Ein Haus aus der Region

Weder Nägel, noch Leim: Nur aus Holz bestehen die Häuser, die in Trub gebaut werden. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass dies auch ein neues Berufsbild für Zimmerleute bedeutet.

Der Wald ist sein Element. Jürg Hirschi, der Zimmermann aus Trub. «Der Baum bedeutet für mich natürlich Natur, Kraft. Wir leben mit dem Baum und dem Wald. Und sicher auch unser Geschäft.»

Sein Business: Die Truber Holz AG. Der Name ist Programm. Denn aus den Bäumen, die an den steilen Flanken im Napfgebiet wachsen, bauen Hirschi und seine Geschäftspartner Häuser.

«Wir sind von Wald umgeben hier in Trub. Und da haben wir unseren Rohstoff, der nachwachst, direkt in unserer Umgebung», sagt Hirschi. Die Spezialität seiner Firma: Fertigelemente, die vollständig aus Holz hergestellt wurden.

Weder Leim oder Nägel, noch Schrauben

«Es ist ein sehr einfaches Bausystem. Wir produzieren grossformatige dicke Platten und bauen dies anschliessend zu einem Haus zusammen.» Klingt einfach und ist trotzdem innovativ. «Das ist eigentlich das Kernstück und ist zugleich eine Patentlösung, einfach eine leimfreie Verbindung von Holzplatten.»

Kein Leim, kein Nagel, keine Schraube, nur hölzerne Dübel verbinden die Bretter. Die Lizenz ist erworben von einer Firma aus Appenzell. Die riesige Fertigungsanlage erstreckt sich durch die ganze Werkhalle. Sie macht Wände nach Mass und Plan. Vollautomatisch bohrt, sägt stanzt sie sich durch die Platten.

Zimmermann Niklaus Fankhauser steht an der Maschine und steuert sie. «Was wir hier reinlassen ist nichts anderes als rohe Bretter aus Tannen- und Fichtenholz. Diese werden anschliessend aufeinander geschichtet und dann geht’s weiter zum Dübeln und dann zur Abbundstrasse, wo das Holz seine Form erhält. Damit am Schluss eine fertige Wand entsteht.»

Eine Wand nur aus Holz, Brett für Brett. Fast jede Form und jedes Mass ist möglich. Das verlangt nach Hightech in der Sägerei und nach einem neuen Berufsverständnis. Neu müssen Zimmerleute auch mit komplizieren Computerprogrammen umgehen können. Kein Problem, sagt Niklaus Fankhauser.

«Es ist immer schön, wenn man zum Beispiel einen halben Monat auf der Maschine arbeitete, anschliessend eine Fräse in die Hand zu nehmen. Die zwei Welten machen eigentlich das Berufsleben so interessant.»

Kostbarer Rohstoff

Präzisionstechnik ersetzt immer mehr das traditionelle Handwerk – der Lauf der Zeit. Dennoch bleiben alte Werte wichtig: Kurze Transportwege beispielsweise sind Teil der Firmen-Philosophie, sagt Chef Hirschi.

«Die Grauenergie ist auf das absolute Minimum reduziert. Das Holz wird nicht durch halb Europa oder um die Welt transportiert. Wir verwenden den Rohstoff, den es hier in der Region gibt.» Doch das hat seinen Preis: Häuser aus Emmentaler Tannenholz sind nicht gerade billig im Vergleich zum konventionellen Hausbau.

«Es fühlt sich gut an»

Baustellenbesuch bei Berta und Fritz Salzmann in Schangnau. Ihr zukünftiges Zuhause riecht nicht nur fein, es fühlt sich auch gut an. «Ich fahre hier mit meiner Hand über diese Wand. Ich spüre das Holz, leicht gewellt ist es. Ein gutes Gefühl und es ist nicht einfach so abgeschmirgelt und dann ists einfach glatt und flach. Man spürt wie es lebt», erklärt Berta Salzmann.

Ihr Mann, Fritz, ist Förster in der Region. Er weiss, wo einst die Bäume standen, die jetzt sein Haus werden. Ihm gefällt das Rohe und Naturbelassene des Produkts. «Bei einem Haus, das in dieser Art und Weise gebaut wurde, darf man wirklich von Nachhaltigkeit sprechen und zwar von innen bis ganz aussen zur Fassade.» Einzugstermin ist im Dezember.