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Schweiz Den bösen Käfer schon in China bekämpfen

Der Bund hat eine Delegation nach China geschickt: Sie soll sondieren, wie man den Import des Laubholzbockkäfers verhindern kann. Denn eingeschleppt in Holzverpackungen aus Asien befällt der Käfer hierzulande Laubbaum um Laubbaum.

Laubholzbockkäfer auf einem Blatt: Schwarzer Käfer mit weissen Punkten und langen Fühlern.
Legende: Der gefrässige asiatische Käfer, einmal eingeschleppt, ist kaum zu bekämpfen. Keystone

Erstmals wurde der schwarze, bis zu drei Zentimeter grosse Käfer vor zwei Jahren im Kanton Freiburg festgestellt. Inzwischen sind sieben Kantone betroffen. Den schlimmsten Befall gab es letztes Jahr bei einer Baumallee in Winterthur. 140 Käfer wurden dort gefunden und vernichtet. Gleichzeitig mussten aber auch 130 Bäume gefällt und verbrannt werden, um auch möglicherweise bereits in den Bäumen abgelegte Larven zu eliminieren.

Kletterer und Spürhunde

Wo der Käfer aufgetaucht ist, muss weiter aufwendig kontrolliert werden: Kletterer durchsuchen die Laubbäume, sogar Spürhunde werden eingesetzt. Josef Hess, Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt (Bafu), schätzt, dass der Kampf gegen den Schädling aus China den Bund bis heute rund zwei Millionen Franken gekostet hat. In Peking trifft Hess nun Vertreter des chinesischen Waldministeriums. Denn, so sagt er gegenüber Radio SRF per Telefon: Die bisher in den Herkunftsländern ergriffenen Massnahmen genügten offensichtlich nicht.

Bundesrätin Doris Leuthard hat letzte Woche bei ihrem Chinabesuch vorgespurt und ein Abkommen mit der staatlichen Waldverwaltung vereinbart. Dieses regelt den Erfahrungsaustausch, von dem sich die Schweiz wichtige Erkenntnisse erhofft. Etwa, ob der ungeliebte Laubholzbockkäfer auch in der Schweiz natürliche Feinde hat.

Ausserdem trifft der Bafu-Vizedirektor Vertreter der chinesischen Ein- und Ausfuhrbehörde. Dies dürfte eine etwas heikle Mission werden, befürchtet Hess: Bereits jetzt würden die chinesischen Behörden Kontrollen durchführen. Wenn er nun komme und den Beamten vorwerfe, sie hätten zu wenig gut kontrolliert, «löst man natürlich wenig Begeisterung aus», sagt er.

Der internationale Holzverpackungsstandard verlangt, dass Verpackungsholz mit Hitze oder Methylbromid behandelt wird, damit Käfer und ihre Larven abgetötet werden. Die Schweiz – und vor ihr auch schon EU-Delegationen – verlangt nun von China, dass diese Auflagen auch erfüllt werden.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann, Fuqing
    hier an einem Feigenbaum (leider unscharf): http://www.g2p.ch/RedGround/programme/frontend/uploads/pics/DSC02019.JPG
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  • Kommentar von Paul Soltermann, Fuqing
    Man sollte bei einem Fund nicht sogleich ans Vernichten denken, es ist ein wunderschoenes und eindrueckliches Tier das, wie die Menschen auch, die ganze Evolutionsgeschichte zusammen mit den Laubbaeumen durchlaufen hat. Eine Bekannte sagte mir: "haha ich habe schon als Kind mit diesen Viechern gespielt ...", als ich ihr ein leider missratenes Photo von diesem Kaefer gezeigt habe. Naja, ich war zu aufgeregt, danach war er weg ...
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    1. Antwort von Nin Guna, Zürich
      Sie müssten mal sehen, was eingeschleppte Arten für Schaden anrichten können. Es ist ja genau der springende Punkt, dass die Käfer in der Evolution hier bei uns bisher nicht vorgekommen sind. Es konnte sich also auch kein Baum an den Käfer anpassen. Vergleichbar mit dem Pocken-Virus, von Europäern nach Amerika geschleppt, das auf nicht angepasste Indianer traf...
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    2. Antwort von Paul Soltermann, Fuqing
      Sicher richtig Nin Guna und weil der strenge Winter auch in der Schweiz Geschichte ist, ist ein weiterer "Ordnungsfaktor" weggefallen.
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