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Neue Konkurrenz und Altlasten Das sind die sechs grössten Herausforderungen der SBB

Ist der Swiss Pass schon veraltet? Wie kann man der Netzüberlastung Herr werden? Der SBB steht viel Arbeit bevor.

Legende: Video SBB mit mehr Passagieren und besserem Konzernergebnis abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2017.
  • Ausbau: Wachstumsschub steht bevor

Der Bund geht von einem Wachstum des ÖV um 50 Prozent bis 2040 aus: Weil die Bevölkerung wächst und die Mobilität weiter zunimmt. Es braucht mehr Projekte als Geld zur Verfügung steht. Welche Strecken und welche Bauten sind am wichtigsten: Hier stehen der Bund und die SBB vor ganz schwierigen Entscheiden. Bei den Ausbauten geht es nicht nur um Kapazitäten, sondern auch um Sicherheit. In diversen Bahnhöfen führen die Fussgängerströme zu Sicherheitsproblemen.

  • Technologieschub: Kommt der selbstfahrende Zug?

In Zukunft wird es stark um integrierte Gesamt-Verkehrssysteme geben, bei denen Strasse und Schiene einander ergänzen. Die SBB will Mobilitäts-Hubs anbieten und hofft, durch das Sparprogramm Railfit mehr Geld dafür einsetzen zu können. Zudem ist ein Technologie-Wettlauf im Gang: Kommt die Automatisierung des Verkehrs auf der Strasse oder auf der Schiene schneller? Der automatische Zug scheint realistischer, doch in den USA ist die Technologie der selbstfahrenden Lastwagen schon erstaunlich weit entwickelt.

  • Auslastung: Überfüllt in Stosszeiten, schlecht belegt im Durchschnitt

Zu Stosszeiten sind die Pendlerzüge chronisch überfüllt. Die SBB versucht den Verkehr über flexible Preise zu steuern. Und sie propagieren flexible Arbeitszeiten. Doch die Wirkung ist bisher klein. Der Grossteil der Fahrten bleibt in den Hauptverkehrszeiten. Der Überlastung zur Stosszeit steht die schlechte Auslastung zu Randzeiten gegenüber. Im Schnitt sind die Fernzüge nur zu etwa 30 Prozent besetzt. Im Regionalverkehr noch schlechter.

  • Unterhalt: Vernachlässigte Infrastruktur und Züge

Die Infrastruktur wurde in der Vergangenheit vernachlässigt. Hier wurde bereits reagiert, zum Beispiel mit angepassten Trasse-Preisen. Dennoch bleibt ein grosser Investitionsbedarf bei Schienen und Anlagen bestehen. Die SBB muss die Ausgaben dafür wohl erhöhen. Und dafür braucht es derzeit eigene Mittel.

  • Swiss Pass: Schon veraltet?

Mit Swiss Pass konnte ein einheitlicher Kontrollstandard eingeführt werden. Doch ist Bezahlung per Handy schon leicht möglich. Und im Ausland gibt es bereits Vorbilder für automatische Kontrollen beim Ein- und Aussteigen. Zum Beispiel die Chipkarte im Portemonnaie. Doch das braucht massive, teure Investitionen.

  • Konkurrenz: Sie kommt auf jeden Fall

Zusätzliche Anbieter drängen wieder auf den Fernverkehrs–Markt. Das Bundesamt für Verkehr muss die Konzessionen für Fernverkehrs-Strecken neu ausschreiben. Die Frage ist: Wie viel Konkurrenz wird auf welchen Strecken zugelassen? Auch Fernbusse und Billigflieger setzen der Bahn im Fernverkehr zu.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Wuhrmann (Granddad)
    Schlechte Auslastung und Rendite? Kein Wunder: die vollen Pendlerzüge sind mit Abonnenten besetzt, die nur sehr wenig an ihre Kosten beitragen. Einzelfahrten, gerade in den Zwischen- und Randzeiten, sind dagegen viel zu teuer, auch mit Halbtax. Die Bahn benutze ich nur im Notfall. Nur ein Taxi ist noch teurer.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Hätte man über dieses Problemen schon vor der Abstimmung über den Strassenfond berichtet, wäre das Stimmresultat sicher zugunsten des öV ausgefallen und nicht zugunsten der Strassenfinanzierung. Denn es zeigt sich, dass der öV auf eine gewaltige Finanzspritze angewiesen ist, um all die neuen Herausforderungen bei den SBB zu bewerkstelligen. Zudem glaube ich, die Chipkarte ist nicht teurer, als die zahlreichen Smartphones für schweizweit jeden Kontrolleur zum Scannen der Fahrausweise (GA).
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Hätte man Ostern und 1. August in den Dezember verlegt, so müsste man nicht ständig dekorieren... Der "OV" ist keine Körperschaft, sondern eine Dienstleistung die durch SBB, Post und Private erbracht wird. Dafür werden die Dienstleister zu recht öffentlich bezuschusst, denn der Markt regelt nicht alles, was notwendig ist.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Sollte das BAV tatsächlich so verrückt sein und Fernbusse zu unglaublich tiefen Preisen als Rosinenpicker auf den rentabelsten Strecken zulassen, dann Gute Nacht SBB, dann werden deren Zahlen noch viel schlechter aussehen.
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      ......und der Unterhalt der Züge würde noch mehr vernachlässigt, als er jetzt schon ist - in den einst so vorbildlichen Schweizerischen Bundes-Bahnen.
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    2. Antwort von Daniele Schranz (Keyore)
      Und wenn schon. Dann werden eben die Steuern angehoben, eine Pauschale/Gebühren werden gefordert und schon sehen die Zahlen wieder super aus. Und/Oder es werden wieder ein paar Leute raus geworfen, Leistungen werden gekürzt und Tickets/GA werden weiter teurer als Sie sowieso schon sind. Noch mehr überstunden, noch weniger Lohn, noch mehr Burn-Outs usw. Fabelhaft =)
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    3. Antwort von Patric Huber (Patric Huber)
      @Zelger, der Unterhalt wurde nicht schlechter oder weniger. Die Hygiene und der Respekt der Fahrgäste wurde jedoch unterirdisch!
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