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Fünf Jahre Demenzstrategie des Bundes
Aus Puls vom 20.05.2019.
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Demenzstrategie 2014 - 2019 Hehre Ziele, wenig Wirkung

Der Bund versprach bei der Lancierung eine bessere Versorgung und Entlastung für Angehörige. Getan hat sich aber wenig.

2013 lancierte Gesundheitsminister Alain Berset gemeinsam mit den Gesundheitsdirektoren der Kantone eine Nationale Demenzstrategie. Über die Defizite der Versorgung war sich die versammelte Runde schon damals im Klaren: Die Angehörigen sind überfordert und benötigen professionelle Unterstützung.

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Bundesrat Alain Berset stellt im November 2013 bei der Präsentation der nationalen Demenzstrategie mehr Fachpersonal, mehr Pflegeplätze und eine bessere Koordination in Aussicht.
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Die Demenz-Strategie definierte entsprechend hochgesteckte Ziele: Die Lebensqualität Betroffener sollte sich in jeder Hinsicht verbessern, etwa durch...

  • «individuelle Beratung für Betroffene und Angehörige»
  • «bedarfsgerechte Versorgungsangebote»
  • «angemessene Entschädigung der Leistungen für Demenzkranke»

Fachleute und Institutionen aus dem ganzen Feld der Demenzlandschaft erarbeiteten viele Projekte, Berichte, Empfehlungen. Fünf Jahre später, mit dem Abschluss des Grossprojekts in Sicht, fällt die Bilanz ernüchternd aus.

In einer vom Bund selber in Auftrag gegebenen Analyse heisst es zur Strategie: «Der Transfer vom ‹Papier in die Praxis› (…) hat allerdings erst in kleinem Umfang stattgefunden und steht noch aus.»

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Geriaterin Irene Bopp zeigt sich persönlich sehr enttäuscht: «Es geht immer um die Finanzierung. Sehr viele Projekte können nicht umgesetzt werden wegen den Finanzen.»
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Geriaterin Irene Bopp von der Memory Clinic des Zürcher Stadtspitals Waid bestätigt den Befund: «Ich persönlich bin sehr enttäuscht. Enttäuscht, weil es immer um die Finanzierung geht. Ich spüre, dass viele Projekte deswegen nicht umgesetzt werden können.»

Auf kantonaler Ebene sollte mehr Bereitschaft da sein, gewisse Strukturen mitzufinanzieren, die nie kostendeckend sind.
Autor: Irene Bopp

Als Fachärztin wünscht sie sich uzm Beispiel mehr Beratungsangebote, mehr spezialisierte Heime, um den besonderen Bedürfnisse Demenzkranker gerecht zu werden. Und «auch auf kantonaler Ebene sollte mehr Bereitschaft da sein, dass gewisse Strukturen mitfinanziert werden, die nie kostendeckend sind.»

Auch am ersten Demenz Meet Basel, Link öffnet in einem neuen Fenster wartet man auf konkrete Verbesserungen von Bund und Kantonen. Der Tenor unter der versammelten Angehörigen: Es braucht mehr Wissen bei den zuständigen Stellen, bessere Koordination, mehr Krankenkassenleistungen und mehr Pflegeeinrichtungen.

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«Mehr Fachwissen», «bessere Koordination», «fairere Entschädigungen», «mehr Pflegeeinrichtungen»: Das wünschen sich Angehörige von Demenzkranken am «Demenz-Meet» in Basel.
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Im «Puls»-Studio wurde GDK, Link öffnet in einem neuen Fenster-Präsidentin Heidi Hanselmann live mit der Kritik von Ärzte- und Angehörigenseite konfrontiert. Sie verteidigte das bisher Erreichte und verwies auf die typische Problematik des Föderalismus.

Insgesamt sei das Glas aber eher halb voll als halb leer. Und bis Ende 2019 bestehe noch Gelegenheit, an den erkannten Lücken zu arbeiten.

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Studiogespräch mit GDK-Präsidentin Heidi Hanselmann.
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7 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Die Hirnforschung zeigt uns, dass in der ersten Phase der Alzheimer-Erkrankung nur der Hippocampus von der Neuronen-Zerstörung betroffen ist. Im MRI-Bild erkennt man nach einigen Jahren die vollständige Auflösung der beiden Hippocampi (hinter den Ohren). 1998 wurde in Stockholm entdeckt, dass körperliche Aktivität bis zu täglich 3'000 Vorläuferzellen bilden kann. 28 Tage lang können diese durch Lernprozesse mit hohen Anforderungen an unser Gedächtnis in vernetzte Neuronen umgewandelt werden.
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    1. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      Mit diesem Training kann man leider keine dementen Menschen heilen. Doch lässt sich Demenz so verhindern. Es gibt viele Möglichkeiten, ein geeignetes Training zu gestalten. Eine davon ist der Einstieg ins Turnierschach und zusätzlich in ein Sporttraining. Wer zufällig in der Nähe von Bern wohnt oder gewillt ist hierher zu reisen, kann über "bernerschach" Kontakt aufnehmen. Wir bieten ein gut aufgebautes spannendes Training für jedes Alter und das erst noch gratis.
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Was heisst hehre Ziele. Dieses Wort ist mir nicht bekannt.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Demenzerkrankung= vielfältig, beängstigend, überfordernd (Umfeld-Pflege/Betreuung) Krankheit für Betroffene. Niemand kann sich effektiv in einen Menschen mit Demenz versetzen/einfühlen. Mitbetroffen ist auch das ganze Umfeld eines erkrankten Menschen. Daher benötigt die Pflege/Betreuung, absolut "geeignete" (Charakter, Persönlichkeit - Empathie -, Umgangsformen, Sprache) Menschen, welche einen "Eignungstest" zuvor bestehen müssten! Kein Diplom, ist ein Garant für effektive "EIGNUNG"!
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