Der Benzinpreis ist tief – aber ist er tief genug?

Benzin ist in der Schweiz im Moment günstig. So günstig, wie schon seit Jahren nicht mehr. Doch die Konsumentenschützer sind noch nicht zufrieden. Sie fordern, dass der Benzinpreis noch weiter fällt.

Eine Frau tankt an der Migrolino-Tankstelle in Stans, Kanton Nidwalden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Weihnachtsgeschenk für Vielfahrer: Das Benzin war seit Frühjahr 2009 nicht mehr so günstig. Keystone/Archiv

Der Preis für bleifreies Benzin ist in der Schweiz so tief wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Da staunt auch der Geschäftsführer der Erdölvereinigung, Roland Bilang: «Ich habe gestern eine kleine Reise durch die Schweiz gemacht. Der Preis liegt bei 1.50 bis 1.52.» Der Grund: Der Preis für ein Fass Rohöl der Marke Brent ist seit Mitte Juni um rund 50 Prozent gefallen.

Trotzdem ist der Benzinpreis in der Schweiz bis heute nur um rund 17 Prozent gesunken. Das gefällt den Konsumentenschützern natürlich nicht. Sie fordern endlich auch einen tieferen Benzinpreis. Das sei nicht möglich, sagt die Erdölvereinigung.

Steuerbelastung auf dem Benzin

Der Steueranteil sei beim Benzin mit 85 Rappen zu hoch, der Spielraum deshalb klein. «Das heisst, das ganze Marktspiel findet auf den übrigen etwa 85 Rappen statt, die der Benzinpreis im Sommer hatte», erklärt Bilang. «Schon deswegen kann das Ausmass niemals so gross sein wie beim Rohölpreis.»

Deshalb geht es beim Benzinpreis in nächster Zeit wohl nur leicht nach unten. Das Schweizerische Konsumentenforum appelliert an die Autofahrer, die Preise konsequent zu vergleichen, und einfach dort zu tanken, wo es am billigsten ist. Das erhöhe den Druck auf die Benzinfirmen, die Preise vielleicht doch noch ein wenig nach unten zu korrigieren.