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Schweiz «Die beiden Bahnhöfe entsprechen den modernen Ansprüchen»

Auf verschiedenen Berner Bahnhöfen sind innert zwei Tagen vier Menschen gestorben. Wie steht es um die Sicherheit auf Schweizer Perrons? Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn, gibt Auskunft.

Der abgesperrte Bahnhpf Bümpliz Süd.
Legende: Der abgesperrte Bahnhpf Bümpliz Süd. SRF / TeleBärn

SRF: Auf verschiedenen Berner Bahnhöfen sind innert zwei Tagen vier Menschen gestorben. Die Umstände sind noch nicht klar. Beim Unfall am Montagabend starben zwei Menschen, weil sie offenbar die Geleise überqueren wollten. Wie steht es um die Sicherheit auf den Bahnhofperrons?

Kurt Schreiber: Sorgen muss man sich keine machen. Wenn wir auf einem Bahnsteig stehen, dann sind wir sicher. Vor allem eines ist wichtig: Das Überschreiten der Gleise gilt es wirklich – unter allen Umständen – zu vermeiden. Es mag vielleicht Zeit einsparen, weil man die Unterführung nicht nehmen muss. Auf der anderen Seite kann es dazu führen, dass man schneller im Himmel ist...

Immer mehr Menschen benutzen Züge. Nicht nur die Wagons sondern auch auf dem Perron nimmt der Druck zu. Das erhöht das Risiko.

Die Perrons sind in den Hauptverkehrszeiten sehr stark belegt. Es ist aber nicht so, dass die Leute deswegen auf die Schiene gedrückt werden. Wir haben in der Schweiz Gott sei Dank noch genügend Platz.

Und wie sieht es auf den zwei Bahnhöfen in Bern – Bümpliz und Wankdorf – aus? Dort passierten die Unfälle.

Diese Bahnhöfe entsprechen den modernen Ansprüchen. In der Schweiz gibt es andere Bahnhöfe, die ausgebaut werden müssen.

Sie erwähnen die modernen Ansprüche. Kann es sein, dass bei uns einmal Zustände wie in Japan herrschen? Beispielsweise Glaswände auf den Perrons? Und Personen, welche die Pendler in die Züge stossen?

Nein, das wünsche ich mir nun wirklich nicht. Ich denke, dass hier die Behörden und die SBB früh genug Massnahmen treffen, damit es nicht so weit kommt. Und sonst müsste man mit Beschränkungen arbeiten, beispielsweise mit Perronsperren. Man würde also die Anzahl der Leute beschränken, welche auf den Bahnsteig dürfen.

Das Interview führte Roland Wermelinger.

Zur Person

Zur Person

Kurt Schreiber ist Präsident von Pro Bahn. Der Verband setzt sich für die Kundeninteressen bei Bahn, Tram, Bus und Schiff ein.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Horst Bauersachs, Füllinsdorf
    Es ist erstaunlich, dass es erst jetzt passiert ist. Die Züge und fahren schneller durch die Bahnhöfe und sind leiser geworden. Zentral ist aber, dass KEINE Warnung mehr erfolgt wie es früher üblich war durch eine Lautsprecherinfo: Achtung Zugsdurchfahrt auf Gleis X Hier besteht neu ein Sicherheitsdefizit, dank dem Personalabbau auf den Bahnhöfen. Wichtiger waren wohl die teuren Lichtsäulen vor den Bahnhöfen.aber ohne Nutzen ausser Lichtverschmutzung.
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    1. Antwort von Tom Lange, Zürich
      Ah ja, genau. Weil die Züge leiser und schneller sind und keine Durchfahrtswarnung erfolgte, wurden 2 Personen die verbotenerweise leichtsinnig die Gleise überquert haben getötet. Ich denke nicht. Mein Tipp wäre, dass es eben genau darum war: Weil die 2 Personen verbotenerweise und leichtsinnig über die Gleise gelatscht sind. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür nun eine Schuld bei der Bahn zu suchen ist billige Polemik.
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  • Kommentar von Heinz Hugentobler-Zeller, Ins
    Die beiden Unfälle sind bedauerlich, den Angehörigen mein Beileid. Ich kenne beide Bahnhöfe, punkto Sicherheit bestimmt keine Mängel erkennbar. Allenthalben wird immer und in vielen Bereichen die "Eigenverantwortung" zitiert. Ja, es waren Erwachsene, mündige Personen. Also sollte man meinen, dass sie ihrer Verantwortung bewusst waren, oder eben doch nicht. Die weißen Linien dienen einerseits den Sehbehinderten zur Orientierung und andererseits auch jeder Person als Hilfe, als Sicherheitsgrenze.
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  • Kommentar von Ernesto R., Winterthur
    Aufgrund der beiden oben stehenden Kommentare, habe ich endlich den Begriff "Fremdschämen" verstanden. Danke.
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