Mehr Kinder geboren Ein Ende des Babybooms ist nicht in Sicht

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Der Babyboom geht weiter

  • Zahlreiche Spitäler verzeichnen auch für 2016 eine Zunahme der Geburten.
  • So melden etwa das Zürcher Triemli-Spital, das Kantonsspital St.Gallen oder das Unispital Basel einen deutlichen Anstieg.
  • Der wichtigste Grund ist die Zuwanderung: Je mehr Menschen in der Schweiz leben, desto mehr Kinder haben sie.

«Bei uns im Spital hatten wir im Vergleich der letzten 20 Jahre nie so viele Geburten wie im letzten Jahr», sagt Daniel Passweg. Er ist stellvertretender Chefarzt der Frauenklinik im Zürcher Triemli-Spital. Damit bestätige sich der Trend, dass die Anzahl Geburten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sei.

Geburtsabteilung ausgebaut

Das Unispital Basel verzeichnet für 2016 Jahr rund 2600 Geburten, das sind etwa 100 mehr als im Jahr zuvor. Wegen der Zunahme habe man letztes Jahr in der Geburtsabteilung mehr Personal eingestellt, heisst es aus Basel. Zudem werde die Zahl der Geburtszimmer in nächster Zeit von fünf auf acht erhöht.

Vom Kantonsspital St.Gallen wird vermeldet, die Zahl der Geburten sei 2016 praktisch gleich hoch gewesen wie im Boomjahr 1971. Und in den Frauenkliniken der Berner Insel-Gruppe hat die Zahl der Geburten auf dem hohen Niveau des Vorjahres stagniert, wie es auf Nachfrage von dort heisst.

Bevölkerungswachstum ist Hauptgrund

Der Babyboom der letzten Jahre hängt vor allem mit dem allgemeinen Bevölkerungswachstum zusammen. Daneben gibt es auch mehr Zwillings- und Drillingsgeburten als früher. Grund hierfür ist, dass die Frauen bei der Geburt ihrer Kinder älter sind als früher und sich Frauen vermehrt reproduktionsmedizinisch behandeln lassen.

15 Prozent mehr Menschen – 23 Prozent mehr Kinder

Die Anzahl der in der Schweiz lebenden Menschen hat zwischen 2002 und Ende 2015 von 7,25 Millionen Personen auf 8,33 Millionen zugenommen. Dies entspricht einer Bevölkerungszunahme um rund 15 Prozent. Die Zahl der Geburten ihrerseits hat im selben Zeitraum von gut 72'000 auf rund 88'500 pro Jahr zugenommen. Dies entspricht einer Zunahme um fast 23 Prozent. Gleichzeitig stieg die Geburtenziffer – Anzahl der Geburten pro Frau – von 1,39 auf 1,54.