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Schweiz «Die Sprachenfrage ist mir besonders wichtig»

Der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann ist neuer Präsident der EDK. In den kommenden vier Jahren will er vor allem die Umsetzung von Harmos vorantreiben. Wichtig sind ihm vor allem zwei Fremdsprachen in der Primarschule.

Anfang November tritt Christoph Eymann sein Amt als Präsident der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) an. Bei der Stabsübergabe am Montag sagte Eymann, die Harmonisierung der Strukturen und Ziele der Volksschule müsse mit «ganzer Kraft» weitergeführt werden.

In den letzten Jahren hätten die Kantone viele ehrgeizige Ziele angepackt, sagte Eymann bei einer Medienkonferenz in Bern. Seit 2009 ist das Harmos-Konkordat in Kraft. Mit ihm sollen die wichtigsten Bildungsstufen vereinheitlicht werden. Bisher sind dem Konkordat 15 Kantone beigetreten.

Harmonisierung gilt für alle Kantone

Eymann wies darauf hin, dass die Harmonisierung der wichtigsten Strukturen für alle Kantone gelte. Im Jahr 2006 hatte das Volk die sogenannte «neue Bildungsverfassung» angenommen, die die Schaffung eines einheitlichen Bildungsraumes zum Ziel hat. Jene Kantone, die dem Konkordat bis Ende des nächsten Jahres nicht beigetreten seien, würden von der EDK aufgefordert, konkrete Vorbehalte gegen die Harmonisierung anzumelden, sagte Eymann.

2015 wird dann gemäss Eymann Bilanz gezogen. Dann gelte es zu beurteilen, ob die erreichte Harmonisierung genüge und ob es allenfalls Bereiche gebe, in denen eine Intervention des Bundes nötig sei. Ein solcher Eingriff sei aus heutiger Sicht aber eher unwahrscheinlich, sagte Eymann.

Besseres Ansehen für die Lehrer

Eymann will sich auch dafür einsetzen, dass der Lehrerberuf wieder mehr Wertschätzung erhalte. Er stelle im Kanton Basel-Stadt mit Bedauern einen zunehmend aggressiven Ton von Eltern gegenüber Lehrern fest. «Ich bedaure das sehr», so Eymann gegenüber SRF. Diesen Erscheinungen wolle er als EDK-Präsident entgegenwirken.

Grundsätzlich finde er es gut, wenn möglichst viele Menschen im Land mitdiskutierten, wie die schulische Erziehung organisiert sein solle, so Eymann weiter. Aber: «Was ich bedauere ist, dass gewisse Gruppen für sich die Richtigkeit beanspruchen – das gibt es so nicht.» Es müsse auch auf kantonale Unterschiede Rücksicht genommen werden.

Christoph Eymann, Porträtaufnahme.
Legende: Christoph Eymann. Keystone

Nachfolger von Isabelle Chassot

Der baselstädtische Erziehungsdirektor war vergangene Woche an der Jahresversammlung für eine vierjährige Amtsperiode als Präsident der EDK gewählt worden. Heute nun fand die Stabsübergabe zwischen Eymann und dessen Vorgängerin Isabelle Chassot statt. Sein neues Amt tritt der 62-Jährige offiziell am 1. November an. Chassot übernimmt auf diesen Zeitpunkt die Leitung des Bundesamts für Kultur.

Eymann gehört der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) an, die auf Bundesebene Mitglied der FDP ist. 2001 wurde er in den Basler Regierungsrat gewählt und seither ist er Vorsteher des Erziehungsdepartements.

Zwei Fremdsprachen

«Die Sprachenfrage ist mir besonders wichtig», sagte Eymann gegenüber SRF. Er wolle sich dafür engagieren, dass das Sprachenkonzept wie beschlossen umgesetzt werde. Es gehe auch um Fragen des nationalen Zusammenhalts. Französisch und Italienisch dürften nicht zugunsten des Englischen zu kurz kommen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wenn schon Englisch, dann auch richtig. Wie es Dick Marty, der bekanntlich weit in der Welt herumgekommen ist, vor kurzem im TV gesagt hat, ist das überall und auch hier gesprochene Englische häufig kein korrektes Englisch, sondern Globisch. Wenn jemand wirklich gut Englisch sprechen will, muss er und sie vor allem den ACI beherrschen - ein Überrest aus dem Latein, den aber gerade die romanischen Sprachen nicht mehr haben. Ich stelle immer wieder fest, dass es gerade darin mangelt.
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Vorschlag ist gut gemeint aber untauglich weil engstirnig und nicht berücksichtigend wer auf unserem Raumschiff zukünftig das Sagen haben wird. Wer zukünftig überleben will, muss nur 2 Sprachen erlernen: Englisch und Mandarin: 你是有福的耶和华我们的神,世界的国王! Nǐ shì yǒufú de yēhéhuá wǒmen de shén, shìjiè de guówáng!
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  • Kommentar von L. Duende, Mundo
    Die Welschen mühen sich mit Deutsch ab, und ich büffelte jahrelang Französisch. Ich hatte nie Spass daran. Das Gelernte speicherte ich im Kurzzeitgedächtnis, wo es sich schon längst nicht mehr befindet. Dafür habe ich von mir aus Englisch, Spanisch und Portugiesisch gelernt. Englisch als Zweitsprache würde die Kommunikation in der Schweiz erleichtern. Zudem werden unsere Sprachen nur in wenigen Ländern gesprochen.
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