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Volkszählung 2015 Die Zahl der Konfessionslosen steigt

Legende: Audio Immer weniger Menschen gehen am Sonntagmorgen in die Kirche abspielen. Laufzeit 03:09 Minuten.
03:09 min, aus Info 3 vom 31.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei der Volkszählung 2015 gaben rund 1,5 Millionen der über 15-Jährigen an, konfessionslos zu sein – mehr als doppelt so viele wie anno 2000. Ein Teil geht zu Lasten der Protestanten.
  • 24,9 Prozent gehören laut BFS der evangelisch-reformierten Kirche an. 15 Jahre zuvor hatte sich noch ein Drittel der Bevölkerung offiziell zu dem Glauben bekannt.
  • Der Anteil der Katholiken in der Bevölkerung ging nur leicht auf 37,3 Prozent zurück.

Immer weniger Menschen bekennen sich in der Schweiz zu einem bestimmten Glauben, während die Zahl der Konfessionslosen rasant zunimmt. Das zeigen Auswertungen des Bundesamtes für Statistik aufgrund der Volkszählung 2015.

Vor allem die reformierte Kirche leidet unter starkem Mitgliederschwund. Nur noch knapp ein Viertel der Schweizer Bevölkerung ist Mitglied der evangelisch-reformierten Landeskirche. 1970 war der Anteil noch fast doppelt so hoch.

Es gibt Leute, die austreten, weil sie die Kirchensteuer sparen möchten.
Autor: Anne DurrerSchweizerischer Evangelischer Kirchenbund

Anne Durrer, Sprecherin des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, sieht mehrere Gründe dafür: «Die Bindungskraft der Kirche ist geringer geworden. Es gibt Leute, die einen eigenen religiösen Weg gehen möchten, frei von jeder Institution. Und es gibt auch Leute, die austreten, weil sie die Kirchensteuer sparen möchten.»

Weniger Mitglieder, weniger Einnahmen

Klar sei der Mitgliederschwund bedauerlich, sagt Durrer. Aber klagen bringe nichts: «Es ist viel wichtiger, dass die Kirchen versuchen zu zeigen, was Religion den Menschen bringen kann, und was dieses Engagement für die Gemeinschaft allen bringt.» Allerdings bedeuten weniger Mitglieder auch weniger Einnahmen. Das habe ganz konkrete Auswirkungen: Auf Gottesdienste, den Religionsunterricht, das Engagement für Migranten, oder auch auf die Seelsorge in Spitälern, so Durrer.

Auch die römisch-katholische Kirche hat an Bedeutung verloren, wenn auch weniger stark. Ihr Mitgliederanteil ging in den letzten 15 Jahren von 42 auf gut 37 Prozent zurück. Absolut ist die Zahl der Katholiken in diesem Zeitraum aber sogar leicht gestiegen. Dies liegt vor allem an der Zuwanderung aus katholischen Ländern.

Immer mehr Konfessionslose

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl jener mehr als verdoppelt, die sich als konfessionslos bezeichnen und gar keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Mit knapp 24 Prozent sind sie heute fast so zahlreich wie die Protestanten.

Der Anteil Angehöriger islamischer Glaubensgemeinschaften wuchs in dem Zeitraum um 1,5 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Zu jüdischen Gemeinschaften bekannten sich bei der Volkszählung 2015 unverändert 0,2 Prozent der Bevölkerung.

Seltene Kirchenbesuche

Auch wer Mitglied einer Glaubensgemeinschaft ist, praktiziert seinen Glauben selten. Über 70 Prozent der Reformierten besuchen höchstens fünfmal pro Jahr einen Gottesdienst. Noch zurückhaltender üben Moslems ihren Glauben aus. Fast die Hälfte aller Moslems in der Schweiz war 2015 kein einziges Mal in der Moschee.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Mir ist das recht. Es ist mir wohler unter nicht-gläubigen Leuten und wenn sie doch einen Glauben haben dann bin ich froh wenn er individuell ausfällt, da hat man mindestens noch einen denkenden Menschen gegenüber und nicht nur einen Kassettenrekorder der den Pfarrer und die Kirche wiedergibt. Gleichgeschaltete Kirchenanhänger erinnern mich immer so ein bisschen an "Die Welle" oder "1984". Klar die meisten (ausser Mormonen, orthodoxen Juden und so) sind freier aber das Prinzip bleibt gleich.
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  • Kommentar von Rolf Michel (Mosses01)
    Bei dem Druck der von stetig steigenden Krankenkassenprämien kommt, ist der Austritt aus der Kirche eine mögliche Option um das Familienbudget - wenn auch nur ein wenig - zu entlasten.
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    1. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Beim Austritt flattert üblicherweise ein Brief ins Haus in dem unter anderem ein Hinweis angebracht ist das man Kontakt aufnehmen solle falls man das aus finanzuellen Gründen getan habe, weil man niemanden wegen der Finanzen ausschliessen wolle.
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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Mein Onkel ist zwei Wochen vor seinem zu erwartenden Tod (Bauchspeicheldrüsenkrebs) aus der Kirche ausgetreten. Hat also sein Leben lang brav Kirchensteuer bezahlt, und das nicht zu knapp, aber vor dem Ende sein Gewissen noch bereinigen wollen. Mutig, ganz mutig, dafür bewundere ich ihn.
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