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Schweiz Burnout im Schulzimmer – keine Seltenheit

Erstmals ist die Arbeitsbelastung von Lehrpersonen in der Schweiz untersucht worden. Das Resultat: Jede fünfte Lehrperson fühlt sich «ständig überfordert», jede dritte läuft Gefahr einen Burnout zu erleiden. Trotzdem macht den meisten Pädagogen ihr Beruf Spass.

Legende: Video Verschleissjob Lehrer abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.10.2014.

Eine Nationalfondsstudie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die erstmals schweizweit die Arbeitsbelastung von Lehrpersonen untersucht hat, zeigt: Jede fünfte Lehrperson fühlt sich «ständig überfordert». Jeder dritte Pädagoge leidet mindestens einmal pro Monat unter depressiven Beschwerden und ebenso viele sind Burnout-gefährdet.

An der repräsentativen Befragung, über welche die «SonntagsZeitung» berichtet, haben rund 600 Lehrpersonen des 5. bis 9. Schuljahres aus allen drei Sprachregionen teilgenommen.

Die Studie nennt mehrere Gründe für die hohe Arbeitsbelastung der Lehrer: Eine hohe Arbeitsmenge, Konflikte mit Eltern, schwierige Schüler und der sogenannte Präsentismus. Gemeint ist damit, dass Lehrpersonen zum Beispiel auch bei Krankheit nicht zu Hause bleiben.

Mehrfachbelastungen machen depressiv

Nicht alle Lehrergruppen fühlen sich gleich stark belastet. Frauen laufen eher als Männer Gefahr, einen Burnout zu erleiden. Die Studienautoren gehen davon aus, dass Frauen sich im Beruf mehr verausgaben und Neuerungen engagierter angehen als Männer.

Eine weitere gefährdete Gruppe sind Lehrerpersonen mit hohen Teilzeit-Pensen von 21 bis 25 Lektionen. Sie sind besonders häufig mit ihrer Arbeit überfordert oder unzufrieden damit und sie leiden häufiger unter depressiven Beschwerden. Die Studienautoren vermuten, dass Teilzeit-Lehrer besonders häufig einer Mehrfachbelastung ausgesetzt sind – etwa weil sie eine Familie haben oder eine Weiterbildung absolvieren.

Trotzdem macht der Beruf Spass

Keine Unterschiede gibt es gemäss der Untersuchung zwischen den verschiedenen Sprachregionen und Klassenstufen. Auch die Berufserfahrung hat keinen Einfluss auf die Arbeitsbelastung.

Die Studie kommt aber auch zu positiven Befunden. So ist ein Grossteil der Schweizer Lehrpersonen mit ihrem Beruf zufrieden. 87,2 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen ihr Beruf Spass mache. Rund zwei Drittel finden, dass sie ihre Fähigkeiten in ihrem Beruf voll einsetzen können und dass sie sich gerne an ihrem Arbeitsplatz aufhalten.

40 Kommentare

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  • Kommentar von Lydia Segginger, Baldegg
    Junge Erwachsene die direkt von der Ausbildung im Unterricht tätig sind, wachen erst dort auf. Lebenserfahrung, Persönlichkeit...sie selber lernen sich durch ihre Schüler kennen. Wer schult nun wen? Ueberforderung der eigenen Persönlichkeit, Burnout, ein gesellschaftliches Modewort. Ein halleluja an die Eigenverantwortung.
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  • Kommentar von Hans Hartmann, Rep. Dominicana
    Es ist nicht der Staat, nicht die Schule, nicht irgend etwas anderes des Lebends Fundament, sondern das Haus ist es. Nicht Regenten regieren das Land, nicht die Lehrer bilden das Leben, sondern Hausvaeter und Muetter tun es; nicht das oeffentliche Lebenist in einem Lande die Hauptsache, sondern das HEUSLICHE Leben ist die Wurzel von allem, und je nachdem die Wuzel ist ,gestaltet sich alles andere. Jeremías Gotthelf
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Kein Wunder, bei diesen Multikulti Schulklassen, die sich nur schwer auf einen Nenner bringen lassen. Der Lehrerberuf ist fürwahr kein Traumjob mehr, u. a. weil ein Grosstel der Schlee/innen antiautoritär erzogen wurden.
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