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Schweiz Diese Krankheiten verschlingen Milliarden

Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Diabetes haben die Schweiz im Jahr 2011 fast 52 Milliarden Franken gekostet. Die nichtübertragbaren Krankheiten verschlangen 80 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus demselben Jahr.

Arztvisite in einem Spital.
Legende: Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten am meisten. Keystone

Fast 52 Milliarden Franken: So viel hat die medizinische Behandlung nichtübertragbarer Krankheiten 2011 gekostet. Das sind über 80 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus demselben Jahr. Die indirekten Kosten wie die Pflege durch Angehörige oder die Abwesenheit am Arbeitsplatz summieren sich ebenfalls in zweistelliger Milliardenhöhe. Dies sagt eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Die sieben Spitzenreiter bei den nichtübertragbaren Krankheiten (NCD) sind Diabetes, Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, muskuloskelettale Erkrankungen, psychische Erkrankungen und Demenz. Die medizinischen Kosten dieser sieben NCDs beliefen sich 2011 auf über 33 Milliarden Franken oder 51 Prozent der gesamten Gesundheitskosten.

Kostenpunkt Rückenschmerzen

Die höchsten Kosten entfallen mit 12,2 Milliarden Franken auf muskuloskelettale Erkrankungen. Die Behandlung chronischer Rückenschmerzen kosten 7,5 Milliarden Franken, rheumatische Erkrankungen 4,7 Milliarden Franken. Grund für diese Milliardenkosten ist die Häufigkeit und lange Dauer dieser Beschwerden.

Die medizinischen Behandlungen von Nicht-NCDs machen 14,7 Prozent, diejenigen für Nicht-Krankheiten wie Schwangerschaften oder Prävention 5,3 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus.

Wertvolle Pflege

Zu den direkten Kosten zählten die Forschenden die medizinische Behandlung mit Medikamenten, im Spital sowie ambulante Arztleistungen und die Pflege. Die indirekten Kosten ziehen keine direkten Zahlungen oder Ausgaben nach sich und erscheinen daher auch nicht im Total der Gesundheitsausgaben.

Eingerechnet sind darin der Produktivitätsverlust zum Beispiel wegen Abwesenheit vom Arbeitsplatz, frühzeitiger Pensionierung oder gar durch den Tod. Aber auch die Pflege durch Angehörige sind einkalkuliert. Ein grosser Betrag – insgesamt 10,6 Milliarden Franken – entsteht hier durch psychische Erkrankungen. Demenz verursacht indirekte Kosten von 3,2 Milliarden, Diabetes 1,3 Milliarden und Asthma 0,6 Milliarden Franken.

Da die Zahlen der indirekten Kosten auf Studien aus dem In- und Ausland basieren, liegt die Bandbreite der indirekten Kosten der sieben ausgewählten NCDs zwischen 29 und 44 Milliarden Franken.

Mit Prävention Kosten senken

Die hohen Kosten zeigen gemäss BAG, «dass NCDs für das Gesundheitssystem eine grosse Herausforderung bedeuten». Mit Prävention und Früherkennung liessen sich daher Kosten sparen. «Mit weniger chronischen, nichtübertragbaren Krankheiten würden weniger hohe Kosten für die Krankenversicherung und für andere Sozialversicherungszweige wie die Invalidenversicherung anfallen, aber auch für Familien oder für die Wirtschaft.»

Allerdings dürfe dabei nicht vergessen gehen, dass NCDs zwar durch einen gesunden Lebensstil vermieden oder verzögert würden; zum Teil seien sie aber auch genetisch bedingt. Daher liessen sich mit Prävention und Gesundheitsförderung nicht alle Gesundheitsausgaben vermeiden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von r.klaus, gümlign
    Das ist ja logisch das die Kosten steigen. Mit der Symptom Bekämpfung kann man MILLIARDEN verdienen. Dir Politik unterstützt dies ja prächtig. Solange nicht nach der Ursache gesucht wird, wird es so noch lange weitergehen. Dank Geld.
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  • Kommentar von Jutta Karle, Korntal-Münchingen
    Prävention in Form von gesunder Ernährung, schon mal gehört? In der Schweiz ist der Sitz von JP, und das seit über 20 Jahren. Wissenschaftliche Studien bestätigen das Programm. Leider bezahlen es nicht die Krankenkassen. Aber es lohnt sich, selbst einen Beitrag in die eigene Gesundheit zu investieren. Die Menschen geben so viel Geld für ihre Kranheiten aus, ja, sie fördern die Krankheiten sehr stark durch den Verzehr von Industrienahrung, die, wie der Namen ja sagt, nur der Industrie nützt.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      J. Karle Prävention bringt vielleicht Aufklärung, aber für das Wohlergehen jedes einzelnen Menschen, ist immer noch, die Selbstverantwortung entscheidend. Auch das anerkennen einer Krankheit ist wichtig und nicht als Last zu sehen. Für mich gilt trotz Diabetes, die Aussage, (Hauptsache ich bin Gesund und kann jeden Morgen wieder neu beginnen), da ich sie nicht als Last empfinde. Dies ist sicher beim Diabetes so. Beim Krebs dies kann ich nicht beurteilen. Selber handeln, nicht schuldige suchen.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Bin seit 40 Jahren Diabetikerin, bis anhin bezahle ich mehr in die Krankenkasse ein, als das was ich brauche, Gott sei dank. Gewisse Krankheiten kann man auch selber steuern und Kontrollieren. Da aber bei vielen, die Gesinnung ist, der Arzt regelt meine Krankheit schon, ohne einen eigenen Beitrag zu leisten, ist leider falsch. Sorry für jeden "Mumpitz" geht man zum Arzt.Darum haben Ärzte solch einen Zulauf. Gewisse Krankheiten fordern Disziplin und Einschränkungen, was nicht jedem leicht fällt.
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