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Schweiz Die Schweiz schlägt Alarm bei der UNO

Am Genfer Palais des Nations nagt der Zahn der Zeit. Wird es nicht bald renoviert, droht der Bau von 1929 endgültig zu zerfallen. Die Schweiz sieht dadurch den UNO-Standort Genf gefährdet.

Vor der Hauptfassade des UNO-Palais in Genf steht eine Bauschranke.
Legende: Das neoklassizistische UNO-Palais in Genf wurde von 1929 bis 1936 erbaut. Keystone

«Der Verfall des Gebäudes ist so weit fortgeschritten, dass uns nur eine vollständige Renovierung bleibt.» Das hat Paul Seger, der Schweizer UNO-Botschafter in New York, dem Budgetausschuss der Vereinten Nationen klar gemacht. Die Bedeutung des UNO-Sitzes in Genf sei stark gefährdet, wenn die Totalrenovierung nicht unverzüglich beginne.

Symbolträchtiges Gebäude

Das Palais des Nations sei ein Symbol der internationalen Gemeinschaft und ein dynamisches Zentrum für multilaterale Konferenzen. Das Gebäude habe als Sitz des Völkerbundes gedient, bevor Genf 1946 zum zweitgrössten UNO-Sitz der Welt wurde. Der Zustand der historischen Gebäude erlaubt offenkundig kein weiteres Zuwarten.

Entsprechend intensiv wirbt die Schweiz dafür, den Genfer UNO-Sitz funktionsfähig zu erhalten und die Infrastruktur zu modernisieren. Aussenminister Didier Burkhalter: «Wir haben dafür soweit wie möglich lobbyiert und zum Teil gute Reaktionen erhalten. Aber es ist noch nicht alles gewonnen.»

Schweiz spendet 50 Millionen

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, bietet die Schweiz auch konkrete Unterstützung: 50 Millionen Franken für die Energieeffizienz des Palais des Nations und einen Vorzugskredit für die Rundumerneuerung.

Besorgt ist Botschafter Seger über die Renovierungspläne, die UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon jetzt vorgelegt hat. Die Gesamtkosten der UNO-Renovierung in Genf, die in verschiedenen Bauphasen über 8 Jahre erfolgen soll, werden auf rund 618 Millionen Franken geschätzt. Getragen werden die Kosten von den Mitgliedstaaten der UNO.

Die Kosten seien übermässig hoch angesetzt, sagte Seger. Je höher der Kostenvoranschlag, umso grösser die Gefahr, dass die UNO-Generalversammlung das Vorhaben ablehnt oder vertagt. Die Schweiz will es unbedingt noch in dieser Session unter Dach und Fach bringen.
(aebn;godc)

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Gibt es zu diesem Geschenk der Eidgenossenschaft an die UNO eine Volksabstimmung??
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Stünde dasselbe renovationsbedürftige UNO Gebäude in einem EU Land, hätte man es schon längst renoviert. Da sieht man doch: Man will nur alles von und, man will von der CH Taten sehen, aber dem Rest der Welt ist es wurst, wenn das Image von Genf leidet.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Frau Zeiger, sie behaupte einfach das Blaue vom Himmel und ziehen dann daraus Schlüsse ... Machen Sie das sonst ebenso? Sie könnten, um Ihre These zu erhärten, ausnahmsweise ja mal Fakten zur Begründung darlegen - wär' an sich nicht schlecht!
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      L. Kunz - das selbe gilt auch für sie! versch. Gebäude der UNO und deren Teilorganisationen verteilt über Europa werden permanent renoviert und modernisiert (vgl. IAEA/Wien, UNESCO/Paris). Seitdem die CH der UNO beigetreten ist, und damit Geld einzahlt, wurde an den UNO-Gebäuden (der Palast ist nur eines von Vielen) nichts mehr gemacht. 0 Renovation. Man hat ja die Kohle der Schweiz. Auch hat Genf an Stellenwert für die UNO verlohren... (genau das haben Beitrittsgegner damals vorausgesagt)
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  • Kommentar von Olivier Megert, Aargau
    Die Schweiz sollte zu seine Stärken u.a. Tradition und Neutralität stehen. Daher finde ich das proaktive Handeln positiv. Die UNO zwingt es Stellung zum Standort Genf und der Schweiz zu beziehen. Und es wird sich zeigen, ob die 618 Mio. ein realistischer Betrag ist oder ob sich hier die UNO nur die Mitgliedstaaten besser an sich binden will.
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