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Schweiz «Das Problem hat zwei Füsse, nicht vier Pfoten»

Hunde haben in der Schweiz letztes Jahr fast 3300-mal zugebissen, zeigt eine Auswertung des Sonntagsblick. Schuld an den Bissen seien nicht die Hunde, sagt Hansueli Beer, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft. Viele Hundehalter würden vergessen, dass ein Hund Erziehung brauche.

Ein Golfspieler hält einen Hund in den Armen.
Legende: Die meisten Gemeinden kontrollieren laut der Kynologischen Gesellschaft den Besuch der Hundehalterkurse nicht. Reuters

Innert fünf Jahren ist die Zahl der gemeldeten Hundebisse in der Schweiz um 13 Prozent angestiegen. Fast 3300 waren es letztes Jahr, berichtet der Sonntagsblick. Der Anstieg erstaunt Hansueli Beer, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft – des wichtigsten Hundehalterverbandes –, nicht. Die Zunahme hänge teilweise wohl damit zusammen, dass Ärzte die Beissvorfälle recht konsequent den Behörden melden würden. «In vielen Fällen ist es wahrscheinlich gar kein Hundebiss, sondern nur ein Zuschnappen, aber die Leute gehen völlig zu Recht damit zum Arzt.» Er wolle nichts verharmlosen, betont Beer.

Erziehung geht vergessen

Vor allem zwei Gruppen von Hundehaltern bereiten dem Fachmann Sorgen: Jene, die ihre Tiere aus dubiosen und unkontrollierten Zuchten aus dem Ausland in die Schweiz holen. Und solche, die ihre Hunde nicht richtig erziehen. «Das Problem hat nie vier Pfoten, sondern immer zwei Füsse.» Die Schuld für einen Biss sei beim Hundehalter zu suchen. «Viele Leute vergessen, dass ein Hund Erziehung braucht.» Ausserdem werde bei der Anschaffung eines Hundes oft nicht daran gedacht, dass ein Hund 10 bis 15 Jahre lebe. «Nach einem Jahr ändern sich vielleicht die Lebensumstände der Halter, und sie beginnen, den Hund zu vernachlässigen.»

Keine Kontrollen

Alle Hundehalter müssen seit einigen Jahren einen Kurs besuchen, um ihre Sachkunde im Umgang mit dem Tier nachzuweisen. In gewissen Kantonen sind auch bestimmte Hunderassen verboten, oder es gibt einen Leinenzwang und Maulkorbvorschriften. Den Anstoss für die Massnahmen gab ein Vorfall vor zehn Jahren im Kanton Zürich, als Pitbull-Terrier einen kleinen Buben angriffen und töteten. Hansueli Beer ist skeptisch, ob die getroffenen Massnahmen etwas bringen. So würden zum Beispiel die meisten Gemeinden nicht kontrollieren, ob die obligatorischen Hundehalterkurse besucht werden.

Anreize für freiwillige Kurse

Besser als obligatorische Kurse wären laut Hansueli Beer freiwillige Schulungen, die dafür vom Hundehalter mehr Wissen und Können abverlangen würden: «Ein solcher Kurs wäre intensiver als der Sachkundenachweis, den Halter heute absolvieren müssen.» Um die Leute zum Besuch eines freiwilligen Kurses zu bewegen, brauche es kluge Anreize. Wer einen solchen besuchen würde, müsste beispielsweise weniger Hundesteuer bezahlen, sagt Beer. Er ist überzeugt, dass dieses Modell mehr bringen würde als die heutigen Massnahmen – und so weniger Menschen von Hunden gebissen würden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Demmler (Ursula Demmler)
    die meisten hundebisse beim menschen passieren mit dem eigenen hund, unbeabsichtigt beim spielen. hunde untereinander ist etwas anderes. da müssen die hunde erzogen werden - und wer ist der beste erzieher? die älteren hunde zeigen den jungen, wie weit sie gehen dürfen. kinder wiederum geniessen fast immer welpenschutz bei den hunden. bloss wegen ein paar idioten, die keine hunde haben sollten. müssen, die anderen dafü büssen.
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  • Kommentar von Marianne Berger (Marianne)
    Uebrigens, Kinder sind viel natürlicher, sie lieben die Hunde, aber leider verderben die Eltern oft dieses natürliche Gefühl. Liebe Eltern, zeigt Euren Kindern, wie man sich ganz natürlich einem Hund nähern kann, je natürlicher desto besser. Während meiner ganzen Kindheit (!) habe ich jeden Hund gestreichelt, der mir begegnet war und nicht ein EINZIGES Mal wurde ich gebissen !
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  • Kommentar von Marianne Berger (Marianne)
    Endlich redet jemand Klartext. Es ist eine richtige Hysterie in unserem Land. Viele betrachten Hunde als gefährlich, es ist lächerlich. Menschen sind viel gefährlicher, aber da gibt es weniger Schlagzeilen ! Wie war es denn früher ? Da ging es doch auch. Ich konnte mit meinem Hund spazieren (ohne Leine) und die Leute hatten keine Angst. Es wäre gut, wenn dieses Thema in der Schule angesprochen würde.
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