Not nach der Geburt Das Leben der Kinder hinter der Babyklappe

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Babyklappen für Neugeborene

1:48 min, aus Tagesschau vom 24.12.2016

An Weihnachten feiert die Christenheit die Geburt Jesu Christi – ein Fest der Freude. Eine Geburt ist aber nicht immer und für alle eine Freude. Aussdruck davon sind Babyklappen, auch in der Schweiz. Das erste Fenster, durch das Neugeborene von ihren Müttern in höchster Not hineingelegt wurden, entstand vor 15 Jahren in Einsiedeln.

Eine Babyklappe erlaubt es jemandem, anonym das neugeborene Kind durch ein Fenster in einem Spital «abzugeben». Wenige Minuten später geht ein Alarm los und das Neugeborene kann vom Pflegepersonal abgeholt werden. Solch ein Kind wird seine Eltern vermutlich nie kennenlernen und wird später zur Adoption frei gegeben.

Nur die Wahrheit zählt

Solche Kinder hätten aber ein Recht, die Wahrheit zu erfahren, sagt Kinder- und Jugendpsychiater Heinz Stefan Herzka. Und zwar so schnell als möglich: «Kleine Kinder ertragen die Wahrheit sehr gut, wenn dies in einer liebevollen und gut gemeinten Umgebung erfolgt.»

In der Schweiz gibt es heute acht Babyklappen. 18 Mütter in Not haben bisher ihr Neugeborenes darin in fremde Obhut gegeben. Dahinter stehe bei jedem Kind und dessen Mutter eine unbekannte, verzweifelte Geschichte, erklärt Herzka: «Die Betreuung von Schwangeren in schwierigen Situationen ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema, mit dem man sich hierzulande zu wenig befasst.»

Irgendwann werde ein Kind Fragen stellen und es wolle wissen, woher es komme. In diesem Moment müsse es begleitet und in seinen Nachforschungen unterstützt werden, sagt Herzka. Dieser Prozess der Suche sei wichtig und dass das Kind darüber selber entscheiden könne.

Mutter steckt Neugeborenes in Abfalleimer

Eine Frau hat im Toilettenraum eines Einkaufszentrum im US-Staat Louisiana ein Baby zur Welt gebracht und anschliessend in einen Mülleimer gesteckt. Das Neugeborene wurde ungefähr viereinhalb Stunden später zufällig gefunden – gerade noch rechtzeitig, um es zu retten.

Wie die «Washington Post» am Samstag unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtete, sah eine Angestellte eine heftig blutende Frau in der Toilette. Auf Fragen sagte die Frau, sie habe Probleme mit ihrer Menstruation. Die Angestellte half ihr mit Papierhandtücher aus und wartete draussen vor der Toilette – ohne zu ahnen, dass die Frau dahinter ein Kind zur Welt brachte.

Bei einer Reinigungstour fand eine Angestellte den Säugling, der nicht mehr atmete und blau angelaufen war. Das Baby konnte wiederbelebt werden und wurde in Spitalpflege gebracht. Die Mutter wurde noch an Heiligabend gefunden und ebenfalls in eine Klinik gebracht. (dpa)