Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz CSU-Politiker Seehofer: «Bayern hätte gleich abgestimmt»

Der Schweizer Ständeratspräsident Hannes Germann fühlte bereits den eisigen Wind um die Nase wehen, als er zu seinem Besuch nach Berlin reiste. Empfangen wurde der SVP-Politiker aber durchaus freundlich – trotz des Jas zur Masseneinwanderungsinitiative.

Bayern und Baden-Württemberg – die beiden deutschen Nachbar-Bundesländer sind für die Schweiz höchst wichtige Handelspartner. Wichtiger noch als die USA. Über 40 Milliarden Franken beträgt das Handelsvolumen.

Nach dem Ja zur Zuwanderungs-Initiative ist Ständeratspräsident Hannes Germann deshalb mit gewissen Befürchtungen nach Berlin gereist. In Berlin hat er sich mit den Ministerpräsidenten der beiden Länder getroffen.

Statt eines eisigen Windes herrschte dann aber fast eitel Sonnenschein. Zur Begrüssung gab es für den Gast aus der Schweiz einen Bayrischen Löwen aus Porzellan – und wohlwollende Worte des bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer: «Ich denke, in Bayern hätte die Bevölkerung nicht anders gestimmt.»

Im Notfall ein Schluck Gin

Wenn ein Volk abstimme, dürfe man das Ergebnis nicht so behandeln, wie die EU dies tue, sagte Seehofer im Interview mit der «Tagesschau». Man dürfe nicht die Bevölkerung kritisieren und Massnahmen gegen die Schweiz treffen.

Etwas kritischer sprach dagegen Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. «Ich halte die Entscheidung für falsch. Aber wir müssen sie akzeptieren.» Man müsse jetzt die nächsten Jahre schauen, was die Schweiz daraus mache.

Doch auch er hatte ein Geschenk für Hannes Germann parat; eine Flasche Gin. Aus diesem wolle er gerne einen Schluck nehmen, wenn «die Deutschen uns mal ärgern», scherzte Germann. Ja, den eisigen Wind habe er vor seinem Besuch erwartet. Er habe jetzt aber viel Verständnis gespürt. Auf die Vorschläge der Schweiz sei man gespannt. Doch die freundschaftlichen Beziehungen hätten weiterhin eine gute Basis.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von D. Flückiger, Zürich
    "Wenn die Regierung nichts taugt, wird sie halt abgewählt und die Wahlsieger haben vier Jahre Zeit, es besser zu machen." Naja, das sagt ja sehr viel über Ihr politisches Interesse aus. Die Schweizer haben schon seit Jahrzehnten mit etwas längeren, bedachten politischen Entscheidungen gelebt und sie werden es auch in Zukunft so machen. Ob diese Entscheide immer richtig sind, sei die Frage, aber sie sind vom Souverän und werden akzeptiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Zaugg, Basel
    Danke für den Hinweis auf das deutsche Wahlsystem! Damit zeigen Sie gerade auf, dass Deutschland eben KEINE Diktatur ist. Wenn eine Regierung nichts taugt, wird sie halt abgewählt, und die Wahlsieger haben vier Jahre Zeit, es besser zu machen. In einer Diktatur hingegen reicht bereits die Forderung nach freien Wahlen, und schon wird man abgeholt, mit Vorliebe im Morgengrauen... . Nebenbei bemerkt bin ich ein Verfechter der direkten Demokratie.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Walser, Basel
      @Hans Zaugg, Basel: Na ja, in Deutschland kann das Volk alle vier Jahre wählen, und in Nordkorea kann das Volk alle fünf Jahre wählen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Ich habe nicht ganz mitgekommen, welche Verträge mit der EU Herr Germann an diesen Gesprächen vorbereitet oder abgeschlossen hat und welche verbindlichen Zusagen die Herren Seehofer und Kretschmann im Namen der EU Herrn Germann bzw. der Schweiz machen konnten. Das Abholen eines Porzellanlöwen und einer Flache Gin war hoffentlich nicht das Ziel einer offiziellen Reise des Ständeratspräsidenten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Müssen wir jetzt seit dem "Ja" zur Mei immer mitbekommen, WAS unsere Politiker, sind sie Gäste in einem EU-Staat, sie da tun? Vielleicht macht er ja nur, was die gegnerischen Politiker auch tun, wenn sie EU-Staaten jetzt bereisen. Nur wird im Gegensatz zu diesen ein SVP-Vertreter um Verständnis für die Entscheidung werben, während die anderen sich dafür entschuldigen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen