Diskussion um Gefahren von Antibabypillen

Bei Antibaby-Pillen der dritten und vierten Generation besteht laut Studien eine erhöhte Gefahr von Thrombose. Patientenvertreter in der Schweiz fordern deshalb ein vorläufiges Verbot der Pillen. Das Heilmittelinstitut Swissmedic winkt ab.

Eine Frau hält eine Pille zwischen Daumen und Zeigefinger Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pille Die Risiken neuer Antibabypillen geben zu reden. Reuters

Diskussion um neue Anti-Baby-Pillen

1:44 min, aus HeuteMorgen vom 30.01.2013

Bei neuen Antibabypillen ist die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, grösser als bei älteren Präparaten. Dies zeigen Studien. Die europäische Arzneimittelbehörde prüft, den Einsatz der Mittel einzuschränken. Patientenvertreter in der Schweiz fordern deshalb, dass die Präparate vorläufig vom Markt genommen werden.

Langzeitstudien als Entscheidungsgrundlage

Vielen Frauen sei das Risiko einer Thrombose zu wenig bewusst, sagt Erika Ziltener, die Präsidentin des Dachverbandes der Schweizerischen Patientenstellen. Die Heilmittelkontrolle Swismedic solle noch einmal über die Bücher gehen und strengere Richtlinien ansetzen.

Es brauche Langzeitstudien, fordert Ziltener. Nach einem allfälligen Verbot könne man auf dieser Grundlage entscheiden, unter welchen Bedingungen die Pillen wieder zugelassen würden.

Swissmedic: Fälle von Thrombose sehr selten

Beim Heilmittelinstitut Swissmedic will man nichts davon wissen, die Pillen vom Markt zu nehmen. Dies sei derzeit bei keiner Behörde ein Thema. Denn die Fälle von Thrombose seien sehr selten.

Ruedi Stoller, Leiter der Abteilung Arzneimittelsicherheit bei Swissmedic, hält aber fest, dass die Richtlinien bereits verschärft wurden. Die neuesten Meldungen aus Frankreich würden genau verfolgt: «Ob es jetzt noch weitere Massnahmen braucht, wird zurzeit bei uns, wie in der EU, diskutiert».