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Forderung nach schweizweitem Verbot von Basejumping
Aus 10vor10 vom 01.10.2019.
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Diskussion um Verbot Basejumping landet im Bundeshaus

Das Lauterbrunnental im Berner Oberland gilt als Basejump-Mekka. Die SP-Politikerin Margret Kiener Nellen will das ändern. Sie beauftragt den Bundesrat, ein Verbot zu prüfen.

Noch sind die Bergspitzen des Lauterbrunnentals in weiches Morgenlicht getaucht. Die Seilbahn transportiert zahlreiche Touristinnen und Touristen in die Höhe. Darunter befindet sich auch der Basejumper Chris McDougall, in der Szene nur als «Douggs» bekannt. Nach einem 20-minütigen Fussmarsch erreicht er mit seinem Begleiter die Absprungstelle.

Die Sonne scheint ihnen inzwischen ins Gesicht. Nach allen Sicherheitschecks geht’s los: «Three, two, one, see you...!» Die beiden stürzen sich in die Tiefe. 18 Sekunden freier Fall. Dann ziehen sie den Fallschirm und landen sanft auf dem dafür vorgesehenen Landeplatz. Die Freude über den Sprung ist gross: «Ein toller Morgen, perfektes Wetter, herrlicher Felsen. Eine schöne Art aufzuwachen, viel besser als mit Kaffee.» «Douggs» strahlt.

Nachtsprünge und illegale Landeplätze als Alternative

Doch dieser Freude wollen jetzt Bundespolitikerinnen und -politiker ein Ende bereiten. Eine Interpellation der Berner SP-Politikerin Margret Kiener Nellen beauftragt den Bundesrat, ein Verbot der Sportarten Basejumping und Wingsuit zu prüfen.

Basejumpen und Wingsuiten

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Beim Basejumpen wird von einer Kante in die Tiefe gesprungen, nach wenigen Sekunden wird ein Fallschirm gezogen und gelandet. Beim Wingsuiten tragen die Springerinnen und Springer einen speziellen Anzug, der Auftrieb verschafft. Nach dem Absprung können dann mit hoher Geschwindigkeit deutlich weitere Distanzen geflogen werden als beim Basejumpen. Gelandet wird auch hier mit einem Fallschirm.

Für beides braucht es heute in der Schweiz keine Lizenz. Es gibt aber private Ausbildungen und Zertifizierungen.

Die Interpellation hält fest, dass die Todesfälle die Reputation des Tourismuslandes Schweiz und des Berner Oberlandes gefährden. Adrian Wüthrich, der die Interpellation mitunterzeichnete, gibt zu bedenken, dass die Bergung von toten Basejumperinnen und Basejumpern den Rettungskräften nicht zugemutet werden könne. Wandergruppen seien durch tiefe Flüge gefährdet.

Der Gründer der Swiss Base Association, Michael Schwery, hält dagegen: Ein Verbot sei keine Lösung und würde den Sport noch unsicherer machen. Basejumperinnen und Basejumper würden unter prekäreren Bedingungen springen. Nachtsprünge würden zunehmen und die illegalen Landeplätze, auf welche viele Springende ausweichen würden, seien gefährlicher.

Jeder Tote ist einer zu viel

Gemäss dem Bundesamt für Statistik starben in den Jahren von 2000 bis 2017 im Durchschnitt jährlich 4.5 Personen, 82 insgesamt. Tödliche Unfälle seien im Vergleich zum Wandern oder Motorradfahren vergleichbar selten, findet Schwery vom Basejump Verband. Trotzdem ist man sich in der Szene einig: Jeder Tote ist einer zu viel. Der Verband setzt deshalb auf mehr Aufklärung und Sicherheitsmassnahmen. Weitere sichere Absprungstellen seien in Planung und die Ausbildung würde laufend verbessert.

Schon heute ruft Chris McDougall vor jedem Sprung kurz die Helibasis im Tal an, um den Sprung anzukünden. Das müssen alle. Der Besitzer und Gründer der Schule «Learn to Basejump» legt grossen Wert auf Sicherheit. Die Zusammenarbeit mit den Behörden und den Bäuerinnen und Bauern, deren Felder sie als Landeplätze nutzen dürfen, sei ihm wichtig. Ein Verbot würde all dies gefährden, ist er sich sicher.

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