Burkhalter: Keine Verhandlung mit Terroristen

Diese Enthüllung hat für Aufsehen gesorgt: 1970 soll Aussenminister Pierre Graber einen Pakt mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO geschlossen haben. Erstmals spricht Didier Burkhalter über den umstrittenen Deal.

Bundesrat Didier Burkhalter am WEF in Davos, neutrales Portrait Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Didier Burkhalter: «Der PLO-Pakt wirft viele Fragen auf.» Keystone

Pierre Graber, Aussenminister zwischen 1970 und 1978, traf Farouk Kaddoumi von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO im Herbst 1970 in einem Genfer Hotel. Dies schreibt NZZ-Reporter Marcel Gyr in seinem Buch «Schweizer Terrorjahre».

Die Vereinbarung wurde als Reaktion auf mehrere Terroranschläge in der Schweiz getroffen. Der schwerwiegendste davon war der Bombenanschlag auf eine Swissair-Maschine im Februar 1970 bei Würenlingen/AG. Bei dem Absturz kamen 47 Menschen ums Leben.

«Noch viele Fragen offen»

Bundesrat Didier Burkhalter zeigte sich gegenüber SRF überrascht von dem Pakt zwischen der Schweiz und der PLO. Es seien viele Fragen offen, sagte Burkhalter. Die Diskussion wie stark der angebliche Deal mit der damals auch terroristischen PLO die Schweizer Aussenpolitik nach 1970 tatsächlich beeinflusst habe, müsse im Bundesrat geführt werden, vielleicht auch im Parlament.

Didier Burkhalter zum PLO-Pakt

1:16 min, aus HeuteMorgen vom 22.01.2016

Weiter kommentieren wollte Didier Burkhalter das Abkommen nicht. Er liess jedoch Skepsis durchblicken. Aus heutiger Sicht gelte: Mit Gruppen die nur Terror als Programm hätten, mit Islamisten zum Beispiel, könne man nicht verhandeln. Die Sache müsse nun vertieft analysiert werden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel