Die Hornisse: Seit 1997 im Schweizer Luftraum

Die F/A-18 fliegt in der Schweiz seit 1997. Das als langlebig bekannte Flugzeug wurde unter anderem angeschafft, um Lücken in der Schweizer Luftverteidigung zu schliessen.

Das Kampfflugzeug des Typs F/A-18 Hornet steht in der Schweiz seit 1997 im Einsatz. Der Jet ging 1988 vor allem wegen seiner langen Nutzungsdauer als Sieger aus der Evaluation hervor. Mit der Beschaffung des Abfangjägers sollten die Lücken in der Luftverteidigung geschlossen werden.

Ein F/A-18 in der Luft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der erste F/A-18-Hornet der Schweizer Luftwaffe hob im Jahr 1997 ab. Keystone

Anfang der 1990er-Jahre standen neben den heute noch eingesetzten Tiger-Flugzeugen auch die inzwischen ausgemusterten Mirage-Jets im Einsatz. Die Schweiz bestellte beim Hersteller McDonnell Douglas, der inzwischen zu Boeing gehört, 34 der im Golfkrieg «erprobten» F/A-18. Der Preis: Rund 3,5 Milliarden Franken.

Zuvor versuchte die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) allerdings, den Kauf zu unterbinden. Für ihre Initiative «Für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» sammelte die GSoA innerhalb eines Monats die Rekordzahl von einer halben Million Unterschriften. An der Urne sprachen sich dann aber nur 42,8 Prozent gegen den Kampfjet-Kauf aus.

1996 verliessen die ersten «Hornets» die Montagehallen in Emmen (LU). 1997 wurde die Fliegerstaffel in Payerne (VD) als erste Einheit auf den neuen Flieger umgeschult. Die Staffeln in Sion (VS) und Meiringen (BE) folgten bis 1999.

Absturz im Jahr 1998

Noch bevor die letzte F/A-18 in der Luft war, musste die Luftwaffe den Verlust von zwei Menschenleben und einer Maschine verdauen. Bei Crans-sur-Sierre im Wallis krachte im April 1998 ein Jet ungebremst in den Boden, beide Insassen sterben.

Bei der anschliessenden Unfalluntersuchung wurden keine technischen Mängel festgestellt. Der Bericht nannte vielmehr eine räumliche Desorientierung des Piloten als wahrscheinliche Absturzursache. Dazu hätten eine zu aggressive Flugsteuerung und fehlende Übersicht über die Instrumente beigetragen.

Seit dem Unfall umfasste die F/A-Flotte noch 33 Maschinen. 26 Maschinen sind Einsitzer, 7 Jets verfügten über zwei Sitze. Einer dieser Zweisitzer ist nun bei Alpnachstad (OW) abgestürzt. Damit stehen der Schweizer Luftwaffe noch 32 F/A-18-Flugzeuge zur Verfügung.

Im Gegensatz zum veralteten Tiger F-5, der teilweise vom Gripen abgelöst werden soll, sind die «Hornets» bei jedem Wetter und zu jeder Uhrzeit einsatzfähig. Zum Einsatz kommen die F/A-18 etwa im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Die Ausbildung zum F/A-18-Piloten für Berufspiloten dauert gemäss Angaben der Luftwaffe ein Jahr. Neben der Schweiz und den USA steht der Jet unter anderem in Australien, Finnland, Kanada und Spanien im Einsatz.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • F/A-18 Kampfjet abgestürzt

    Aus Schweiz aktuell vom 23.10.2013

    Im Raum Lopper bei Alpnachstad im Kanton Obwalden ist am Mittwochmittag ein Kampfjet des Typs F/A-18 der Schweizer Luftwaffe abgestürzt. Die Absturzursache sowie der Verbleib beider Insassen war bis am Abend unbekannt. Live vor Ort meldet sich Michael Weinmann.