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Schweiz Economiesuisse warnt vor transatlantischer Freihandelszone

Mit der EU und den USA wollen die beiden grössten Handelspartner der Welt die verbleibenden Handelsschranken einreissen. Der Wirtschaftsdachverband Economisuisse befürchtet Nachteile für Schweizer Exporte in die USA. Der Bundesrat solle deshalb «die Fühler ausstrecken».

Legende: Video Mögliche Folgen für die Schweiz abspielen. Laufzeit 3:18 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.02.2013.

Für Jan Atteslander, Aussenwirtschaftsexperte bei Economiesuisse, würde ein Handels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und den USA ein erhebliches Diskriminierungspotential für den Schweizer Export bedeuten. Wie stark der hiesige Export jedoch davon betroffen wäre, hänge davon ab, wie umfassend das Liberalisierungsabkommen sein wird.

«Bei den USA ist neben der Zollreduktion vor allem der Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse für unsere Exportunternehmen wichtig», sagte Atteslander. Zu diesen Handelshemmnissen zählen beispielsweise Vorschriften zur Produktesicherheit oder zu Produktezulassungen. «Würden diese gegenüber der EU stark reduziert, wäre das ein grosses Problem für die Schweiz.»

Die Gespräche über eine transatlantische Freihandelszone sollen Mitte 2013 starten. Der von der EU und den USA gesetzte Verhandlungsrahmen von zwei Jahren beurteilt Atteslander als «sehr optimistisch».

Im Endeffekt komme es jedoch nicht auf die Dauer der Verhandlungen sondern auf die Qualität an.

Bundesrat soll handeln

Grundsätzlich steht Atteslander der Ankündigung der EU und der USA einer gemeinsamen Freihandelszone positiv gegenüber: «In einem protektionistischen Umfeld setzt diese Ankündigung ein positives Signal für den Welthandel.» So fordert er vom Bundesrat, dass dieser «seine Fühler in Richtung USA ausstreckt und explorative Gespräche wieder aufnimmt».

Die USA sind der zweitwichtigste Exportmarkt für die Schweiz. Knapp 60 Prozent der Schweizer Exporte gehen in die EU.

Legende: Video USA und EU sollen zusammenspannen abspielen. Laufzeit 7:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.02.2013.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Kontinentaleuropa
    Würde durch das Freihandelsabkommen für alle Bewohner der betreffenden Zone profitiere und es somit markant weniger Arbeitslose, Ausgesteuerte, Obdachlose und Working-Poors gibt, dann könnte müsste dafür sein. Nur, in der Regel führen solche Freihandlesabkommen dazu, dass grosse Firmen noch mächtiger werden, es mittelfristig (3 - 10 Jahre) mehr Arbeitslose gibt und das Einkommen der tieferen Schichten sinkt. So gesehen müssten man moralisch gegen jedes "moderne" Freihandelsabkommen sein.
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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Mal ein krasses Gedankenspiel: Es wäre fast schon verlockend, wenn Economiesuisse endlich mal saftig eins aufs Dach kriegt. Dieser aristokratische Angstmacherverein verdient es, mal eine derartige Niederlage einzustecken, dass er danach in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
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    1. Antwort von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
      ich kann Ihnen nur beipflichten. Das Gejammer dieses Vereins ist ja nicht mehr zum Aushalten. Wieso brauchen wir eigentlich solch dumme geldverschlingende Institutionen, welche von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Es ist fast lustig diesem Spiel zuzusehen. Zuerst macht man die USA wo immer möglich zur Schnecke und jetzt kommt man auf die reale Welt und sieht doch endlich ein, dass die USA doch eine sehr gut positionierte Nation sind. Nun müssen auch die "Neider" endlich schweigen, denn es gibt keine Ausrede: die USA sind die Grössten und die Besten. Und es wäre viel gescheiter mit den USA sehr gute Handelsverbindungen zu haben als mit der EU, denn die Amerikaner wollen uns nicht ihre Gesetze aufzwing...
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