Zum Inhalt springen

Amtsälteste Bundesrätin Doris Leuthard tritt spätestens im Herbst 2019 ab

Legende: Video Doris Leuthard tritt spätestens im Herbst 2019 ab abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.07.2017.
  • Die aktuelle Bundespräsidentin und CVP-Bundesrätin Doris Leuthard sagt in einem SRF-Interview, sie befinde sich in ihrer letzten Legislatur.
  • Ob sie noch bis zu deren Ende 2019 im Amt bleibt oder allenfalls bereits zum Ende ihres Präsidialjahres zurücktritt, lässt die 54-Jährige offen.
  • Zu ihrer Zukunft äussert sich Leuthard nicht konkret, doch könne sie sich ein Engagement für bessere Perspektiven in ärmeren Weltregionen vorstellen.

Noch ist die Suche nach der Nachfolge für Aussenminister Didier Burkhalter in vollem Gang, da zeichnet sich bereits der nächste Wechsel im Bundesrat ab. In einem SRF-Interview zum 1. August kündigt Verkehrs- und Umweltministerin Doris Leuthard an, 2019 keine weitere Legislatur anzustreben. Das Privileg, im Bundesrat der Schweiz zu dienen, erfülle sie mit grosser Dankbarkeit und Freude, so Leuthard weiter.

Das ist sicher meine letzte Legislatur. Ich glaube, es tut dem Bundesrat gut, immer wieder neue Köpfe zu haben.
Autor: Doris Leuthardamtierende Bundespräsidentin, CVP

Die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hatte sich bisher nie öffentlich in die Karten blicken lassen, wann ihre Bundesratskarriere zu Ende gehen wird. Nun soll spätestens 2019 Schluss sein.

Macht Leuthard gar schon diesen Dezember Schluss?

Allerdings ist auch ein früherer Abgang denkbar. Dass sie ihr aktuelles Präsidialjahr als krönenden Abschluss ihrer Zeit in der Landesregierung betrachtet, ist zumindest nicht ausgeschlossen. Zwar ist Leuthard erst 54 Jahre alt, doch ist das laufende Jahr bereits ihr elftes in der Landesregierung. Damit ist die Aargauerin aktuell die amtsälteste Bundesrätin.

In Zukunft könne sie sich ein Engagement im Bereich der Freiwilligenarbeit für weniger privilegierte Regionen der Welt vorstellen, sagte Leuthard zu ihren Plänen für die Zeit nach dem Rückzug aus dem Bundesrat. Reisen in Länder, in denen Kinder keine garantierte Schulbildung oder Aussicht auf Arbeit haben, hätten ihr vor Augen geführt, wie viel in diesem Bereich noch zu tun sei.

Von «Atom-Doris» zur Vorkämpferin für die Energiewende

Im Bundesrat konnte Doris Leuthard verschiedentlich grosse Erfolge verbuchen und deutliche Spuren hinterlassen. Der Gotthard-Basistunnel ist eröffnet, die Energiewende ist eingeleitet. Letzteres war so nicht erwartet worden, als Leuthard im Herbst 2010 vom Wirtschafts- ins Umweltdepartement wechselte.

Damals schien es, als hätten die Befürworter der Atomkraft Grund zum Feiern: Die Aargauerin, die der Atomindustrie nahestand, hatte sich stets für den Bau neuer AKW ausgesprochen. Doch es kam anders. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 liess Leuthard umgehend die Rahmenbewilligungsverfahren sistieren. Wenige Wochen später verkündete die Energieministerin, der Bundesrat wolle auf neue Atomkraftwerke verzichten.

Zu ihren Niederlagen gehören das Nein zu einer teureren Autobahnvignette, das Ja zur Zweitwohnungsinitiative sowie der ungelöste Fluglärmstreit mit Deutschland.

Steile Karriere

Die Karriere von Doris Leuthard verlief nahezu reibungslos und in rasantem Tempo. 1997 wurde die damals unbekannte Juristin in den Aargauer Grossen Rat gewählt, bereits zwei Jahre später in den Nationalrat. Nach der Abwahl von Ruth Metzler 2003 übernahm sie das CVP-Präsidium.

Die Aargauerin gilt als charmant, wurde rasch zum Gesicht der Partei und verlieh dieser ein neues Image. Als Joseph Deiss aus dem Bundesrat zurücktrat, war Leuthard von Beginn weg die Kronfavoritin. Die Wahl am 14. Juni 2006 war praktisch Formsache. Innerhalb von nur neun Jahren war Leuthard so von der unbekannten Grossrätin zur Bundesrätin avanciert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Schmid (W. Schmid)
    Frau Leuthard hat mir anfänglich sehr gut gefallen. Aber schon nach wenigen Jahren folgte bei ihr ein Gedankenwechsel, sie hatte es nur noch auf das Portemonnaie des Steuerzahlers abgesehen. Ihr letzter Akt, das Gutreden der letzten Abstimmung über das Energiegesetz. Ihr Versprechen, dass die Stromkosten für eine Familie lediglich um 40.00 steigen würden, wird NIE eingehalten werden können. In spätestens10 Jahren werden wir Frau Leuthard für dieses Versprechen, sorry verfluchen wie Frau Dreifuss
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erich Singer (liliput)
    Es ist einfach erstaunlich was hier teilweise für ein "Stuss" zusammengeschrieben wird! Nehmen wie einfach mal zur Kenntnis das wir in einem Land leben dürfen wo Frieden und Wohlstand herrscht (mit Abstrichen) und wo wir Wahlfreiheit haben. Der Bundesrat führt ja nur aus was das Volk und Parlament beschliesst und ist daher ausführendes Organ. Die ewigen Stänkerer und Motzer sollten sich mal in ein Amt wählen lassen um zu sehen das Regieren etwas anderes ist als kritisieren.So einfach ist das!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Henri Jendly (Henri Jendly)
    Bedenklich, dass viele Kommentare von sog. "echten Schweizern" derart respektlos herüberkommen. Das sind häufig dieselben, die von den anderen Respekt, Anstand und Wahrhaftigkeit erwarten und verlangen. Dafür gibt es nur einen Begriff: beschämend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von John Johnson (Kelten)
      @Jendly. Das oberste Organ in der Schweiz ist der Suverän, nicht die Bundesrätin. Der Suverän darf daher vom Bundesrat nicht nur ebenfalls Respekt erwarten, sondern insbesondere die verfassungsgerechte Umsetzung der Aufträge vom Suverän: --->"wie man in den wald ruft so kommt es zurück".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      H.Jendly, abgesehen von Umsetzungsverweigerungen der Volksentscheide, für das gemeine Volk werden laufend Abstriche geplant. Niedrigere Pensionen, höhere Rentenalter, Gebühren und %-Abzocke, keine Witwenrente mehr für Kinderlose, wogegen für Witwen von BR andere Regeln gelten. Sie erhalten auf jeden Fall 133'000/Jahr, sofern die Ehe mit dem verstorbenen Magistraten min. 2J gedauert hat. Und ihre eigenen Gehälter+Ruhegehälter bleiben tabu, und wehe dem, der daran rütteln will, erinnern Sie sich?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von M. Keller (MK)
      sehr richtig Herr Johnson und Herr Hermann....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      @Johnson, Keller, Hermann: danke für die Bestätigung. Vielleicht haben Sie auch schon ansatzweise begriffen, dass nicht der BR die Umsetzung festlegt sondern das Parlament. Der Souverän (@Johnson) ist kein Organ sonder schlicht die wahlberechtigte Bevölkerung. Der Respekt gebührt allen, auch wenn's schwer fällt. Volksentscheide gehen immer in die Vernehmlassung, Herr Johnson, ergo hat hier der BR nicht so viel Macht wie Sie es unterstellen. Letztlich sind die beiden Räte verantwortlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Erklärungen bringen nichts. Soviel zum Wissen über Staatskunde.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen