Die zweite Gotthardröhre kommt vors Volk

Das Schweizer Stimmvolk kann definitiv über den Bau einer zweiten Autobahnröhre durch den Gotthard abstimmen. Das Referendum ist mit gut 75'000 Stimmen zustande gekommen.

Zwei Personen mit T-Shirts gegen eine Gotthardröhre. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Vergangenheit wurde der Bau einer zweiten Gotthardröhre bereits zweimal abgelehnt. Keystone

Das Referendum gegen den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard ist formell zustande gekommen. Es seien 75'872 gültige Unterschriften eingereicht worden, teilte die Bundeskanzlei mit. Einem weiteren Volksentscheid steht damit nichts mehr im Weg.

Der Verein «Nein zur zweiten Gotthardröhre» hatte die Unterschriften im Januar eingereicht. Aus Sicht von Bundesrat und Parlament ist ein neuer Strassentunnel nötig, um den ersten, 1980 eröffneten zu sanieren. Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 in sieben Jahren gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden.

Gotthard zum dritten Mal vor dem Volk

Gegen diese Pläne stellen sich über fünfzig nationale, regionale und lokale Organisationen und Parteien, darunter die Alpeninitiative, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Parteien SP, Grüne und GLP. Sie glauben nicht daran, dass die Tunnels längerfristig tatsächlich einspurig betrieben würden.

Es ist das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard entscheiden kann. Bisher sagte es Nein.