Dieudonné zeigt in Nyon seine umstrittene Geste

Der französische Komiker Dieudonné ist in Nyon (VD) aufgetreten. Das «Enfant terrible» provoziert auch in der Schweiz.

Eine Kartonfigur von Dieudonné in Nyon. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dieudonné ist auch in der Schweiz ein Publikumsmagnet. Keystone

Bei seinem Auftritt in der Romandie zeigte Dieudonné auch seine eine umstrittene Geste mit den Armen. Die sogenannte «quenelle» wird von vielen als Nachahmung des Hitlergrusses angesehen.

Beim Gruss hält Dieudonné einen Arm gestreckt nach unten, der andere Arm ist gebeugt und berührt die gegenüberliegende Schulter – und erinnert an einen umgekehrten Hitlergruss. Die Geste wurde auch schon von führenden Mitgliedern des rechtsextremen Front National in Frankreich gezeigt. Dieudonné bezeichnet sie aber als systemkritische Geste.

Zehn Auftritte in Nyon

Dieudonné wurde in Frankreich wegen Antisemitismus mit einem Auftrittsverbot belegt. Der französisch-kamerunische Komiker Dieudonné M'bala M'bala wich deshalb ins Ausland aus und ist noch bis Mittwoch sowie Anfang März insgesamt zehnmal in Nyon zu sehen – jeweils zweimal pro Abend. Sämtliche Vorstellungen sind seit Wochen ausverkauft.

Der erste Auftritt in der Schweiz hatte grosses Medieninteresse geweckt. Die Genfer Koordinationsstelle gegen Antisemitismus und Diffamierung (CICAD) stellte einen Stand vor dem Theater in Nyon auf, um gegen die «Verharmlosung des antisemitischen Diskurses» zu kämpfen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Dieudonné begeistert Schweizer Publikum

    Aus Tagesschau vom 4.2.2014

    Für seinen ersten Schweizer Auftritt in Nyon erhielt der umstrittene französische Komiker Dieudonné stehende Ovationen. In Frankreich wurde eines seiner Programme wegen antisemitischer Inhalte verboten. Anlass zu Klagen gab es in der Westschweiz trotz derben Aussagen nicht.