Zum Inhalt springen

Schweiz Deutliche Zunahme Schweizer Rüstungsexporte

Die Lockerung der Exportbeschränkungen hat die hiesigen Waffenbauer im letzten Jahr gute Geschäfte machen lassen. Dabei bleibt Deutschland der grösste Abnehmer. Der zweitgrösste Kunde kommt aus Asien.

Legende: Video «Das Rüstungsgeschäft läuft wie geschmiert» abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.02.2015.

Nach einem Rückgang im Vorjahr haben die Schweizer Kriegsmaterialexporte 2014 wieder zugelegt. Insgesamt führte die Schweiz Kriegsmaterial im Wert von 563,5 Millionen Franken aus. 2013 hatten sich die Exporte auf 461 Millionen Franken belaufen.

Markant angestiegen sind die Ausfuhren nach Indonesien. Das südostasiatische Land bestellte Kriegsmaterial im Wert von über 121 Millionen Franken – im Vergleich zu 157'000 Franken im Jahr 2013. Die Bestellung eines Fliegerabwehrsystems und von Hand- und Faustfeuerwaffen, aber auch Waffen anderer Kaliber machte Indonesien 2014 zum zweitgrössten Kunden der Schweizer Rüstungsindustrie.

Dies geht aus den Statistiken des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hervor, die heute publiziert wurden. Wie stark die Lockerungen der Ausfuhrbedingungen zum Ergebnis beigetragen haben, ist in den Statistiken nicht ersichtlich.

Deutschland bleibt wichtigster Kunde

Das Parlament hatte im Frühjahr beschlossen, die Regeln für Kriegsmaterialexporte zu lockern, weil die Schweizer Rüstungsindustrie sich über ungleich lange Spiesse beklagt hatte. Neu sind Exporte nur noch dann verboten, wenn ein hohes Risiko besteht, dass das Material für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wird.

Die entsprechende Verordnung ist jedoch erst seit dem 1. November 2014 in Kraft. Einen Hinweis liefert die Quartalsstatistik, wonach von Januar bis September 2014 Rüstungsgüter im Wert von 343 Millionen Franken bewilligt und ausgeführt worden waren.

Wichtigster Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial ist mit 187 Millionen Franken weiterhin Deutschland. Den grösste Posten machte der Kauf von Panzern und anderen Landfahrzeugen aus.

Petition gegen Drohnen

Die BDS Schweiz hat eine Petition mit 28‘000 Unterschriften gegen den Kauf von sechs israelischen Hermes-900-Drohnen durch das VBS eingereicht. Die Beschaffung stehe im Widerspruch zur Rolle der Schweiz als Depositärstaat der Genfer Konventionen, schreibt BDS Schweiz, die sich «Boykott – Desinvestition – Sanktionen gegen Israel» nennt.

13 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Katharina Gattiker, 8702 Zollikon
    Selbstverständlich bin ich dagegen, dass die Schweiz mehr Rüstungsmaterial an Indien und auch sonst verkauft! Wir wissen dass dieses Material schliesslich immer an Kriegsschauplätzen landet - und dies ist ein Verstoss gegen unsere Verfassung. Nicht nur das: Kriegsmaterial verursacht Leiden, kostet Menschenleben, und das soll mit meinen Steuergeldern nicht passieren!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wer Waffen herstellt und vertreibt ist ein potentieler Mittaeter.. leider spielt diese Regel nur bei Marihuana ... Dort wird der Hersteller wie der Vertreiber gebuesst... fuer etwas das nur etwas Stimulliert.. fuer Mordwerkzeug hingegen.. da ist man sehr grosszuegig. Man sehe den Verhaeltnisbloedsinn!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Franz Nanni, man sollte auch differentieren was alles unter Rüstungsmaterial läuft. Bei Munition stimme ich ihnen zu. Fahrzeuge und Aurüstung für KFOR-, OSZE- und UNO-Soldaten sind hingegen leider auch Rüstungsgüter gemäss unserem Rüstungsprogram. Und solange es Menschen gibt, die leider schwächere und friedlichere bedrohen und ausbeuten, stellt sich die Frage wie sie dies vermeiden wollen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Ich bin ein vehementer Verteidiger der CH Milizarmee.. was aber nicht bedeutet, dass ich nicht gewisse Verhaltnisbloedsinne wahrnehme.. und was nicht bedeutet, dass ich Unrecht habe.. waere auf unserem Planeten die Waffenproduktion, deren Vertrieb und Besitz verboten... welch Paradis..und man haette noch genug Mittel, fuer die Armen und Verlassenen zu sorgen, den Hunger auszurotten und allen ein gerechtes Leben zu ermoeglichen
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Wenn sie für die CH Milizarmee sind, wer sollte für diese dann die Waffen herstellen? Etwa das Ausland so wie gerade Lettand mit den Boxer-Fahrzuegen (Ironie)? Die Rüstungspolitik des Bund wo alles blockweise und nicht rollend beschaft wird ist der Tod jeder einheimischen Rüstungsindustrie.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hagou Hans, Bienne
    ...WO & WER sind die schweizerisch neutralen Menschenrechtsfanatiker, die Konflikte, Kriege mit Waffen füttern und somit jegliche Art von "Flüchtlingen" in die Schweiz importieren? Im Sport wären dies offensichtliche Eigentore!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen