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Schweizer Tourismus unter Druck
Aus 10 vor 10 vom 19.01.2015.
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Schweiz Die verzweifelte Suche nach Massnahmen für den Tourismus

Seit SNB-Chef Thomas Jordan am Donnerstag den Euro-Mindestkurs aufgab, ringt die Tourismus-Industrie um Massnahmen, um das Wintergeschäft zu retten. Doch konkrete Ansätze lassen auf sich warten.

«Kopfschuss», war angeblich die erste Reaktion des Walliser Hoteliers Peter Bodenmann, als er von der Aufgabe des Euro-Mindestkurses erfuhr. Dies sagte der ehemalige SP-Präsident in einem Interview mit «watson.ch» und sprach damit wohl vielen Berufskollegen aus dem Herzen. Der Schock sitzt bis heute, koordinierte Lösungsansätze gibt es laut Swiss Tourismus nach wie vor keine.

Werbeoffensive für Ferien in der Schweiz?

Klar scheint, dass in das Werben um Touristen aus dem Euro-Raum nicht mehr allzu viel investiert werden soll. Priorität hat der Schweizer Markt, wie aus einem Schreiben von Schweiz Tourismus Direktor Jürg Schmid an die Verbandsmitglieder hervorgeht: «Die Sicherung des Heimmarktes Schweiz hat höchste strategische Bedeutung. (...) Schweiz Tourismus wird eine branchenweit konzentrierte Offensive Schweiz (...) prüfen und mit der Branche diskutieren».

Eine profunde Lagebeurteilung könne jedoch erst in einigen Wochen vorgenommen werden, betont Jürg Schmid im Schreiben einmal mehr. Noch sei dafür die Lage an den Devisenmärkten zu instabil.

Mehrwert für den Gast

«Die letzten drei Jahre hat sich die Hotellerie auf einen Kurs von 1.20 Franken eingerichtet», sagt Andreas Züllig, Präsident des Verbandes Hotelleriesuisse, in der Sendung «10vor10». Auch die Gäste hätten sich daran gewöhnt. «Der Kurs sollte irgendwo in der Grössenordnung liegen. Mit 1.15 Franken könnten wir auch noch leben.»

Die Branche müsse besser zusammenarbeiten, hatte ein Tourismus-Experte gefordert. «Handlungsbedarf gibt es aber immer», so Züllig. Er denkt dabei an die Kooperation zwischen den Hotels, aber auch zwischen anderen Leistungsträgern – beispielsweise mit Bergbahnen oder Skischulen. «Dort gibt es auf jeden Fall Optimierungspotential, sagt er in der Sendung «10vor10».

«Gratis kann nicht die Zukunftsstrategie der Hotellerie sein. Jemand muss am Ende des Tages die Rechnungen bezahlen. Es ist aber schon möglich, dass man Zusatzleistungen anbietet und somit dem Gast einen Mehrwert gibt.» Punktuell gebe es auch andere Möglichkeiten: Zum Beispiel den Stammgästen entgegenkommen, sei es über Preisreduktion oder Zusatzleistungen wie Gratis-Skipässe. Darüber müsse aber jeder Hotelier selber entscheiden.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Vollmer , Zürich
    Auch wenn einige diesen Tatsachen nicht in die Augen schauen mögen, der Tourismus Schweiz steckt in einer gewaltigen, selbst verschuldeten Krise. Grossmehrheitlich unzureichende Gastfreundschaft und ein völlig divergierendes Preis/Leistungs-Verhältnis. Es bleibt zu hoffen, dass die Hoteliers UND die Bergbahnbetreiber endlich am selben Strick ziehen. Der Gast muss wieder König und nicht «unbequemer» Kostenfaktor werden! Staatliche Hilfen lösen dieses Problem nicht. Umdenken ist gefragt! Rasch!
  • Kommentar von Peter Escher , Wallis
    Marcel Chauvet, Neustadt / .. ich wage zu behaupten, dass Sie die " widrigen Zustände " lediglich vom Lesen her kennen... UND Papier ist geduldig, - oder - selber erlebt ??
  • Kommentar von Peter Escher , Wallis
    Marcel Chauvet, Neustadt / .. ..wir sind doch sehr Gastfreundlich, schliesslich dürfen Sie " über den Hag " unseren Tourismus "Schlechtmachen " .. ;-))
    1. Antwort von Marcel Chauvet , Neustadt
      .......die "widrigen Umstände" können Sie vergessen, ich finde keine mehr, Na, dann ist ja in der Schweiz alles in Butter!