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Joints aus dem Supermarkt Coop «dealt» neuerdings mit Hanfzigaretten

Da die Zigaretten einen tiefen THC-Gehalt haben, ist das legal. Unproblematisch sind sie deswegen aber noch lange nicht.

Legende: Audio Coop verkauft Hanfzigaretten abspielen. Laufzeit 4:28 Minuten.
4:28 min, aus Rendez-vous vom 12.07.2017.
  • Seit letztem Jahr dürfen in der Schweiz spezielle Cannabisprodukte verkauft werden.
  • Voraussetzung ist, dass sie weniger als ein Prozent des berauschenden THC enthalten.
  • Spezialisierte Shops und Kioske verzeichnen seither einen regelrechten Boom.
  • Nun will auch Coop in das Geschäft mit den Hanfzigaretten einsteigen.

Eine sogenannte CBD-Zigarette berauscht nicht wie hochgezüchteter Hanf, sondern sie beruhigt vielmehr – wegen des hohen Cannabidiol-Gehalts. Dieser Stoff ist bekannt dafür, dass er entspannend und angstlösend wirken kann.

Coop sagt zu der neuen, legalen Cannabiszigarette im Sortiment auf Anfrage, man habe bereits andere Hanfprodukte in Angebot, wie Hanfsamenöl oder Hanfaufstrich, die wegen des speziellen Geschmacks oder Duftes gefragt seien.

Mehr als doppelt so teuer wie normale Zigaretten

Auch die Zigaretten enthielten ausschliesslich zur Aromatisierung Hanf, so Coop. Den Jugendschutz nehme man sehr ernst, und man setze die entsprechenden Richtlinien auch um. Knapp 20 Franken kostet das Päckli mit diesen leichten Cannabiszigaretten. Coop und der Hersteller erhoffen sich das grosse Geschäft.

Bloss, wie problematisch ist das aus Sicht der Suchtprävention? «Das Problem, das ich darin sehe, ist weniger die Hanfzigarette, also das CBD, das es in diesen Zigaretten gibt, sondern dass ein neues Tabakprodukt auf dem Markt ist», sagt Rahel Gall. Sie ist Geschäftsleiterin der Stiftung für Suchthilfe Contact in Bern.

Mehr Tabakkonsum durch grössere Verfügbarkeit

Denn: «Tabak ist bekannterweise eine sehr gesundheitsgefährdende Substanz. Sie macht schnell abhängig und hat langfristig massive Folgen für diejenigen, die rauchen, und für die Gesellschaft insgesamt.» Die schädigende Wirkung von CBD schätzt Gall sehr viel kleiner ein als jene, die durch den Tabakkonsum entsteht.

Auch die grössere Verfügbarkeit der Produkte, indem sie im Supermarkt erhältlich sind, berge Gefahren, so die Suchtexpertin. Etwa dass Jugendliche neu mit dem Tabak-, respektive dem CBD-Konsum beginnen würden, beurteilt sie als kritisch.

Als Einstiegsdroge sieht Gall die Hanfzigaretten mit dem hohen CBD aber nicht. «Es gibt keine Studien, die das belegen.» Das erlebe sie auch bei Contact. Zwar hätten die meisten Schwerstsüchtigen auch einmal geraucht. «Aber wer raucht, trinkt oder auch kifft, wird noch lange nicht heroin- oder kokainabhängig.»

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Silas Räber (Silair)
    Sehr schlechte Entwicklung. Viele fordern die Legalisierung des normalen Cannabis, wenn wir das haben fordern genau die, dass die Zahnbehandlung von der Krankenkasse übernommen wird! Kiffen ist das schlimmste, was man den Zähnen antun kann! 1. Hunger, 2. kein Speichel (Reinigungswirkung), 3. kein Bock auf Zahnreinigung... Ich kenne Kiffer, die hatten mehr Löcher als Zähne, und das mit weniger als 20 Jahren! Und ich bin nicht bereit, denen die Zahnbehandlung zu finanzieren...
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Ich hab fast 10 Jahre regelmässig geraucht, und hatte in dieser Zeit kein einziges Loch.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    ...und was für eine weitere, verantwortungslose "Abzocker-Mentalität"? Die Hanf-Zigaretten, würden dann etwa Fr. 20.00 kosten bei COOP und Co! COOP und Co, steigen nie in ein unlukratives "Geschäft" ein!! Begehrlichkeit "Hanf-Zigaretten"?? Zur Beruhigung der KonsumentenInnen: es gibt noch keine definitiven "Studien", für etwelche negativen Auswirkungen...bla, bla, bla!!! Aber selbstverständlich, wird die Verantwortung den "Jungen" gegenüber gewahrt!! Hä?? Wie und womit denn?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Einmal mehr, geht es um Kinder und Jugendliche, welche noch sehr beeinflussbar sind. Die Verantwortung, liegt bei den "Erwachsenen", was diese wie, der Jugend vorleben!! Und wie bei allem, geht es auch bei "Hanf-Produkten", um Dosierung und Eigenverantwortung. Wer trägt die Verantwortung bei den Erwachsenen, welche sich für die wirtschaftliche Vermarktung von Hanfzigarette und Co einsetzen?
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