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Coronavirus Covid-19 und seine Folgen: Zehn Fragen aus dem «Puls»-Chat

Dr. Aurélien Martinez, PD Dr. Sebastian Ott und PD Dr. Marc Spielmanns standen am Montagabend Rede und Antwort.

Vitamin D3 soll das Immunsystem stärken und bei Entzündungen der oberen Atemwege helfen. Welche Dosis (IE) wird als Erhaltungstherapie über den Winter als unbedenklich erachtet?

Eine Überdosierung ist auf jeden Fall zu vermeiden, da zu hohe Dosen toxische Effekte haben. Der Nutzen einer Vitamin-D-Einnahme auf Atemwegsinfekte ist am grössten, wenn ein Mangel vorliegt. Insofern kann die Einnahme nicht generell empfohlen werden. Wenn eine prophylaktische Einnahme erfolgen soll, sollte die tägliche Dosis 800 IE nicht überschreiten.

Ist es möglich, dass eine grosse Dunkelziffer bereits immun ist und deshalb auch bei positivem Test kaum/keine Symptome zeigt?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Aktuell gibt es nur sehr wenig beschriebene Fälle von Patienten, die mehrfach infiziert wurden.

Könnte ein negativer Test im Juli falsch gewesen sein? Leide noch immer massiv an schleimigem grünem Rachen-/Nasenauswurf und morgigem Husten, Kopfweh und Müdigkeit. Test wiederholen?

Auch in der aktuellen Situation ist bei den meisten Personen mit respiratorischen Symptomen – wie Sie sie beschreiben – nicht Covid-19 die Ursache. Es ist daher wahrscheinlicher, dass eine andere Ursache vorlag/vorliegt. Bei anhaltenden Symptomen kann ein zweiter Test durchaus Sinn machen, denn es könnte ja zwischenzeitlich zu einer Ansteckung gekommen sein.

Kann es sein, dass der Geschmacks- und Geruchssinn für sehr lange wegbleibt? Lässt sich da was tun?

Da kann man nichts machen. Es kann Monate bis ein Jahr dauern, bis sich das wieder normalisiert. Das gibt es übrigens auch bei anderen viralen Infekten.

Weiss man ob das Virus im Körper bleibt und bei körperlicher Schwäche immer wieder aktiv wird (Herpes, Gürtelrose)?

Über eine Viruspersistenz ist bislang noch nicht berichtet worden.

Ich bin seit 6 Tagen Covid positiv und in Isolation. Verspüre einzig einen leichten Druck am oberen Thorax. Ich habe keinen Hausarzt. Zuwarten oder die Schmerzen beim Notfall abklären lassen?

Druckgefühl auf der Brust ist nicht in Ordnung und sollte weiter abgeklärt werden. Ein Röntgenbild und ein EKG sowie Blutwerte wären sinnvoll.

Ich wurde am Donnerstag positiv getestet. Leichte Symptome hatte ich seit Dienstag oder drüber. Kann mein Verlauf schwerer werden?

Eine Verschlechterung zeigt sich häufig zwischen dem 5. und 10 Tag. Entsprechend könnte eine solche noch eintreten, es ist aber nicht wahrscheinlich. Bei Atemnot müssen Sie sich unbedingt ärztlich vorstellen.

Nach wieviel Tagen ist ein schwerer Verlauf ausgeschlossen?

Eine 100%ige Sicherheit gibt es weder im Leben allgemein noch in der Medizin. Wenn nach 10 Tagen Husten und Fieber komplett abgeklungen sind, ist aber ein schwerer Verlauf sicher sehr unwahrscheinlich.

Ich leide seit 6 Tage an Corona und kämpfe mit Konzentrationsstörungen. Wie lange dauern die tendenziell?

Das gehört wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu typischen Covid-Symptomen. Nach 6 Tagen dürfen alle diese Symptome noch vorhanden sein. Nach 14 Tagen sollte es zu einer deutlichen Besserung kommen. Es gibt bei ca. 10% der Erkrankten auch längere Verläufe.

Kann ich eine Einladung in 14 Tagen bedenkenlos (kein Ansteckungsrisiko) annehmen, wenn in diesem Haushalt jemand heute die 14 Tage Quarantäne hinter sich hat?

Nein, können sie nicht. Innerhalb der nächsten 14 Tage könnte er sich ja erneut im Kontakt befunden haben.

Puls, 02.11.2020, 21:05 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Es stehen in der Medizin zwei Weltbilder gegenüber. Der Genetische Determinismus, der besagt, alles ist im Zellkern einprogrammiert und das lässt sich nicht verändern. Dem Gegenüber steht die Epigenetik, die besagt die DNA kann umgeschrieben werden und die Zellmembran ist der Ort wo diese Informationen aufgenommen werden. Wir sind also nie die Opfer, ausser wir glauben, dass es Jahre geht bis wir wieder gesund sind. Wir sind eine einzige grosse Petrieschale, ändere also das Milieu.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die COVID-19-Pandemie und deren gesundheitlichen Auswirkungen ernst nehmen und sich entsprechend zurückhaltend, verantwortungsbewusst verhalten. Massnahmen unbedingt umsetzen! Mithelfen, damit die Ansteckungszahlen wieder rückläufig werden und damit die "Pflegefachleute" entlasten!
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