Ecopop mobilisierte vor allem das politisch linke Lager

Die Abstimmung über die Ecopop-Initiative vermochte deutlich weniger SVP-Anhänger zu mobilisieren als noch die Masseneinwanderungs-Initiative. Die VOX-Analyse vom 30. November 2014 bestätigt die These, dass das geringe Interesse der rechten Wähler für das deutliche Nein zu Ecopop verantwortlich war.

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Analyse zu Ecopop

0:59 min, aus Tagesschau am Mittag vom 4.2.2015

Von den drei Volksinitiativen, über die am 30. November abgestimmt wurde, war die Ecopop-Vorlage aus Sicht der Stimmbürger die wichtigste. Allerdings vermochte dies laut einer VOX-Analyse der Universität Genf und des Forschungsinstituts gfs.bern insbesondere Anhänger des linken Lagers an die Urne zu locken. Unter den Stimmenden am rechten Rand des politischen Spektrums war die Mobilisierung laut einer Mitteilung dagegen geringer, als noch bei der Zuwanderungsinitiative.

In der Analyse der Erhebung bestätigt das Institut für Politikwissenschaft der Universität Genf die These, dass die unterschiedliche Mobilisierung in den beiden Lagern dazu beitrug, dass die Ablehnung der Ecopop-Initiative mit 74,1 Prozent Nein-Stimmen über Erwarten deutlich ausfiel. Zumal jene SVP-Sympathisanten, die an die Urne gingen, der Initiative entgegen der Empfehlung der Bundespartei mehrheitlich zustimmten.

Umweltanliegen für Ecopop-Befürworter kaum von Bedeutung

Inhaltlich ging es den unterlegenen Befürwortern bei der Ecopop-Initiative hauptsächlich um die Zuwanderung. Die Umweltanliegen und auch der vorgeschlagene Beitrag an die Familienplanung in armen Ländern sind laut der Analyse weitgehend unbeachtet geblieben.

Die Befürwortung der Volksinitiative habe stark mit der Selbsteinstufung auf der Links-Rechts-Achse zusammengehängt: Der Ja-Anteil zur Ecopop-Initiative habe von der gemässigten Linken hin zur extremen Rechten stetig zugenommen.

Aber nicht nur die Befürworter der Ecopop-Initiative beschäftigt das Thema Migration weiterhin. Trotz des überaus deutlichen Neins zu Ecopop sei die Mehrheit der Stimmbürger den mit der Zuwanderung verbundenen Folgen gegenüber kritisch eingestellt, heisst es in der Analyse.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • CH-EU: wie weiter?

    Aus Tagesschau vom 4.2.2015

    Weniger Zuwanderung, aber auch die Bilateralen. Die Verunsicherung ist im Zentrum der Schweizer Politik angekommen. Gerade die Mitte-Parteien - sonst kaum um eine Lösung verlegen - geizen mit konkreten Vorschlägen.