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Schweiz Der Gripen spürt Gegenwind aus der Romandie

Die Westschweiz fühlt sich im Geschäft mit dem Kampfjet Gripen vernachlässigt. Deshalb wollen Nationalräte der Romandie den Kauf boykottieren. Am Montag berät die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats über die Finanzierung des Jets.

Legende: Video «Westschweiz geht bei Gripenkauf leer aus» abspielen. Laufzeit 3:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.04.2013.

Es geht weiter turbulent zu und her bei der Beschaffung des Kampfjets Gripen. Streitpunkt jetzt: die Verteilung der Aufträge. 30 Prozent der Gegengeschäfte sollten ursprünglich an die Westschweiz gehen.

Nun haben sich offenbar sowohl der Bundesrat als auch die Schweden nicht an das Versprechen gehalten. Zwischen 2008 und 2011 gab es Aufträge im Umfang von 200 Millionen Franken. Nur 7 Prozent anstatt der versprochenen 30 gingen in die Westschweiz.

Gripen-Hersteller Saab hat der Firma Saint Jean Aéro in Genf zwar vergangenen November einen Besuch abgestattet – einen Auftrag gab es allerdings keinen. «Wir hätten alle Voraussetzung, um einzelne Bestandteile für Saab zu produzieren», betont Alain Bouillet, Direktor der Saint Jean Aéro, in der «Tagesschau».

Parlamentarier wollen Gripenkauf stoppen

Weniger Aufträge als versprochen? Mike Helmy von Saab Schweiz wehrt sich gegen den Vorwurf: Die 7 Prozent, mit der die Parlamentarier rechnen, sind nicht mehr aktuell. Die Romandie hat inzwischen mindestens doppelt so viele Gegengeschäfte erhalten. In der Tat hat eine andere Rüstungsfirma von Saab-Aufträgen profitiert – die Swiss Assembling in Neuenburg.

Parlamentarier geben sich damit aber nicht zufrieden. Unter der Führung von Hugues Hiltpolt (FDP) drohen 15 bürgerliche Nationalräte den Gripenkauf zu stoppen. Sie haben eine Interpellation eingereicht. Die Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats berät am Montag über die Finanzierung des Kampfjets.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Ich glaube, wir sollten die Armee definitiv abschaffen. Das da was uns vorgeführt wird, ist bestenfalls nur noch geeignet sich selber der Lächerlichkeit hinzugeben. Wozu sollen wir jährlich noch bis zu 4 oder 5 Mia ausgeben, wenn's per Saldo nur noch dazu dient, dass sich geltungs-süchtige Politiker profilieren können, Satiriker ein Thema haben für ihr Programm und vielleicht ein paar wenige einen unsicheren Arbeitsplatz sowie ein GSoA ein "unrealistisches Wolke-sieben-Heile-Welt-Programm"...
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Ursache und Wirkung, Herr Haller. Es ist eben just jene "bis zum geht nicht mehr blockieren und verhindern, und wenn die Armee dann nicht das machen kann was man trotzdem wollte die Abschaffung fordern"-Denkweise, die diese Probleme bewirken... Ferner geht dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf; Stichwort: GEGENgeschäfte! Und 4 od. 5 Mrd sind im Vergleich zu den Mrd die für Kosovo-Rückkehrer (die, die bald via PFZ wieder kommen) und "Entwicklungshilfe" nur Peanuts.
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Nachtrag: übrigens - sind diejenigen Politiker die - trotz zweifacher Abfuhr an der Abstimmungsurne - ständig die Armee-Abschaffung fordern und so auf Stimmfang gehen, nicht auch aus dem Genre "Geltungssüchtig" und "Profilierungssüchtig"? (vgl. Jo Lang, Girod uvm)
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Der Gripen ist noch nicht einmal gekauft; streng genommen gelten die Gegengeschäfte noch gar nicht, aber schon wollen die Romands BLOCKIEREN, weil sie mehr vom Kuchen wollen. Dabei werden viele Regionen der CH gar keine Gegengeschäfte bekommen... EINZIG WICHTIG ist doch aber, das überhaupt (schon) Gegengeschäfte mit der CH gemacht, und somit Jobs geschaffen/erhalten werden. Liebe Romands; wenn ihr den Kauf blockiert, kriegt KEINER ein Gegengeschäft... S'isch ächt nuno zum hüüle
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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    Tja, früher erweiterte man in der DDR über die Geldbeziehungen zum "Grossen Bruder" in Moskau den Spruch "Bei Geld hört die Freundschaft auf" um den Zusatz: "… und bei Devisen die Brüderschaft." … scheint ja mit Rüstungsprofiten so ähnlich zu sein, oder?
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