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Corona-Virus – Wie weiter?
Aus Puls vom 03.02.2020.
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Corona-Virus behandeln «Leichte Fälle werden wir nach Hause schicken»

Die Infektionen ausserhalb Chinas verlaufen bisher meist mild. Zum Glück, denn die Therapiemöglichkeiten sind begrenzt.

Wenn das Corona-Virus dereinst auch die Schweiz erreicht, wird dessen Trägerin oder Träger nicht zwingend in Spitalquarantäne landen. Zumindest nicht in St. Gallen, wo Infektiologe Pietro Vernazza am Kantonsspital für das Thema zuständig ist: Liegen nur leichte Symptome vor, würde die Behandlung zu Hause stattfinden.

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«Wir würden die Person behandeln wie jemanden mit einer anderen Erkrankung der Luftwege: Bei einem milden Fall mit leichten Symptomen bei sich zu Hause in Selbstisolation.»
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Die Isolationszimmer des Spitals bleiben schweren Fällen vorbehalten, etwa Corona-Patienten mit einer Lungenentzündung. Und bei schweren Verläufen mit Atemnot kämen die Patienten auf die Intensivstation.

Doch auch dort bleibt nichts anderes übrig, als die Symptome zu behandeln. «Wir helfen dem Organismus mit geeigneten Massnahmen, über die Krise hinwegzukommen. Zum Beispiel mit künstlicher Beatmung», erklärt Pietro Vernazza.

Das Virus mit der Krone

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Das Virus mit der Krone

Das neue Corona-Virus ist nur eines einer ganzen Familie. Speziell an den Corona-Viren ist ihr Aufbau. Unter dem Elektronenmikroskop sieht man deutlich einen Strahlenkranz um das ganze Virus herum – eine «Krone», die dem Virus den Namen «Corona» verschaffte. Hier sitzen verschiedenste Oberflächenproteine.

Diese Proteine wirken wie Schlüssel. Und das Corona-Virus hat im Gegensatz zu anderen Viren einen bunten Schlüsselbund. Dank diesem gelangt das Virus darum in verschiedenste Zellen – sei dies von Vögeln, Säugetieren oder eben auch Menschen.

Bis heute wurden sieben Arten von Corona-Viren beim Menschen gefunden. Zwei lösten schweren Erkrankungen aus: das SARS- und das MERS-Virus. Und seit einigen Wochen 2019-nCoV.

Spezifische Medikamente gegen das neue Corona-Virus gibt es nicht. Noch nicht.

Das liegt auch daran, dass nach wie vor weitgehend unklar ist, weshalb diese Viren uns so unterschiedlich erkranken lassen.

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«Wir wissen eigentlich noch gar nicht genau, warum manche Corona-Viren so gefährlich sind und andere bloss einen Schnupfen verursachen.»
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Ohnehin sind Viren in der Regel schwieriger zu bekämpfen als beispielsweise Bakterien: Viren sind viel kleiner und vor allem keine lebenden Organismen. Zudem vermehren sie sich innerhalb von Körperzellen – die man bei der Behandlung möglichst schonen will.

Weltweit läuft die Suche nach einem geeigneten Mittel gegen «2019-nCoV» auf Hochtouren. «In China hat man ganz verschiedene Wirkstoffe ausprobiert», weiss «Puls»-Redaktor Pascal Biber. «Das Grippe-Medikament ‹Tamiflu›, ein HIV-Medikament und ein Medikament, das gegen Ebola entwickelt wurde.» Offenbar mit gewissem Erfolg auch in den USA und Thailand.

Welche Wirkstoffe wie gut wirken, müssen allerdings zuerst klinische Studien zeigen. Im schlimmsten Fall kämen solche experimentelle Mittel aber wohl auch in der Schweiz zum Einsatz.

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«Ein Ebola-Medikament hat in den USA und Thailand gewisse Wirkung gezeigt.»
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Einen anderen Ansatz verfolgt der Immuntherapieforscher Markus Maeurer aus Lissabon: Er plädiert dafür, vor lauter Virusbekämpfung den Patienten als Ganzes nicht zu vergessen.

«Wir haben immer zwei Faktoren: den Erreger und das Immunsystem des Patienten. Im günstigsten Fall – und das ist der häufigste – wird das Virus durch eine sehr gute Immunreaktion eliminiert, und man hat im besten Fall auch einen Schutz für die Zukunft.»

Problematisch wird es bei Patienten, deren Immunreaktion auf das Virus überschiesst. «Und da müssen wir richtig einsetzen.» Maeurers Ansatz: mit Immuntherapien, die für andere Erkrankungen entwickelt wurden.

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«Im günstigsten Fall wird das Virus durch die Immunantwort eliminiert.»
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Noch besser wäre ein Impfstoff, der präventiv vor dem neuen Corona-Virus schützt. Auch daran wird momentan weltweit mit Hochdruck gearbeitet – doch es braucht Zeit.

Puls, 03.02.20, 21.05 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von remo strotamp  (remostr)
    Aus einem anderen Beitrag auf srf.ch:

    Diese Beobachtungen seien deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit bereits bei
    milder oder beginnender Erkältungssymptomatik wie zum Beispiel Halsschmerzen,
    einer Nasennebenhöhlen-Infektion oder nur einem leichten Krankheitsgefühl ohne
    Fieber.

    Da sollten die verantwortlichen wohl nochmal über die Bücher bezüglich Leute heimschicken.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    In meinen Augen grenzt es an Kurzsichtigkeit solche virale Ereignisse nicht im Kontext der jeweils aktuellen Lebens-Arbeitssitutationen, dem respektlosen und profitgetriebenen Umgang mit allem was uns umgibt zu betrachten. Die Reduktion dieser 'Angelegenheit' auf ein rein Medizinisches und wo es nur darum geht den Feind auszumachen und zu neutralisieren, kennen wir doch von der aktuellen Politik. Klar leisten Labore/Wissenschaft gute Arbeit aber eben in einem engen Rahmen und Blickwinkel.
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  • Kommentar von Bianca Rühle  (TG2020)
    Alain Berset liess verlauten die Schweiz wäre gut vorbereitet und unterstütze die internationale Gemeinschaft eine Pandemie zu vermeiden. Es irritiert in diesem Zusammenhang von Prof. Dr. Pietro Vernazza zu erfahren, dass der Kanton St. Gallen Corona Infizierte mit leichten Symptomen einfach nach Hause schickt. Wie soll diese Massnahme die Weiterverbreitung des Viruses unterbinden? Dass andere Kantone es anders regeln, bedeutet, dass es kein abgestimmtes überkantonales Vorgehen gibt.
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    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Ein Widerspruch, der meines Erachtens etwas unverantwortlich ist. Auch
      Ein leichter nachgewiesener Fall überträgt die Viren. Warum dann
      immer noch Isolation von 14 Tagen ohne jeden Nachweis. Diese Aussage steht doch im völligen Widerspruch zu den bereits gemachten
      Erfahrungen. Oder nicht ? Wird hier ungewollt Panik verbreitet. Und
      Dann wundert man sich über die Meinungen von verschiedenen Menschen
      Und glaubt noch, es würde an der Bildung liegen.
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