Neue Sicherheitsstudie der ETH Die EU ist bei den Schweizern verpönt wie noch nie

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«Sicherheit 2017»

1:51 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.5.2017

Das Wichtiste in Kürze

  • 31 Prozent der Schweizer wünschen sich eine nähere politische Zusammenarbeit mit der EU.
  • Das ist der tiefste Wert in der Geschichte der Sicherheits-Studie der ETH Zürich.
  • 1999 – als die erste Studie publiziert wurde – wünschten sich noch 70 Prozent der Schweizer eine Annäherung.
  • 81 Prozent möchten jedoch wirtschaftlich gerne mehr mit der EU zusammenarbeiten.
  • Der Grossteil der Schweizer – 93 Prozent – fühlt sich im Allgemeinen sicher.

In der Schweiz wächst die Skepsis gegenüber der EU: Heute befürwortet weniger als ein Drittel der Bevölkerung eine politische Annäherung. Eine grosse Mehrheit wünscht sich aber eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Flaggen EU und Schweiz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So wenig Schweizer wie noch nie wünschen sich eine engere politische Zusammenarbeit mit der EU. Keystone

Das hat die Studie «Sicherheit 2017» der Militärakademie und des Center for Security Studies der ETH Zürich ergeben. Dafür waren im Januar gut 1200 Stimmberechtigte befragt worden. Die Studie wird seit 1999 durchgeführt.

Damals hatten sich noch 70 Prozent der Befragten für eine politische Annäherung an die EU ausgesprochen. Dieses Jahr ist der Wert auf einen Tiefststand von 31 Prozent gefallen. Vor zwei Jahren waren es noch 39 Prozent gewesen, letztes Jahr 35 Prozent. Für einen EU-Beitritt sprachen sich dieses Jahr nur noch 15 Prozent aus. Hingegen wünschen sich 81 Prozent mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Brexit, Flüchtlingskrise, Anschläge

Eine Mehrheit befürwortet auch ein stärkeres Engagement im Rahmen der UNO, mehr Entwicklungshilfe oder eine aktivere Rolle der Schweiz bei internationalen Konferenzen.

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Gute Zeugnisse für Behörden

Behörden und Institutionen geniessen hohes Ansehen. Die Polizei belegt von allen Behörden mit 7,9 Punkten auf einer Zehnerskala den Spitzenplatz, gefolgt von den Gerichten mit 7,4 und dem Bundesrat mit 7,1 Punkten. Medien und politische Parteien bilden das Schlusslicht. Auch die Armee geniesst mit 6,5 Punkten ein hohes Ansehen in der Bevölkerung.

Jede institutionelle Anbindung kommt dagegen schlecht an. Für einen Nato-Beitritt zum Beispiel sind nur 19 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung, der möglichst unabhängig bleiben will und auch der UNO kritisch gegenübersteht, ist dieses Jahr sprunghaft von 32 auf 37 Prozent gestiegen.

Als mögliche Gründe für den düsteren Blick über die Grenze nennen die Autoren die anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der EU, den Brexit, die Flüchtlingsdebatte oder die Anschläge von Berlin und Istanbul. In schroffem Gegensatz dazu steht die optimistische Wahrnehmung der Schweiz.

Voller Optimismus in die Zukunft

82 Prozent der Bevölkerung sehen die Zukunft des Landes optimistisch – ganze 7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Parallel dazu hat sich das allgemeine Sicherheitsempfinden verbessert. Heute fühlen sich 93 Prozent der Schweizer im Allgemeinen sicher.

Im öffentlichen Raum hingegen ist das Sicherheitsgefühl etwas kleiner geworden. Rund ein Fünftel der Befragten fühlen sich unsicher. Fast 90 Prozent sind denn auch der Meinung, dass Terrorismus und politischer Extremismus noch stärker als bisher bekämpft werden müssten.