Das Protokoll zum Nachlesen: Militärjustiz zum F/A-18-Absturz

Skyguide hat für den abgestürzten F/A-18-Kampfjet eine Flughöhe angeordnet, die für den Startsektor zu tief war. Für den betroffenen Flugverkehrsleiter gilt die Unschuldsvermutung. Der fehlende Datenschreiber verzögert die Ermittlungen. Die Informationen der Militärjustiz zum Nachlesen.

Information der Militärjustiz zum F/A-18-Absturz

Der Ticker ist abgeschlossen.
  • Die laufende Untersuchung zum Absturz des F/A-18 in der Sustenregion hat ergeben, dass die Flugsicherung Skyguide in Meiringen eine Flughöhe anordnete, die zu tief war.
  • Welchen Einfluss diese Anordnung auf den Absturz hatte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
  • Der Datenschreiber der Maschine fehlt nach wie vor – er wurde «wahrscheinlich zerstört».
  • Mit endgültigen Erkenntnissen rechnet die Militärjustiz nicht vor Ende Jahr.
  • Die Maschine verunglückte am Montag vor einer Woche im Susten-Gebiet auf über 3000 Meter Flughöhe. Der Pilot kam dabei ums Leben.
  • 15 :48

    Das Wichtigste in Kürze

    Das war der Liveticker zur Medienkonferenz der Militärjustiz zum Absturz der F/A-18 im Susten-Gebiet. Das Wichtigste in Kürze zu den jüngsten Erkenntnissen der laufenden Untersuchung finden Sie hier.

  • 15 :31

    Einschätzung von SRF-Inlandredaktor Rafael von Matt

    «Mit der Medienkonferenz wurde eine gewisse Erwartungshaltung geweckt. Am Ende ist jetzt allerdings nicht sehr viel bekannt. Das Wichtigste ist, dass die Militärjustiz noch nicht weiss, warum es zum Absturz kam. Das war allerdings auch nicht zu erwarten; solche Ermittlungen sind sehr schwierig, es ist auch erst eine Woche seit dem Absturz vergangen. Die detektivische Detailarbeit steht erst am Anfang, das alles dürfte mehrere Monate dauern.

    Sollte der Flugdatenschreiber beim Absturz tatsächlich zerstört worden sein, würde damit die wichtigste Quelle zur Ursachenforschung fehlen. Dass der Flugleiter in Meiringen eine zu tiefe Flughöhe durchgab, war sicher ein fataler Fehler – auch wenn noch unklar ist, was konkret schief gelaufen ist. Der Pilot vertraute offenbar auf die Angaben und versuchte nicht, seine Flughöhe anzupassen.

    Sollte sich im Rahmen der Untersuchung der Militärjustiz herausstellen, dass eine oder möglicherweise mehrere Personen strafrechtlich verantwortlich sind, wird Anklage erhoben werden. Am Schluss könnte aber auch ein Bericht stehen, ohne dass jemand angeklagt wird.»

    «Die Ermittlungen stehen erst am Anfang»

    4:23 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.12.2017

  • 15 :28

    Betroffener Fluglotse seit 2015 in Meiringen

    Zum Fluglotsen, der dem Piloten die Flughöhe anordnete, wird bekanntgeben, dass er seit 2015 in Meiringen arbeitete. Vorher hatte er seine Lizenz erworben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

  • 15 :22

    Arbeiten gehen auch an Absturzstelle weiter

    Im Moment sind immer noch die Bergspezialisten am Unglücksort. Diese sammeln die Trümmer des abgestürzten Jets ein. Elf Personen seien bisher befragt worden, so Untersuchungsrichter Gionata Carmine.

  • 15 :20

    Fakten zu den Flughöhen

    Fest steht für die Militärjustiz, dass der Skyguide-Flugverkehrsleiter die Unglücksmaschine nach dem Start auf einer Höhe von 3050 Meter über Meer fliegen liess. Die Mindestflughöhe für diesen Startsektor liegt jedoch bei 4360 Meter über Meer.

    Der Pilot müsse sich grundsätzlich an die Höhe des Flugloten halten, machte Carmine nochmals klar. Ob er dessen Anweisung bis am Schluss befolgte oder selbst gehandelt habe, sei noch unklar.

  • 15 :18

    Flugdatenschreiber «wahrscheinlich zerstört»

    Untersuchungsrichter Andreas Lukas Hagi zur Suche nach dem Flugdatenschreiber: «Wir müssen davon ausgehen, dass uns keine auswertbaren Daten des Flugdatenschreibers zur Verfügung stehen werden, da dieser wahrscheinlich durch den heftigen Aufprall zerstört wurde. Stand heute, haben wir weder Daten des Flugdatenschreibers erhalten – noch konnten Überreste davon geborgen werden. Da uns damit eine wichtige Quelle der Untersuchungen fehlt, müssen wir die erforderlichen Informationen durch die Auswertung von anderen Daten und durch Befragungen beschaffen. Dies wird Monate in Anspruch nehmen, weshalb wir zum heutigen Zeitpunkt nicht davon ausgehen, dass wir die vorläufige Beweisaufnahme noch vor Ende des Jahres abschliessen können.»

    Video ««Flugschreiber wahrscheinlich zerstört»» abspielen

    «Flugschreiber wahrscheinlich zerstört»

    0:47 min, vom 6.9.2016

  • 15 :14

    Keine Angaben wonach Schleudersitz betätigt wurde

    «Ob der Pilot realisierte, dass er auf Kollisionskurs war, wissen wir nicht», sagte Untersuchungsrichter Gionata Carmine. Ebenso sei noch unklar, ob der 27-Jährige ein Ausweichmanöver probiert habe. Ungeklärt ist auch, ob er versuchte, den Schleudersitz zu betätigen.

    Video «Untersuchungsrichter der Militärjustiz über offene Fragen» abspielen

    Untersuchungsrichter der Militärjustiz über offene Fragen

    1:07 min, vom 6.9.2016

  • 15 :07

    Flugsicherung Skyguide liess F/A-18 zu tief fliegen

    Die Flugsicherung Skyguide hat für den abgestürzten F/A-18-Kampfjet eine Flughöhe angeordnet, die für den Startsektor zu tief war. Ob das der Grund für den Absturz war, ist nicht restlos geklärt.

  • 15 :03

    «Von einem abschliessenden Resultat kann nicht die Rede sein»

    Militärjustiz-Sprecher Tobias Kühne nimmt vorweg: Abschliessende Resultate werden an der Medienkonferenz nicht bekanntgegeben. Der frühe Zeitpunkt der Konferenz sei aufgrund heikler Thesen notwendig geworden. Die Militärjustiz will klären, was man zum Sachverhalt weiss – und was nicht.

  • 15 :00

    Was man weiss

    Das Kampfflugzeug war am Montagnachmittag im Sustengebiet verunglückt. Der Einsitzer war um 16.01 Uhr in Meiringen (BE) zu einem Trainingsflug als zweite von zwei Maschinen gestartet. Um 16.05 Uhr verlor die Einsatzzentrale den Kontakt zum Piloten. Der Kampfjet stürzte aus noch unbekannten Gründen in der Umgebung des rund 3440 Meter hohen Gipfels Hinter Tierberg ab. Der 27-jährige Berufsmilitärpilot kam beim Unglück ums Leben.

  • 14 :58

    Willkommen zum Liveticker zur Medienkonferenz der Militärjustiz

    Ist die Absturzursache des F/A-18-Kampfjets im Susten-Gebiet geklärt? Nach letztem Informationsstand blieb die Blackbox der Maschine verschollen. Die Militärjustiz äussert sich nun über den neuesten Stand ihrer Ermittlungen. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Skyguide liess F/A-18 zu tief fliegen

    Aus Tagesschau vom 6.9.2016

    Die Militärjustiz hat heute vor den Medien bestätigt: die Flugsicherung Skyguide hat den vor gut einer Woche abgestürzten F/A-18-Jet zu tief fliegen lassen. Ob das der Grund für den Unfall war, sei aber noch nicht geklärt. Skyguide selbst hat unterdessen eine interne Untersuchung ein. Einschätzungen von Bundeshausredaktor Christoph Nufer.