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Schweiz Die Grippesaison dauert und dauert

Normalerweise ebbt die Grippewelle im April ab. Doch dieses Jahr melden die Ärztinnen und Ärzte immer noch aussergewöhnlich viele Fälle. In den Kantonen Graubünden und Tessin nehmen die Grippefälle sogar zu.

Ein Arzt leuchtet mit einer Taschenlampe einer Patientin in den Mund.
Legende: Dieses Jahr schwappte eine zweite Grippewelle über die Schweiz. Keystone

Hausarzt Lüzza Campell aus Pontresina hat schon manche Grippewelle erlebt. Normalerweise war der Spuk im April vorbei. Doch dieses Jahr hat er in seiner Praxis auch jetzt noch viel zu tun mit Grippepatienten: «Die Grippewelle hat dieses Jahr deutlich länger angehalten.» Es kämen Personen, die frisch an der Grippe erkrankt sind, zu ihm in die Praxis. «Das sind hauptsächlich kleine Kinder, aber auch vereinzelte Erwachsene.»

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit.
Legende: Fachleute wüssten nicht, weshalb es eine zweite Grippewelle gegeben habe, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Keystone

Für seine Patienten sei die Erkrankung unangenehm, weil die aktuelle Grippe zäh sei. «Die Betroffenen haben einen sehr hartnäckigen Husten.» Teils hätten die Patienten auch eine Bronchitis entwickelt, die Wochen andauere.

Grippewelle für 14 Wochen

Dass die Grippewelle dieses Jahr besonders lang ist, bestätigt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Normalerweise sei die Grippewelle nach acht bis zehn Wochen zu Ende. «Jetzt haben wir schon 14 Wochen.» Und immer noch würden Ärzte dem Bund Grippefälle melden. «Das ist ungewöhnlich.» Die Kantone Graubünden und Tessin melden gar einen Anstieg der Erkrankungen.

Meist kommt die Grippe in einer Welle, die über die Schweiz schwappt. Doch dieses Jahr gab es eine zweite Welle. Weshalb, wissen die Fachleute nicht. «Wir können leider vieles nicht erklären, weil es extrem viele Faktoren gibt, welche die Grippewelle ausmachen und beeinflussen», sagt Koch.

Bald überstanden

Auch den Hausarzt Campell hat die zweite Grippewelle überrascht. Dafür seien die zwei Wellen weniger heftig gewesen als die schlimmsten drei, vier Wochen letztes Jahr. «Da kamen wir mit der Arbeit kaum nach.» Dieses Jahr sieht die Lage in den Praxen besser aus. Und der Bund geht davon aus, dass die Grippewelle bald überstanden sein dürfte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von W. Helfer (W. Helfer)
    Auch dieses Jahr machte, wie jedes Jahr, eine Erkältung (Husten, Schnupfen, auch Bronchitis) die Runde. Wir haben es Alle gut überstanden und es hatte mit Grippe auch nichts zu tun. Wird leider immer wieder gerne gleich gestellt, obwohl es verschiedene Infekte sind.
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  • Kommentar von martin reiser (martin reiser)
    Bitte verschont uns endlich mit dieser unsäglichen Dramatisierung. In meinem ganzen Bekanntenkreis ist bisher keine einzige Person an Grippe erkrankt.
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    1. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      Der Text dramatisiert ja nicht,er schildert jediglich, dass die Grippewelle etwas länger dauert als sonst. Zudem: Jeder, der etwas von Statistik versteht weiss, dass Sätze wie "Aus eigener Erfahrung" oder "in meinem Bekanntenkreis" denkbar schlechte Belege sind. Wenn Sie sich mal die Statistiken zur Grippe anschauen und etwas rechnen, werden Sie bemerken, dass es sehr wohl möglich ist, dass eine starke Grippewelle umhergeht und trotzdem niemand in ihrem Bekanntenkreis eine Grippeerkrankung hat.
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    2. Antwort von martin reiser (martin reiser)
      Hr. Weiss, wer etwas von Statistik versteht, weiss in erster Linie, dass man keiner trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat.
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    3. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      "Wer etwas von Statistik versteht, weiss in erster Linie, dass man keiner trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat." Auch dies ist eine sehr populäre Floskel, um einer Statistik pauschal zu misstrauen. Eine gesunde Skepsis ist gut und richtig. Wenn jedoch nur eine solche pauschale Aussage benutzt wird ohne dass konkrete statistische Erhebungs- und Messfehler geliefert werden, nützt Sie niemandem. ;)
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