckt ermittelt werden können.
  • Auf Medikamentenschachteln sollen Sicherheitsmerkmale angebracht werden. Damit sollen diese wie Banknoten auf ihre Echtheit überprüft werden können.
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Problem Online-Markt

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO machen gefälschte Medikamente in industrialisierten Ländern nur etwa 1 Prozent des Marktes aus. In einigen Ländern Lateinamerikas, Südostasiens und Afrikas ist es aber fast ein Drittel. Gravierend ist die Situation im Internet: 2008 ergab eine Studie, dass 60 Prozent der gelieferten Medikamente gefälscht waren.

Der Bundesrat will Medikamentenfälschern das Handwerk legen. Gegen sie soll künftig verdeckt ermittelt werden können. Zudem sollen auf Verpackungen von Heilmitteln Sicherheitsmerkmale angebracht werden können.

Diese sollen eine Identifikation ermöglichen und verhindern, dass Fälschungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten in die legale Lieferkette eingeschleust werden. Für die Hersteller soll das Anbringen von Sicherheitsmerkmalen freiwillig sein.

Diese Vorschläge macht der Bundesrat im Zusammenhang mit der Umsetzung der Medicrime-Konvention des Europarats. Das ist ein internationales Übereinkommen, das den illegalen Heilmittelhandel verhindern will. Die Schweiz erfüllt die Anforderungen schon weitgehend, doch punktuell sind Anpassungen des Heilmittelgesetzes und der Strafprozessordnung nötig.

Der Bundesrat hat nun die Botschaft dazu ans Parlament überwiesen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gefälschtes Viagra aus Asien

    Aus Tagesschau vom 2.5.2016

    Die Zahl ausländischer Pakete, die die Schweizerische Post ausliefert, ist um 16 Prozent gestiegen. Oft handelt es sich um illegale Ware. Die Post ist bei der Aussortierung der vielen Pakete vor grosse Herausforderungen gestellt.