Zum Inhalt springen

Schweiz «Der Lehrplan 21 muss abspecken»

Der Lehrplan 21 stösst bei den Mitgliedsorganisationen des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) grundsätzlich auf Zustimmung. Dieser sei aber überladen. Vor allem eine zweite obligatorische Fremdsprachen während der Primarschule überfordere viele Schüler.

Legende: Video «Der Lehrplan 21 muss abspecken» abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.11.2013.

Bei den Mitgliedsorganisationen des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) erntet der Lehrplan 21 grundsätzlich Zustimmung. Gute Noten erhalten Gestaltung und Form.

Jedoch gibt es auch Kritik: Der Lehrplan 21 sei überladen, und der Verfassungsauftrag zur Harmonisierung der Volksschule werde nur teilweise erfüllt.

Ein klares Bild ergaben die Antworten innerhalb des LCH zu den Fremdsprachen: Die Fremdsprachenabfolge soll vereinheitlicht werden. Das Angebot für zwei Fremdsprachen an der Primarschule soll zwar aufrecht erhalten, das Obligatorium aber auf nur noch eine Fremdsprache reduziert werden.

Der Lehrplan 21 lässt auf der Primarstufe eine unterschiedliche Reihenfolge des Beginns des Fremdsprachenunterrichts zu. Zudem verlangt er zwei obligatorische Fremdsprachen. Gemäss LCH überfordert
dies lernschwache Schülerinnen und Schüler.

Der LCH will überdies, dass die kantonalen Unterschiede bei der Zahl der obligatorischen Unterrichtsstunden in der Volksschule reduziert werden, wie es in der Konsultationsantwort weiter heisst.

Verständlicher für Eltern

Kritik übt der LCH auch an den geforderten Kompetenzen. Im Lehrplan 21 wird der Bildungsauftrag in Form von Kompetenzen beschrieben. Das Ziel ist nicht dann erfüllt, wenn der Stoff behandelt ist, sondern wenn die Kinder das verlangte Wissen anwenden können.

Diese Anforderungen müsste gemäss LCH aber reduziert und die Kompetenzen verständlicher beschrieben werden. Klarer definieren möchte der Verband auch die Mindestansprüche in verschiedenen Fachbereichen. Auch müssten die Chancen zur Erfüllung möglichst für alle Kinder gegeben sein.

Der LCH fordert ausserdem wichtige Systembausteine wie Schülerbeurteilung, Zeugnisse, Stundentafel und Weiterbildungsbedarf der Lehrpersonen verbindlich und kantonsübergreifend zu regeln. Auch soll der Lehrplan für die Eltern und die Öffentlichkeit verständlicher werden.

Einführung erst später

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz hatte im Juni den Lehrplan 21 vorgestellt. Bis Ende Jahr ist er in der Konsultation und wird danach überarbeitet. Freigegeben werden soll er im Herbst 2014. Über die Modalitäten der Einführung entscheidet jeder Kanton in eigener Regie.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Steiner, ZH
    Wann hört eigentlich das ewige Herumgebastel an unserem Bildungssystem auf? Welche staatlichen Stellen haben sich hier sichere Stellen geschaffen, welche externen Berater verdienen sich an der ewigen Diskussion eine goldene Nase? Verbratet die Gelder lieber in der direkten Förderung unserer Jugend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dominic Trachsel, Chur
    Und doch kommt mit dem neuen Lehrplan auch eine neue Generation Lehrpersonen in die Schulen. Lehrpersonen, die auf den Lehrplan 21 bezogen ausgebildet sind und hinter diesem stehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Naja, bis diese Lehrer ausgebildet sind, wird sehr wahrscheinlich schon ein neuer Lehrplan ausgeheckt worden sein. Ausser Spesen, nix gewesen sozusagen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Elfriede Schenker, Winterthur
    Und wer fragt die Eltern? die alles bezahlen und keine Wahl haben.. Zwangs--Institution nannte Herr Oberlehrer Zemp zum ersten Mal präzise. ein Lichtblick.. Solange so viele Schulverweigerer die teure Staatschule verlassen ohne des Lesens und Schreibens mächtig zu sein.. da bringt wohl auch ein Lehrplan 21 wenig. Solange die Herkunft des Elternhauses eine zentrale Rolle spielt, bleibt wohl zu viel Potenzial unentdeckt und ungefördert und so verschüttet
    Ablehnen den Kommentar ablehnen