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Ambulante ärztliche Versorgung Der Hausarzt: Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Legende: Audio Gruppenpraxen prägen zunehmend das Bild im hausärztlichen Bereich abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
01:04 min, aus HeuteMorgen vom 04.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beruf des Hausarztes ist bei jungen Medizinern offenbar doch nicht so unbeliebt, wie vielerorts suggeriert wird.
  • Viele Interessenten möchten aber vor der Tätigkeit in einer eigenständigen Hausarzt-Praxis für etwa fünf Jahre angestellt sein.
  • Will die Schweiz den Mangel an Hausärzten in den Griff bekommen, braucht es einen Strukturwandel bei den bestehenden Hausarztpraxen, so die Ärztevereinigung FMH.

Der Hausarzt-Beruf ist nicht so unbeliebt wie angenommen. Eine neue Studie zeigt: Junge Mediziner wollen durchaus Hausärzte werden – aber nur unter gewissen Bedingungen. Doch welche Bedingungen sind das?

Gehört es auch dazu, selbstständig in einer Praxis zu arbeiten? Ja, aber nur mit einer gewissen Vorlaufzeit. Sven Streit vom Berner Institut für Hausarztmedizin sagt, junge Hausärzte möchten nach dem Studium zuerst angestellt sein: «Dies aber über einen beschränkten Zeitraum von etwa fünf Jahren. Und das zeigt eben doch, die hausärztliche Tätigkeit ist noch nicht ausgestorben.»

Gruppenpraxen gewinnen an Bedeutung

Haben junge Ärzte den ersten Karriereschritt als Angestellte hinter sich, haben sie durchaus Lust auf eine eigene Praxis. Aber nicht allein, sondern mit anderen Ärzten in kleinen Gruppenpraxen. In den Alltag übertragen heisst dies: Hausärzte wollen sich im Team austauschen können, die Verantwortung teilen und in Teilzeit arbeiten.

Dass zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht wurde, was die Bedürfnisse junger Ärzte sind, sei erfreulich, betont der Präsident der Ärztevereinigung FMH, Jürg Schlup. Die Studie bestätige, was auch er selber im Alltag beobachte.

Mangel an Hausärzten überwinden

Will die Schweiz den Mangel an Hausärzten in den Griff bekommen, braucht es also einen Strukturwandel bei den bestehenden Hausarztpraxen. Dieser sei bereits im Gang, sagt Schlup: «Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind wir heute einen grossen Schritt weiter. Die Einzelpraxis ist am Zurückgehen. In zehn Jahren werden Gruppenpraxen das normale Bild in der ärztlichen ambulanten Versorgung sein.»

Einzelpraxen seien daran, sich zusammenzuschliessen und zusätzlich junge Ärzte anzustellen. So dass die Jungen nach ein paar Jahren die Praxis übernehmen und als Gruppenpraxis weiterführen können.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich denke dass Gruppenpraxen in der heutigen Zeit vielerorts angepasst sind. Wenn sich die Situation einmal ändern wird, und genügend einheimische Ärzte auf dem Land zur Verfügung stehen werden, kann man dies wieder ändern. Auf dem Land sollte man mehr darauf achten, dass kleine +einfache Wohnungen und ganz kleine (2-Zimmer) Häuchen gebaut werden, damit alte Leute diese kaufen können. Denn die meisten möchten im Alter gerne in kleinen einfachen Häusern mit Garten leben um selbständig zu bleiben.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Medizentren sind eine gute Sache. In meiner Region zB eines mit 7 Hausärzten, innere und allgemeine, jeder mit spez.Fähigkeitsausweisen, eine Gynäkologin, aber auch konsiliarische Betreuung diverser Spezialisten von Orthopäden über Gefässspezialisten bis Psychotherapie usf, 6Tage/Woche. Gäbig auch die eigene, kleine Apotheke, Labor, Röntgen, Physiotherapeutisches+Fitness Zentrum, Ernährungsberatung usw., auch Praktikumsstellen für Studenten+Assistenten, geregelter Notfalldienst über die Region.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    "Der Beruf des Hausarztes ist bei jungen Medizinern offenbar doch nicht so unbeliebt, wie vielerorts suggeriert wird." Dies wurde nicht suggeriert sondern ist eine Tatsache, die Gründe sind bekannt: Keine geregelte Arbeitszeit, Verdienst heute eher bescheiden in Relation zum Aufwand und im Vergleich z.B. zum Spezialisten , erhöhter admistrativer Aufwand im Vergleich zu früher. Die neuen Möglichkeiten, die oben erwähnt sind , könnten jetzt eine Veränderung herbei führen, sehr erfreulich.
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