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Schweiz Coop testet das Super-Huhn

Coop setzt ein Zeichen gegen die Massentötung von Küken: Der Grossverteiler startet einen Pilotversuch mit einer neuen Hühnerrasse. Die ersten 5000 Tiere der neuen Rasse leben seit wenigen Tagen auf Schweizer Bio-Bauernhöfen.

Legende: Video Projekt gegen Tötung von Küken abspielen. Laufzeit 4:00 Minuten.
Aus 10vor10 vom 31.01.2014.

«Wir betrachten das Töten der männlichen Tiere aus der Legehennen-Zucht als ethisch kritisch», sagt Basil Mörikofer von Coop. Der Grossverteiler wolle mit diesem Praxisversuch etwas dagegen unternehmen.

Projektleiter Mörikofer präsentiert «10vor10» die ersten Schweizer Tiere des neuen Super-Huhns. «Lohmann-Dual» heisst die Rasse. Das neue Huhn liefert Eier und Fleisch. Es ist ein sogenanntes «Zweinutzungshuhn». Diese neue Züchtung könnte das massenhafte Töten von männlichen Küken unnötig machen.

Heute werden bei der Legehennen-Zucht alleine in der Schweiz jedes Jahr 2,2 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Die männlichen Tiere der herkömmlichen Lege-Rassen eignen sich nicht zum Mästen.

Im Laden als Bio-Poulets zu kaufen

Der Grossverteiler startet nun einen ersten Versuch mit den «Zweinutzungshühnern». Die ersten 2500 Hennen und 2500 Güggeli der neuen Rasse leben seit wenigen Tagen auf Schweizer Bio-Bauernhöfen.

Die ersten Poulets sollen bereits Ende März in die Läden kommen. Das neue Huhn ist weniger effizient als spezialisierte Legehennen oder Mast-Rassen. Erste Praxis-Daten soll jetzt der Versuch liefern. Die Poulets und Eier aus der Spezialzucht werden deshalb leicht teurer sein.

Kritik aus der Eierbranche

Die neue Rasse hat eine Legeleistung von rund 250 Eiern pro Jahr. «Das ist wenig, das verteuert die Eierproduktion», sagt dazu Jean Ulmann von Gallosuisse. Spezielle Legerassen legen über 300 Eier pro Jahr.

Ulmann verteidigt auch die Praxis des Tötens der Küken. «Natürlich ist das nichts Schönes. Aber ein Nutztier muss nun einmal irgendwann getötet werden». Er betrachtet das neue Huhn lediglich als Nischenprodukt.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Hasan Delimen, Basel
    Ich weiss nicht wie Ihr das seht aber ich zahle gerne 50% mehr, wenn dafür nicht "unnötig" Lebewesen getötet werden.... l.g.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bundey
      Das sehen wohl die meisten so: kein unnötiges od.qualvolles Töten,wie zB Schächtritual,keine Qualzuchten,-haltungen,-transporte etc.Schön sollen es die Tiere bis am Ende haben.Artgerecht gehalten,natürlich+einheim.gefüttert...Wenns dann ums Zahlen geht,greift jeder klammheimlich ins Budjetregal,fischt sich ein de.Poulet,das zu Lebzeiten mit GT-Futter gemästet+in Massen gehalten,ruchlos in den Transporter geschmissen wurde.Keiner denkt dann daran,endlich seinen Konsum tier.Produkte zu reduzieren.
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    2. Antwort von dominique stark, aarau
      ich würde jetzt einmal behaupten, ohne fundierte anhaltspunkte, dass wenn man hühnchen verzehren würde, dass wirklich glücklich gelebt hat, d.h. ohne kraftfutter, ohni wachstumshormone, ohne antibiotika und ähnliches, mit genügend platz und freiraum, mit auslauf usw... dann würden sie nicht 50% und auch nicht 100% sondern sehr wahrscheinlich 200% mehr bezahlen. ich nehme ihnen nicht ab, dass ihnen das nichts ausmacht.
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  • Kommentar von Hans Meier, Kloten
    Auf der einen Seite finde ich es krank, dass so viele Küken getötet werden. Und auf der anderen Seite finde ich es krank, dass der Mensch einfach iergendwelche Genveränderten Tiere züchtet... Wohin das wohl alles führt...
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bundey
      Dieses sog.Superhuhn wurde jahrelang herausgezüchtet aus Kreuzungen zw.Hochleistungslegehennen-+Fleischrassen.GT ist ein gezielter Eingriff ins Erbgut+ findet im Labor statt,wo man in den Baukasten der Natur eingreift,Fremdgene einpflanzt.Gene giftproduzierender Bakterien in Pflanzen zB.od.menschl.in Tiere usf.Ein gefährlicher Blindflug, diese Turboevolution!Schade,dass man nicht auf unsre alten Kombirassen zurückgreift.Unbegreiflich,warum Mensch den Konsum tier.Produkte nicht reduzieren will.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Da könnte man auch gleich Legehennen,Kälber,Gitzi,Fohlen usf eliminieren.Das Problem ist die Turborassenzucht aller Gattungen+der mass.Fleisch/Milch/Eierkonsum.Turbomilchkühe liefern kaum Fleisch,landen nach 2J ausgelaugt oft nur noch auf der Kadaverstelle,ebenso die Legehennen,die nach 1-2J höchstens als Suppenhuhn dienen.Tierisches wird konsumiert,so od.so.Nutzvieh sollte deshalb nicht sinnlos enden.Zu befürworten wäre hingegen die Renaissance unserer alten Kombirassen+Reduktion des Konsums.
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    1. Antwort von Berta Müller, Uster
      Ein sinn- und massvoller Konsum und respektvoller Umgang alleine würde schon viel ändern...!
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