Zum Inhalt springen

Header

Video
Corona-Nachweis – Wann kommen die Schnelltests?
Aus Puls vom 07.09.2020.
abspielen
Inhalt

Corona-Tests Warten auf den Schnelltest

Der Corona-Test ist teuer und braucht viel Zeit. Deshalb wird der Ruf nach kostengünstigen Schnelltests immer lauter.

Er ist unangenehm: Der Corona-Abstrich in Nase und Rachen. Das entnommene Material braucht es für den sogenannten PCR-Test, die Testmethode, die in der Schweiz überall im Einsatz ist. Der Test spürt kleinste Erbgut-Reste des Virus auf.

Allerdings: Bis das Ergebnis da ist, dauert es. Betroffene müssen nach dem Abstrich in Quarantäne, bis sie das Testresultat erhalten. Das kann bis zu 48 Stunden dauern – zwei Tage Ungewissheit, ob man positiv oder negativ ist.

Schneller, günstiger, unkomplizierter

Deshalb wünschen sich seit Ausbruch von Corona verschiedene Branchen einen einfacheren, schnelleren Test. Etwa die Reisebranche oder das Bildungswesen.

Und jetzt kündigen immer mehr Firmen solche Schnelltests an: Roche auf Ende Monat, die Firma Abbott hat ihren Test in den USA bereits lanciert.

So funktionieren die Schnelltests

Box aufklappenBox zuklappen

Antigen-Tests funktionieren anders als der PCR-Test. Auf einem Teststreifen befinden sich spezifische Antikörper gegen das neue Coronavirus. Kommen diese in Kontakt mit Eiweissen des Virus aus einer Probe, binden sie sich und lösen eine Reaktion aus – der Test zeigt das Resultat nach rund 15 Minuten an - ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest.

Den Einsatz von Schnelltests kann sich Volker Thiel durchaus vorstellen. Er ist Virologe und erforscht am Institut für Virologie und Immunologie der Universität Bern das neuartige Coronavirus seit Beginn der Pandemie. «Schnelltests sind natürlich nicht vergleichbar mit der PCR.» Diese sei viel genauer und könne sehr viel kleinere Mengen an Virus nachweisen. «Aber Schnelltest können durchaus Viren in Mengen nachweisen, die bei hoch infektiösen Patienten zu finden sind, die also gerade eine hohe Virenlast haben.»

Die Zurückhaltung bleibt

In den Spitälern bleibt man skeptisch. Denn an die Präzision der teuren Labordiagnostik kommen die Schnelltests bisher nicht heran. Die Genauigkeit der Geschwindigkeit opfern, ist deshalb vorerst kein Thema.

Da müsste der Schnelltest laut Katharina Rentsch, Leiterin der Labormedizin am Universitätsspital Basel, mehr können: «Er darf nur den Sars-CoV2-Virus nachweisen. Also den, der COVID-19 verursacht und nicht andere COVID-Viren, die ganz normale Erkältungen auslösen. Und: Er müsste so einfach sein und das Gesetz so angepasst, dass man den zu Hause macht.»

Video
Was die Schnelltests laut Katharina Rentsch können müssen.
Aus Puls vom 07.09.2020.
abspielen

Doch: Bei den angekündigten Schnelltests braucht es nach wie vor den Nasen- oder Rachenabstrich, durchgeführt von medizinisch geschultem Personal.

Vor dem Konzert zum Test

Volker Thiel sieht für diese Tests trotzdem Möglichkeiten. Vor allem in Situationen, in denen man nicht lange auf das Resultat warten kann. Er spricht von Notfällen im Spital, von öffentlichen Veranstaltungen oder von Schnelltests, bevor man ein Flugzeug besteigt.

Bevor solche Szenarien allerding realistisch sind, müssen die Tests, die jetzt langsam auf den Markt kommen, sorgfältig evaluiert und auf Stärken und Schwächen geprüft werden. Solange heisst es für Betroffene mit Corona-Verdacht weiterhin: 48 Stunden Quarantäne, bevor Gewissheit besteht.

Puls, 07.09.2020, 21:05 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Joel Busch  (Joel)
    Zitat "Also den, der COVID-19 verursacht und nicht andere COVID-Viren"

    @SRF Sind Sie sicher, dass die Frau nicht von anderen Coronaviren gesprochen hat? "andere COVID-Viren" macht begrifflich keinen Sinn, weil die Bezeichnung COVID für "Coronavirus Disease" steht und der Begriff erst in der Form COVID-19 dieses Jahr für dieses Erkrankungsbild geschöpft wurde.
  • Kommentar von flökk so  (wipf)
    wer genau ruft danach?
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es steht im Artikel, wenngleich die Aufzählung nicht vollständig ist.
      Grundsätzlich, wenn die Präzision ausreichen würde, wäre es interessant für alle die normalerweise in Quarantäne müssten. Es gäbe mehr Freiheiten im Fall von negativen Resultaten.
    2. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Wipf: Zum Beispiel alle Festivals auf der ganzen Welt, die diesen Sommer ausgefallen sind, die würden gerne nächstes Jahr weitermachen und überleben.
    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Wenn sich auch gesunde Menschen testen lassen, passiert dann bei uns auch bald dasselbe wie u. a. in Bayern. Die Labors total überlastet, wartet man dann bis zu 4 Tage aufs Ergebnis. Auch Menschen, welche Symptome haben.
      Es sollte sich also wenn, denn nur testen lassen, wer wirklich sämtliche Symptome hat & krank ist.
      Für Gesunde gilt einfach weiterhin: Abstand halten & wo es z. B. aus beruflichen Gründen nicht möglich ist: Maske tragen.
    4. Antwort von SRF News editor
      @Eva Wädensweiler Besten Dank für ihren Kommentar. Zu beachten ist, dass auch Personen ohne Symptome infiziert sein können. Viele Grüsse.
  • Kommentar von Matthias Hahn  (rassecrew)
    Ich war gestern mit meinem Sohn im Kantonsspital in Olten zum Coronatest so gegen 9.00 Uhr.
    Sehr speditives Team dort.
    Nach 12 Minuten wieder draussen.
    Bereits 16.30 Uhr Testergebnis telefonisch erhalten. NEGATIV
    Ich war sehr zufrieden.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Schon gut. Aber leier geht es oft viel länger!