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Messerangriff in Winterthur Angreifer war Polizei bekannt – Fehr spricht von «Terrorakt»

Der Täter beim Messerangriff mit drei Verletzten war früher wegen IS-Propaganda aufgefallen. Das Wichtigste in Kürze.

Das ist passiert: Ein Mann hat am Donnerstagmorgen in Winterthur drei Personen mit einer Stichwaffe angegriffen. Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof. Der mutmassliche Täter flüchtete zunächst, konnte aber später von der Kantonspolizei Zürich festgenommen werden. Alle drei Opfer, im Alter von 28, 43 und 52 Jahren, mussten zur Behandlung in ein Spital gebracht werden. Die Polizei hat umfangreiche Ermittlungen eingeleitet, um die genauen Hintergründe der Tat zu klären. Das Motiv ist derzeit noch unbekannt und wird untersucht.

Das sind die Opfer: Drei Männer erlitten beim Angriff Stichverletzungen. Ein 28-Jähriger wurde am Bein verletzt, dürfte  laut Angaben des Zürcher Sicherheitsdirektors Mario Fehr aber im Verlauf des Tages aus dem Spital entlassen werden. Ein 43-Jähriger, der am Hals getroffen wurde, konnte das Spital bereits verlassen. Das dritte Opfer, ein 52-Jähriger mit einer Oberschenkelverletzung, befindet sich weiterhin in Spitalpflege.

Eindrücke vom Grosseinsatz der Polizei

Die Vorgeschichte: Am Sonntag hatte der Mann sich bei der Stadtpolizei gemeldet und «wirre Aussagen» gemacht. Darauf sei die Polizei ausgerückt und habe eine fürsorgerische Unterbringung in der integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW) beantragt. Am Tag darauf habe der Mann die IPW verlassen und sei von der Polizei wieder dorthin gebracht worden. Am 27. Mai – am Mittwoch – habe ihm ein Arzt attestiert, es gehe von ihm keine Selbst- oder Fremdgefährdung mehr aus, worauf der mutmassliche Täter am Abend die Klinik selbst verlassen habe. Zum Entscheid sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr bei der Medienkonferenz: «Offenbar war diese Einschätzung falsch.»

So reagieren die Behörden: Fehr bezeichnete den Angriff ausdrücklich als «Terrorakt». Er betonte, dass er diese Wortwahl bereits bei einem früheren Angriff in Zürich-Wiedikon verwendet hatte. Augenzeugenberichten zufolge soll der Angreifer während der Tat «Allahu Akbar» gerufen haben. Diese Aussage fliesst in die Bewertung der Behörden ein. Die Kantonspolizei Zürich ermittelt intensiv, um die Hintergründe zu beleuchten und eine finale Einordnung vorzunehmen.

Darum zeigt SRF keine Bilder von Attentäterinnen und Amokläufern

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Amoklaufende wollen öffentlich wahrgenommen werden, Medien sind deshalb nicht nur Beobachterinnen, sondern zugleich Akteure. Wir halten darum in unseren publizistischen Leitlinien fest, dass Täterinnen und Täter möglichst wenig Gelegenheit bekommen sollen, sich zu profilieren.

SRF verzichtet darauf, Bilder, auf denen Attentäterinnen und Amokläufer erkennbar sind, sowie deren Namen zu veröffentlichen – es sei denn, es handelt sich um führende Figuren eines Netzwerks. Dasselbe gilt für Propagandamaterial oder für aufgezeichnete Videobotschaften. Die Chefredaktionen können Ausnahmen gestatten.

Das ist über den Angreifer bekannt: Der mutmassliche Täter ist ein 31-jähriger schweizerisch-türkischer Doppelbürger aus Winterthur. Er war den Behörden bereits bekannt. In der Vergangenheit war er im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die An'Nur-Moschee in Winterthur involviert. 2015 wurde ihm vorgeworfen, gegen das IS-Verbot verstossen zu haben. Sicherheitsdirektor Mario Fehr bestätigte, dass der Mann 1994 in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert wurde. Er zog 2024 in die Türkei und kehrte im Mai 2026 in die Schweiz zurück. Laut SRF-Recherchen ist der Mann Dschihad-Anhänger.

Das ist der Stand der Dinge: Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um das genaue Motiv und den Tathergang zu rekonstruieren. Der Winterthurer Bahnhof wurde nach dem Angriff grossräumig abgesperrt. Neben der Kantonspolizei Zürich waren auch die Stadtpolizei Winterthur, die Transportpolizei der SBB, der Rettungsdienst des Kantonsspitals Winterthur sowie Schutz und Rettung Zürich im Einsatz. Das Forensische Institut war ebenfalls vor Ort.

SRF 4 News, 28.5.2026, 11:00 Uhr ; 

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