50 Jahre Weltraumforschung Die Uni Bern auf dem Mond und bei den Exoplaneten

Vor 50 Jahren startete die erste Weltraummission mit Berner Instrumenten an Bord. Seither beförderten immer wieder Raketen Forschungsanlagen der Uni Bern ins All. Eine Werkschau.

Apollo: Die erste Mondlandung der Nasa fand 1969 mit Berner Beteiligung statt. «Der damalige Direktor des Instituts, Johannes Geiss, hatte eine geniale Idee mit einem relativ einfachen Experiment», erzählt einer der heutigen Astrophysiker der Uni Bern, Willi Benz. Geiss habe das Sonnensegel entwickelt, das noch vor der US-Flagge auf dem Mond aufgestellt wurde.

Sonnensegel: «Das Sonnensegel muss man sich als eine ungefähr ein Meter hohe Aluminiumfolie vorstellen», sagt Benz. Die Sonne strahlt nicht nur Licht aus, sondern auch geladene Teilchen. Mit dem Berner Sonnensegel wurde es den Forschern möglich, diese Teilchen aufzufangen und zu untersuchen. Dank diesem Anfangserfolg auf dem Mond wurden an der Uni Bern für Missionen der ESA und der NASA weitere 30 Jahre Experimente für Raumsonden gebaut, die Sonnenwind massen.

Kometen: Die Universität Bern war auch an den ESA-Missionen zu den Kometen Halley und Churyumov-Gerasimenko beteiligt. Vor allem die letzte Mission – sie hiess Rosetta-Mission – erregte viel Aufsehen. Rosetta wurde 2016 abgeschlossen. Die gesammelten Daten sind aber noch nicht fertig ausgewertet. Diese beiden Missionen haben der Wissenschaft geholfen, ein besseres Verständnis für Kometen und den Ursprung unseres Sonnensystems zu entwickeln. Die Uni Bern steuerte jeweils ein Massenspektrometer bei. Ein Massenspektrometer ist ein Verfahren zum Messen der Masse von Atomen oder Molekülen.

Venus, Mars, Jupiter: Nach dem Mond und dem Sonnenwind wandten sich die Forscher auch den anderen Planeten des Sonnensystems zu. Neben den Massenspektrometern wurden in Bern hochauflösende Kameras und weitere Instrumente entwickelt, die zum Mars und zur Venus geflogen wurden. «Die Kamera Cassis kreist zurzeit um den Mars. Sie wird Anfang Winter Daten liefern», sagt Benz. Auch an der Expedition zum Merkur wird die Uni Bern beteiligt sein. Sie soll 2018 starten. Der Jupiter ist 2022 an der Reihe.

Exoplaneten: Exoplaneten sind Planeten in anderen Sonnensystemen. Auch diese hat die Uni Bern im Visier. Die Forscher entwickeln Cheops, ein Weltraumteleskop. «Diese Mission ist speziell, denn es ist die erste Gesamtmission, bei der die Schweiz zusammen mit der ESA federführend ist», sagt Benz.