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Pilotprojekt im Tessin Drei Grenzübergänge gehen zu – Italien protestiert

Legende: Audio Drei Grenzübergänge im Tessin gehen zu abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
1:42 min, aus HeuteMorgen vom 01.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Tessin gehen aus Sicherheitsgründen drei Grenzübergänge nach Italien zu.
  • Das Pilotprojekt beginnt heute.
  • So soll im Südtessin die grenzüberschreitende Kriminalität bekämpft werden, sagen die Behörden.
  • Die Massnahme ärgert das südliche Nachbarland.

Die Grenzübergänge von Pedrinate und Novazzano finden sich nahe bei der Stadt Chiasso. Jener von Ponte Cremenaga liegt zwischen Ponte Tresa und Luino. Diese drei Grenzgänge werden ab heute zwischen 23 Uhr und fünf Uhr morgens geschlossen.

Tessiner Grenzgemeinden haben vor drei Jahren Sofortmassnahmen zur Erhöhung der Sicherheit vom Bundesrat gefordert. Nationalrätin Roberta Pantani (Lega) hat mit einer Motion nachgedoppelt und darauf entschied das Departement von Bundesrat Ueli Maurer.

Nach sechs Monaten Probelauf soll Bilanz gezogen werden Bereits jetzt ist aber der Protest in Italien gewiss. Fünf Gemeinden fordern, dass sich das Aussenministerium in Rom einschaltet.

Gobbi: Fluchtwege würden abgeschnitten

Die Massnahme verstosse gegen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU. Und: Sie sei nutzlos im Kampf gegen die Kriminalität. Diese Woche wurde die Tessiner Polizeistatistik veröffentlicht; die Zahl der Einbrüche ist seit 2013 um 60 Prozent zurückgegangen.

Das grenznahe Mendrisiotto zählt auch in der gesamtschweizerischen Einbruchstatistik nicht zu den «Hotspots». Die Gründe für den Positivrekord: Mehr Polizeipräsenz, eine bessere Einsatzlogistik und die Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei, Grenzwachkorps und den italienischen Behörden.

Dennoch verteidigt der Staatsrat Norman Gobbi (Lega) die Grenzschliessung. So würden Fluchtwege abgeschnitten, sagt der Tessiner Polizeidirektor. Trotz der starken Verbesserung der Kriminalitätszahlen sei es falsch, untätig zu bleiben.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Pfleglich darf man dies als Aprilscherz abtun.
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    1. Antwort von HP Korn (HaPeChe)
      Genau: Denn sie gehen nicht (gemäss Titel und erste Zeile im Leadtext) "zu" sondern sie werden bloss mit einem Schranken & Fahrverbot zwischen 23:00 und 05:00 geschlossen. Zu Fuss kommt man immer noch rüber. Zudem sind es unbedeutende Übergänge in der Nähe weiterhin offener Übergänge im Raum Chiasso. Damit spart man in CH sicher Beamtennachtschichten. Die Sicherheit wird damit bloss für nachtwandernde Igel auf diesen Nebenstrassen besser.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Bei diesen Grenzuebergaengen liegende Gemeinden haben das gefordert aus Erfahrung und Sicherheitsgruenden... WAS ist daran falsch??? Ausserdem, die, die wollen, dass wir Schengen pflegen ... warum sollen WIR wo sich die ganze EU schon laengst davor drueckt!
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    1. Antwort von HP Korn (HaPeChe)
      "Die nächtliche Schliessung kleinerer Grenzübergänge zwischen Italien und der Schweiz wird aufgehoben. Zumindest für eine halbjährige Versuchsphase. Es waren und sind die Italiener für die geschlossenen Grenzen verantwortlich. Sie beriefen sich bisher darauf, dass die Schweiz nicht mit Italien in einer Zollunion sei und die Finanzpolizei die Übergänge schliessen könnte." Meldung Swissinfo 13. Oktober 2009. Alle paar Jahre wieder anders ...
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Habe ich den Staatsstreich von letzter Nacht verpasst oder was? Seit wann kann Bundesrat Maurer so etwas in Alleingang und in Zusammenarbeit mit der Lega entscheiden? So etwas findet klandestin an einem Samstag 1. April statt? Fluchtwege abschneiden? Das ist ja lächerlich! Warum nicht gleich um 18 Uhr einen Elektrozaun rund um die Schweiz hochfahren? Sagt uns, das dies der Aprilscherz war.
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    1. Antwort von HP Korn (HaPeChe)
      Elektrozaun? Braucht zu viel Energie! Bitte eine RICHTIGE Mauer !!!!
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