Rücktritt Urs Gasche Die BDP verliert ein wichtiges Aushängeschild

Der 62-jährige Berner Urs Gasche verlässt den Nationalrat per Ende Juni. Nachfolger wird Heinz Siegenthaler.

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Urs Gasche tritt zurück

0:33 min, aus Tagesschau am Mittag vom 20.6.2017

Es sind persönliche Gründe, die Urs Gasche zum Rücktritt bewegen. «31 Jahre, also genau die Hälfte meines Lebens, hat die Politik meine Agenda bestimmt», so Gasche. Jetzt sei der Moment gekommen, um kürzer zu treten.

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Heinz Siegenthaler rückt nach

Portrait Heinz Siegenthaler

Keystone

Als Nachfolger von Urs Gasche wird in der kommenden Herbstsession Heinz Siegenthaler als Nationalrat vereidigt werden. Der diplomierte Meisterlandwirt und langjährige Grossrat war bereits von 2014 bis 2015 im Nationalrat.

Der Jurist war Gemeinderatspräsident in Fraubrunnen, sass von 2001 bis 2010 als Finanzdirektor in der Berner Kantonsregierung und wurde dann in den Nationalrat gewählt. Zudem präsidiert Gasche den Verwaltungsrat des Berner Energiekonzerns BKW.

Der Finanzpolitiker gehörte zu den BDP-Gründern der ersten Stunde und war Präsident der BDP des Kantons Bern. Ob die Partei seinen Rücktritt verkraftet? «Auf der einen Seite mag mein Rücktritt ein Verlust sein», so Gasche. Auf der anderen Seite schaffe er Platz für junge Kräfte in der Partei – und das sei genau so wichtig.

Nicht der Anfang vom Ende der BDP

Und was sagt die Führungsriege zu Gasches Rücktritt? «Natürlich ist es schwierig, wenn eine herausragende Persönlichkeit wie Urs Gasche seinen Rücktritt erklärt», sagt Enea Martinelli, der Parteipräsident der bernischen BDP.

«  Das ist ein völlig normaler Prozess für eine Partei. »

Enea Martinelli
Präsident BDP Kanton Bern

Dass der Rücktritt Gasches aber den Anfang vom Ende der Kleinpartei einläute, dem widerspricht er: «Gegen aussen mag es so wirken, weil die alte Garde nach zehn Jahren langsam abtritt. Das ist aber ein völlig normaler Prozess für eine Partei.»

Im Kanton Bern hätte die BDP beispielsweise keine grossen Probleme, die Grossratslisten für die Wahl nächsten Frühling zu füllen, so Martinelli. Er glaube deshalb den Untergangsprophezeiungen nicht.